Nur eine Rose als Stütze
„Wen es trifft, der wird aufgehoben
wie von einem riesigen Kran und abgesetzt
wo nichts mehr gilt,
wo keine Straße von Gestern nach Morgen führt.
Die Knöpfe, der Schmuck und die Farbe
werden wie mit Besen von seinen Kleidern gekehrt…“ Hilde Domin
Mit einem sensiblen literarisch-musikalischen Programm begeben sich Ila Raven und Uwe Streibel – mit Klavier, Moderation und Rezitation – auf die Spuren der jüdischen Autorin Hilde Domin, die für ihre Exil-Lyrik unter anderem mit dem Nelly-Sachs-Preis und dem großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet ist.
1903 in Köln geboren, ist Hilde Domin, geborene Hilde Löwenstein, ab 1939 mit ihrem Ehemann Erwin Palm, ebenfalls Jude, unablässig vor den Faschisten auf der Flucht. Nach Zwischenstationen in Italien, Frankreich, Spanien und Kanada fassen die beiden schließlich in der Dominikanischen Republik Fuß. Von der Hauptstadt Santo Domingo leitet sie später ihren Künstlernamen „Domin“ ab.
Trotz der Jahrzehnte, die Hilde Domin im Exil verbringt, verliert sie nie ihren Mut. Ihr unerschütterliches Vertrauen in das Leben und die Menschen lässt sie die Schrecken des vergangenen Jahrhunderts überstehen und ihre „Dennoch“-Hoffnung unaufhaltsam wachsen und reifen.
Geprägt durch ihre Exilaufenthalte verleiht Hilde Domin in ihren Texten auch jenen Menschen eine Stimme, die nach ihrer Rückkehr aus Arbeits- und Konzentrationslagern verzweifelt nach einem Ort der Geborgenheit suchen: Nach einer verlorenen Heimat.
Und obwohl Hilde aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ihrer Heimat beraubt und zur permanenten Flucht in ein 22-jähriges Exil gezwungen wird, bejaht sie ihr Schicksal zu jeder Zeit ihres Lebens: „Ich setzte einen Fuß in die Luft und sie trug.“
Eintritt inkl. Getränke & Snacks: 10 €
Zusätzliche Informationen
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