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Vom Bilder-„Chaos“ zur Gemäldegalerie

Im frühen 19. Jahrhundert entstand in Berlin eine beispielhafte Gemäldesammlung, die zur Grundlage der Galerie im 1830 eröffneten Königlichen Museum werden sollte. Der aus England stammende Kaufmann Edward Solly (1776-1844) investierte sein Geld in Bilder aller Art.

Paul Bril, Bergiges Meeresufer, um 1624
Paul Bril, Bergiges Meeresufer, um 1624 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmid

In seinen Berliner Jahren kaufte Edward Solly zwischen 1813 und 1818 über dreitausend Gemälde vor allem aus Italien, Deutschland und den Niederlanden. Das Besondere: Viele dieser Bilder stammen von bis dahin kaum bekannten, heute aber sehr berühmten Künstlern wie Giotto, Botticelli, Jan van Eyck oder Jan Gossart.
Die Entstehung dieser gewaltigen Sammlung war nur durch die aufgelösten Markt- und Besitzverhältnisse der nachrevolutionären Zeit möglich. Nach langen Verhandlungen gelang die Erwerbung der Sammlung Solly im Jahr 1821. Ein unschätzbarer Glücksfall für die Berliner Museen. Die Ausstellung wird den weltoffenen und kunstbegeisterten Sammler Solly ebenso ehren wie die Gründer des Königlichen Museums, allen voran Karl Friedrich Schinkel, die den Grundstein für eine öffentliche Kunstsammlung von Weltrang legten.

Anhand ausgewählter Werke präsentiert die Ausstellung die große Vielfalt der Solly-Sammlung. Sie beleuchtet unter verschiedenen Aspekten den Wandel in der Wertschätzung einzelner Stücke. Gezeigt werden Meisterwerke, Wiederentdeckungen und, wie es 1830 hieß, „historische Merkwürdigkeiten“.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die Entstehung und die Ankaufsverhandlungen der Sammlung darlegt und diese bedeutende Erwerbung in den zeitgeschichtlichen Kontext stellt.

Die Erwerbung der Sammlung Solly jährt sich im November 2021 zum 200. Mal und wird in der Gemäldegalerie mit einer Sonderausstellung gewürdigt.

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