
„Kreuzkölln“ finden Sie auf keiner offiziellen Karte – und doch kennt fast jede Berliner:innen diesen Kiez. An der unsichtbaren Grenze von Kreuzberg und Neukölln hat sich zwischen Landwehrkanal und Sonnenallee eines der lebendigsten Viertel der Stadt entwickelt. Hier mischt sich die Energie alteingesessener Berliner mit der Kreativität von Künstlerinnen und Künstlern, Studierenden und Zugezogenen aus aller Welt. Es ist ein Ort, an dem Gegensätze aufeinandertreffen und sich zu einem einzigartigen Mosaik verweben. Das Zentrum des Kiezes pulsiert Sie entlang der Weserstraße und der Hobrechtstraße.
Die Weserstraße ist eine der vielseitigsten Straßen Berlins, hier wird gefeiert, geshoppt und geschlemmt. Viele Bars und Restaurants, aber auch mondäne Boutiquen, haben sich hier über die Jahre angesiedelt. Besonders beliebt sind kleine, oft unscheinbare Locations, in denen Sie überraschend gute Drinks serviert bekommen, Klassiker sind das Ä mit Wohnzimmer-Charme oder das TiEr mit seinen wirklich leckeren Cocktails. Aber auch die Bar 19:77 inklusive Ramones Museum und veganer Karte sowie das unabhängige Wolf Kino mit finden sich hier. An warmen Abenden sitzen die Leute mit ihrem Glas Wein am Bordstein, die ganze Straße verwandelt sich dann in ein lebendiges Open Air-Festival.
Im Reuterkiez, wie die Gegend rund um den Reuterplatz genannt wird, vermischt sich der raue Charme Neuköllns mit internationalen Impulsen – von arabischer Küche über vegane Bistros bis hin zu minimalistischen Designerläden. Und natürlich gibt es auch zahlreiche Bars, im Oblomov sogar mit Live-Musik oder bei Geist im Glas mit Drinks zum Brunch. Rund um das Maybachufer schließlich gibt es gemütliche Restaurants und Cafés für einen entspannten Abend. Genießen Sie den Blick auf das romantische Ufer des Landwehrkanals mit seinen zahlreichen Altbauten. Die Ankerklause mit ihrer Jukebox ist eine Institution in Berlin. Schon Quentin Tarantino soll bei den Dreharbeiten zu „Inglorious Basterds“ dort gefeiert haben.
Ein Stück weiter südlich, am U-Bahnhof Rathaus Neukölln, können Sie vom obersten Parkdeck der Neukölln Arcaden einen fantastischen Ausblick über Berlin genießen. Der Klunkerkranich ist eine weiträumige Dachterrasse mit viel Grün und lässig-improvisiert wirkenden Bars und Installationen, die zum Tag- und Nachtträumen anregen. Experimentelles aus der Musik- und Kulturszene erwartet Sie im Donau 115 oder im Paolo Pinkel. Noch mehr Kultur finden Sie direkt an der Karl-Marx-Straße im Heimathafen Neukölln oder im CANK. Und auf dem Gelände der ehemaligen Kindl Brauerei finden Sie das KINDL Zentrum für Zeitgenössische Kunst und mit dem SchwuZ Berlins größten queeren Club.
Wie kommen Sie am besten zur Weserstraße?
Die Weserstraße liegt zwischen den U-Bahn Stationen Schönleinstraße (U8), Rathaus Neukölln (U7) und Herrmannplatz (U7+U8). Sie brauchen jeweils circa 10 Minuten zu Fuß bis zur Weserstraße. Mit dem Bus M41 können Sie vom Hauptbahnhof oder Potsdamer Platz bis Fuldastraße fahren. Nachtschwärmer können unter der Woche ab 24 Uhr auch die N7 nehmen, denn wochentags fahren die Berliner U-Bahnen nicht die ganze Nacht.
Und zum Schluss noch eine Bitte:
Abends darf es natürlich lebendig zugehen – aber bitte denken Sie daran: Irgendwann möchten auch die Berliner:innen einmal schlafen, schließlich wartet für die meisten am nächsten Tag die Arbeit. Deshalb die Bitte: nach 22 Uhr Rücksicht auf die Anwohner nehmen und leiser sein.