Direkt zum Inhalt

Originaltitel: Les mystères du Château du Dé

Man Ray ist heute vornehmlich für seine Fotografien, z.B. die "Rayografien" bekannt. Sein Film "Les mystères du Château du Dé" wird als Dokumentarfilm bezeichnet, doch er hat wenig mit dem zu tun, was heute als Filmsprache von Dokumentationen betrachtet wird.


Jede Einstellung entwickelt ihre eigene Bedeutung, ihre Poesie im Sinne von Antonin Artaud. Zwei Menschen sind unterwegs von Paris zur Villa Noailles in Hyères. Jedes Bild scheint klar die Reise zu dokumentieren und weist doch weit über sich hinaus. Dann tauchen Würfelspieler auf. "Ein Würfelwurf" (ein "coup des dés"), heißt es in einem Gedicht von Stéphane Mallarmé, "niemals tilgt den Zufall". Wie rätselhaft, denn der Zufall ist das unerkannte Vorherbestimmte und zugleich das Dokumentarische.

Unter Glücksspielern gibt es einen Aberglauben: Wenn die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen bei 50 Prozent liegt, wird die Gewinnchance mit jedem verlorenen Wurf größer: Irgendwann muss man doch gewinnen. Tatsächlich jedoch bleibt die Aussicht auf Erfolg immer gleich, denn vor jedem Würfelwurf ist die Chance wieder auf null gesetzt.

Im Doppelprogramm mit "Die Muschel und der Kleriker"

Regie Man Ray, F 1929, 27 min, s/w, OmU
Zusätzliche Informationen
Treffpunkt: Sahuré-Saal

Preisinformationen: 0 € Eintritt und Teilnahme kostenfrei

Preis: 0,00 €