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Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide
Döberitzer_Heide_im_Frühling © visitBerlin, Foto: Jan Frontzek

Elstal – ein Erlebnis vor den Toren der Stadt

Heide, Hitler, Erdbeeren

Wilde Pferde, Rinder, Ziegen grasen friedlich in einer Landschaft, wie sie auch aus den Filmen des russischen Regisseurs Andrei Tarkowski stammen könnte. Das ist die Döberitzer Heide vor den Toren Berlins. Knapp 30 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof entfernt, gibt es hier frische Luft und Stille im Überfluss. Neben den Ruinen des Olympischen Dorfes von 1936 blüht der Ginster leuchtend gelb. In der Heidelandschaft bei Elstal übten schon die Truppen des Kaisers, des "Führers" und die Sowjetarmee. Dann fiel die Berliner Mauer und die DDR und die Rote Armee verschwanden. Zurück blieb eine einmalige Landschaft – die  Döberitzer Heide.

Das Olympische Dorf 1936

Bereits vor über 300 Jahren nutzen die preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. die damals weit vor den Toren der Residenzstadt Berlin gelegene Gegend für Truppenübungen. Unter Kaiser Wilhelm II. wird 1892 der Truppenübungsplatz Döberitz eingerichtet. Die Berliner Heerstraße zeugt noch heute davon, führt sie doch direkt vom Truppenübungsplatz ins Stadtzentrum auf das Berliner Stadtschloss zu.
Für fast 4.000 Sportler der Olympischen Sommerspiele in Berlin wird hier bis 1936 das sogenannte Olympische Dorf  Berlin errichtet. Neben einem repräsentativen Empfangsgebäude entstehen mehr als 140 Wohnbauten, ein eigenes Küchenhaus, eine Sport- und eine Schwimmhalle sowie ein Krankenhaus. Prägend für das Aussehen der Anlage wird das im Halbrund angelegte sogenannte Haus der Nationen mit 38 Speisesälen.
Natürlich betreibt das Nazi-Regime einen solchen Aufwand nicht ohne Hintergedanken. Die friedliche und internationale Nutzung ist Teil eines Täuschungsmanövers - direkt nach den Olympischen Spielen wird auf dem Gelände eine Infanterieschule und ein Militärhospital untergebracht, als Teil der verdeckten Kriegsvorbereitung Deutschlands.
Das Olympische Dorf steht heute unter Denkmalschutz und ist in Teilen im Rahmen geführter Touren zu besichtigen.


Die Döberitzer Heide

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzt die sowjetische Rote Armee das Gelände bis 1992 massiv für Manöverübungen und prägt dadurch die Landschaft. Es entsteht eine wertvolle Offenlandschaft mit Heiden, Sandflächen und Trockenrasen. Sie ist Lebensraum für tausende Tier- und Pflanzenarten, zum Teil für sehr seltene oder sogar vom Aussterben bedrohte Spezies.
Schon 1987, noch vor dem Fall der Berliner Mauer, wird ein Teil des Truppenübungsgeländes von der Sowjetischen Armee als Naturschutzgebiet betrachtet und Naturschützer werden geduldet – eine Urkunde des sowjetischen Kommandanten Solnikow zeugt noch heute davon.


Der Naturschutz-Förderverein “Döberitzer Heide” e.V.

Seit dem Abzug der sowjetischen Truppen 1992 droht diese besondere Landschaft wieder zu verwildern und zuzuwuchern.  Der neugegründete Naturschutz-Fördervereins “Döberitzer Heide” e.V. beginnt umgehend mit der Landschaftspflege mit Galloway-Rindern. Später folgen Heidschnuckenherden, Esel, Pferde und Ziegen. Der Verein saniert einen russischen Panzer-Ausbildungs-Schießstand zur Nutzung als Naturschutzzentrum und Landschaftspflegehof.
Wenn Sie mehr über die Döberitzer Heide, ihre seltenen Pflanzen und Tiere erfahren möchten, können Sie an geführten Wanderungen oder an Wandertagen für Gruppen, Wandervereine und Schulklassen teilnehmen - auf Wunsch mit Imbiss oder Kaffeetrinken. Lernen Sie Natur pur kennen und erholen Sie sich dabei!


Die Sielmann-Naturlandschaft Döberitzer Heide

Auf etwa 3.600 Hektar hat die Heinz-Sielmann-Stiftung fast ausgestorbene Wildtierarten angesiedelt. Heute grasen hier Wisente, Przewalski-Pferde und Rothirsche. In der Döberitzer Heide kehren sie nach und nach zu ihrem ursprünglichen Verhalten in der freien Wildnis zurück. Rund um diese Schutzzone können Besucher auf 55 km Wanderwegen und 13 km Reitwegen die Landschaft erkunden. Für ein Picknick gibt es Rastplätze und ein Aussichtsturm bietet einen einzigartigen Rundblick bis hin zum Berliner Fernsehturm.


Karls Erlebnis-Dorf

Eine ganz eigene Welt ist Karls Erlebnis-Dorf in Elstal. Rund um die leckeren Erdbeeren, die hier von Mai bis Oktober verkauft werden, gibt es eine Menge mehr für Groß und Klein zu erleben. In der eigenen Holzofen-Bäckerei, der Marmeladenküche oder der Bonbon-Manufaktur kann jeder mit anpacken. Im Maislabyrinth, in der Gruselnacht  oder der Eiswelt aus echten Eisfiguren sind unvergessliche Erlebnisse garantiert. Auf dem Bauernmarkt gibt es natürlich alles Erdenkliche aus Erdbeeren und die schönsten Dinge aus der Region, Spielzeug und Landhaus-Deko. Für das leibliche Wohl sorgt die Hof-Küche oder die Pfannkuchen-Schmiede.


 Highlights in Elstal

  • Olympiadorf Berlin 1936
  • Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V.
  • Sielmann-Naturlandschaft Döberitzer Heide
  • Karls Erlebnis-Dorf

Tipps für Ihren Besuch

Wenn Sie am Berliner Hauptbahnhof in die Regionalbahn RE4 in Richtung Rathenow steigen, erreichen Sie das etwa 30 km westlich des Zentrums von Berlin im Brandenburger Havelland  gelegene Elstal in weniger als 30 Minuten.


Der Naturschutz-Förderverein Döberitzer Heide e.V. bietet Wanderungen und andere Veranstaltungen. Bitte informieren Sie sich im Internet unter: http://www.doeberitzerheide.de


Für Informationen zu den Veranstaltungen von Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide schauen Sie bitte ebenfalls im Internet unter: https://www.sielmann-stiftung.de/natur-erleben-schuetzen/doeberitzer-heide


Mehr zu Karls Erlebnisdorf finden Sie im Internet unter: http://www.karls.de/elstal.html


Führungen durch das Olympische Dorf können Sie zwischen April und September buchen. Wenden Sie sich an die DKB-Stiftung unter: Telefon: 033094 - 700 565 E-Mail: olydo@dkb-stiftung.de