Lukas Meisners Eltern flohen 1989 aus der DDR in die BRD. Die Familiengeschichte wird ihm zum Ausgangspunkt schonungsloser Selbstbefragung. In seinem Buch »Fluch(t). Die Sintflut heißt Westen« (Mandelbaum, 2025) verbindet sich Biografie, intergenerationale Traumata und gesellschaftskritische Analyse.
Meisner erzählt und argumentiert gegen das hegemoniale Erfolgsnarrativ, der Fall der Mauer habe dem Osten die Freiheit gebracht. Mesut Bayraktar geht in seinem Gedichtband »Linke Melancholie« (Autumnus, 2025) der Frage nach, wie arbeitende Körper und linke Bewegungen mit Verlust, Scheitern und Hoffnung umgehen – und welche Formen von Utopie und Widerstand aus der Melancholie entstehen können.
Anhand von Textausschnitten und Gedichten sprechen Lukas Meisner und Mesut Bayraktar an dem Abend über jene Geister und Gedichte zwischen Traumata und Gewalt, zwischen Fluch(t) und Melancholie.
Lukas Meisner ist Schriftsteller, Philosoph und Soziologe sowie Herausgeber von »Das Argument. Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften«. Nach dem Studium in Tübingen, London und Berlin schloss er 2023 seine Promotion zur Critical Marxist Theory (Palgrave) zwischen Venedig und Erfurt ab. 2024 erschien im Kopf & Kragen Literaturverlag seine Novelle »Wrackmente«. 2025 ist er Marcuse Society Postdoctoral Fellow, 2026 wird er Ernst-Bloch-Fellow der Universität Leipzig sein.
Mesut Bayraktar ist Schriftsteller. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie arbeitete er in einer Kanzlei für Arbeitsrecht und in einer Zeitungsredaktion.
Er ist Autor der Romane »Wunsch der Verwüstlichen« und »Aydin – Erinnerung an ein verweigertes Leben« sowie eines Sachbuchs zu Hegel, »Der Pöbel und die Freiheit«. Im November 2021 wurde sein Theaterstück »Gastarbeiter-Monologe« im SchauSpielHaus Hamburg erstaufgeführt. Zuletzt erschienen 2024 sein Erzählungsband »Die Lage« und 2025 sein Lyrikdebüt »Linke Melancholie«.
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