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Vernissage

„Liebe KI… Mir ist heute etwas Seltsames passiert“ ist eine partizipative Ausstellung, die Pseudo-Intimität mit KI und die Externalisierung von Verletzlichkeit, Vertrauen und emotionaler Reflexion in technologische Systeme im Kontext schwindender menschlicher Beziehungen untersucht.

Großstädte wie Berlin wirken als Katalysatoren für Einsamkeit. Im Post-KI-Zeitalter beginnt Technologie, intime Beziehungen zu ersetzen, wobei KI die Rolle von Freunden und Partnern übernimmt.

Infolgedessen wird echte, persönliche Begegnung zu einer bewussten und bedeutungsvollen Entscheidung – einer Entscheidung, die Anstrengung und echte Verletzlichkeit erfordert.

Etwas zutiefst Persönliches, Intimes, Seltsames oder einfach „zu viel“ mit einem anderen Menschen zu teilen, ist zunehmend mit Risiko verbunden – der Möglichkeit von Ablehnung, Spott oder der Offenlegung der sensibelsten Bereiche, ohne die Gewissheit, dass diese Offenheit mit Respekt und Rücksichtnahme begegnet wird.

KI hingegen scheint diese Garantie zu bieten – sie erzeugt eine Illusion von Nähe, die keine wirkliche Offenbarung erfordert und verstärkt so die wachsende Abhängigkeit von KI nicht nur als Werkzeug, sondern auch im Bereich menschlicher Beziehungen.

Im Dialog mit KI können wir alle Filter und Konventionen ablegen, ohne Rücksicht darauf, wie sich die Empfänger fühlen.

Doch was geschieht, wenn dieser unverfälschte Bewusstseinsstrom von echten Menschen gelesen wird?

Das Projekt lud Teilnehmende ein, anonym persönliche Tagebucheinträge einzureichen, die ursprünglich an KI gerichtet waren: zutiefst persönliche Fragen, Geständnisse, Zweifel, Momente der Krise oder Reflexion, die sie noch nicht bereit waren, mit anderen zu teilen.

Alle Einsendungen sind anonym und werden als sensibles Material behandelt.

Sieben ausgewählte Künstler:innen interpretierten eine kuratierte Auswahl dieser Tagebucheinträge in visuellen Werken neu und genossen dabei völlige künstlerische Freiheit.

Jede:r Künstler:in interpretierte die Themen und anonymen Materialien in ihrem/seinem eigenen Medium und auf ihre/seine eigene Weise, näherte sich ihnen aus ihrer/seiner individuellen Perspektive.

Gemeinsam schufen sie ein kollektives Werk, das uns einlädt, über folgende Fragen nachzudenken und nach unseren eigenen Antworten zu suchen:

Was genau steckt hinter dem Wunsch, von KI Feedback darüber zu erhalten, wie wir von anderen wahrgenommen werden?

Ist es möglich, durch eine Art „Trainingsdialog“ mit KI zu lernen, wie man mit anderen Menschen umgeht?

Hilft uns der Dialog mit KI dabei, uns selbst besser kennenzulernen, oder entfernt er uns im Gegenteil von unserer Individualität?

Und vor allem: Welche Aufgaben in unserem Alltag kann KI tatsächlich übernehmen?

Zusätzliche Informationen
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