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Ein Schauspiel mit Musik

Mit ihrer neuen Inszenierung für das Berliner Ensemble erfindet die Regisseurin Andrea Breth ein atmosphärisches Schauspiel, das der widersinnigen Logik von Träumen nachempfunden ist: kleine Szenen, teils musikalisch, teils poetisch, bedrohlich und voller skurriler, absurder Rätsel, Angst- und Erinnerungsräume nicht realistischer Art.


Eine unerklärliche Kunstpause in einer übermäßig lauten Welt, offen für das Schöne, Zärtliche und Gemeinsame, was möglich wäre. 

Andrea Breth zählt zu den herausragendsten Theater- und Opernregisseur:innen ihrer Generation.
Sie ist ein eigener Planet, auf dem Poesie und Fantasie sonderbare Bilder, Atmosphären, Geschichten und Figuren entstehen lassen.
Nach Drei Mal Leben von Yasmina Reza inszeniert Breth nun wieder am Berliner Ensemble.

Kurz nach dem ersten Lockdown entstand die Idee, einen musikalischen Theaterabend über die komisch absurden Seiten des Lebens zu erfinden. Was hat sich seitdem verändert, Frau Breth?

Die Ängste der Menschen nehmen täglich zu, ausgelöst vom Krieg in der Ukraine, den hohen Kosten und einer völlig ungewissen Zukunft. Dem eine Komödie entgegenzusetzen, war mir nicht mehr möglich. Die zunehmende Melancholie, die mich täglich mehr beschleicht, hat mich dazu veranlasst, mich den dunklen Seiten der Existenz zuzuwenden. Es werden kleine Szenen entstehen, teils musikalisch, teils poetisch, bedrohlich und voller Rätsel; Angsträume und Erinnerungsräume nicht realistischer Art.

Was träumen Sie?

Träume spiegeln ja mehr Gefühle und springen von da nach dort ohne weitere Erklärung. Diese Form interessiert mich zunehmend. Die Welt erklären können wir nicht, Botschaften aussenden auch nicht und die Menschen basteln offenbar freudvoll an ihrem Untergang. Ich werde mich hüten, meine Träume konkret zu veröffentlichen. Die Bühne ermöglicht es mir, mich dazu künstlerisch zu verhalten.

Und worin finden Sie Trost?

In der Stille in der übermäßig lauten Welt. Poesie.

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Zusätzliche Informationen
Mit ihrer neuen Inszenierung für das Berliner Ensemble hat die Regisseurin Andrea Breth ein collagiertes Schauspiel erfunden, das der widersinnigen Logik von Träumen nachempfunden ist und sich einer rein rationalen Herangehensweise entzieht: Aus über 500 literarischen Texten, Musik- und Fundstücken aus dem Internet hat Andrea Breth eine Auswahl getroffen und damit kleine, jeweils für sich stehende Szenen kreiert, teils musikalisch, teils poetisch, bedrohlich und voller skurriler, absurder Rätsel. Angst- und Erinnerungsräume nicht realistischer Art. Etüden über Biedersinn und Unsinn. Zersprengte Fragmente deutscher Geschichte. Eine unerklärliche Kunstpause in einer übermäßig lauten Welt, offen für das Schöne, Zärtliche und Gemeinsame, was möglich wäre – auch für das Lachen und Wünschen. In der Wahrnehmung der Träumenden, so Andrea Breth, zerfließt jegliche Form von Bestimmtheit und wird zu Fragwürdigem, zerfällt in Stücke, Bilder: mehr befremdliche Skizzen als schwere Ölgemälde. "Das hat in diesem Fall sicher mit meiner momentanen Verfassung zu tun. Ich bin ratlos und sprachlos. Ich kann nur noch Fragmente erzählen. Ich sehe mich nicht in der Lage, ein stringentes Drama zu inszenieren, was ich eigentlich gern tue. Meine ganze Ratlosigkeit macht sich breit in einer Art von leiser Zerfetzung." (Andrea Breth)von Sibylle Baschung
Teilnehmende Künstler
Von Andrea Breth (Autor/in)
Chor Chor
Adam Benzwi
Christoph Mateka
Raimund Orfeo Voigt
Jens Kilian
Alexander Koppelmann
Sibylle Baschung
Andrea Breth
Termine
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