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Landesvertretung Hessen
Landesvertretung Hessen in den Ministergärten © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Ministergärten

Wo die Bundesländer vertreten sind

Auf dem geschichtsträchtigen Gelände von Hitlers Neuer Reichskanzlei stehen heute die repräsentativen Bauten der Vertretungen der deutschen Bundesländer.

Ein großer Landschaftsgarten ist die zentralste Grünfläche der Stadt Berlin. Das Areal zwischen Politik und Geschichte ist 4.000 Quadratmeter groß. Hier befinden sich die Vertretungen der deutschen Bundesländer, die auf Länderebene Einfluss auf die Bundespolitik nehmen.

Das Gelände der Ministergärten

Das heutige Grundstück der Ministergärten – Ebertstraße Ecke In den Ministergärten – wird 2007 von den Landschaftsarchitekten Bernard und Sattler gestaltet. 15 Pappeln verteilen sich zwischen Sitzgelegenheiten und begrünten Erdwällen, die zum Teil mit Weinstöcken bepflanzt sind. Zwei Zugänge führen auf das Gelände. Von der 4.000 Quadratmeter großen Fläche können 3.000 Quadratmeter für Veranstaltungen, wie Präsentationen oder Feste, gemietet werden. Bei einem Rundgang durch das Viertel können Sie ständig etwas Neues entdecken. An einem Tag eine Open-Air-Ausstellung, an einem anderen die neuste Generation von Autos, aber immer im Herbst das Festival Jazz in den Ministergärten.

Von den Palaisgärten zum Bunkersystem

Unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. bekommt die Gegend nahe dem Brandenburger Tor ab 1732 erstmals ihren Namen. In der Wilhelmstraße residierten die wichtigsten Ministerien Preußens. Darunter das Justizministerium, das Staatsministerium und der Dienstsitz Otto von Bismarcks. Die Minister bewohnen im 18. Jahrhundert die Adelspalais in der Wilhelmstraße mit dazugehörigen, für Erholungszecke angelegten, großflächigen Grünanlagen.

Auch nach dem Untergang der Monarchie, während der Weimarer Republik, bleibt die Gegend Sitz der großen staatlichen Institutionen. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wird die Alte Nationalgalerie durch die Neue Reichskanzlei an der Vossstraße ergänzt. Im Garten der Reichskanzlei wird ab 1940 ein Bunkersystem errichtet, dass durch verschiedene Maßnahmen ergänzt wird. In den letzten Kriegstagen vollzieht sich der hier der Untergang des sogenannten III Reichs. Hitler begeht Selbstmord und die Rote Armee erobert Berlin. 1947 wird die Anlage gesprengt, 1959 erfolgen weitere Sprengungen.

Mit dem Bau der Berliner Mauer liegen Bunker und Ministergärten im Grenzgebiet. 1973 werden Teile der Anlage noch einmal geöffnet und dokumentiert. Entlang der heutigen Wilhelmstraße entstehen Wohnkomplexe für die eine Entrümmerung vorgenommen wird. Die Stahlbetondecke der Bunkeranlage wird zerstört, die Hohlräume verfüllt.

Landesvertretung Niedersachsen in den Ministergärten
Landesvertretung Niedersachsen in den Ministergärten © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Individualität wird auch bei den Landesvertretungen großgeschrieben

Nach der Wiedervereinigung wird Berlin erneut zur politischen Hauptstadt Deutschlands. Da alle Bundesländer selbstverständlich nah am politischen Geschehen sein wollen, werden 16 Bundesvertretungen als Schaufenster des Landes in Berlin errichtet.

Zwischen 1995 und 2001 werden Ecke Ebertstraße/In den Ministergärten die Repräsentationsbauten für sieben Bundesländer in einem parkartigen Gelände angelegt. Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Hessen ziehen an den neuen Standort. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie Schleswig-Holstein teilen sich je ein Haus. Jedes Gebäude ist von einem anderen Architekturbüro entworfen. So platzieren sich die unterschiedlichsten Häuserformen, individuell von Bundesland zu Bundesland.

Da ein Teil der Ministergärten für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas ausgewählt worden ist, können nicht alle Landesvertretungen in die Ministergärten ziehen. Die Landesvertretungen von Baden-Württemberg, Bremen, Nordrhein-Westfalen befinden sich heute im Tiergartenviertel. Hamburg sitzt in der Jägerstraße, der Freistaat Bayern in der Behrenstraße, der Freistaat Thüringen in der Mohrenstraße, Sachsen in der Brüderstraße sowie Sachsen-Anhalt in der Luisenstraße.

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