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Garten vor Schloss Cecilienhof
Schloss Cecilienhof im Neuen Garten Potsdam © iStock.com, Foto: MagMos

Schloss Cecilienhof im Neuen Garten

Der Ort, an dem Weltgeschichte geschrieben wurde

Sehen Sie sich an, wo die Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg über die Besetzung Deutschlands debattiert haben: im Potsdamer Schloss Cecilienhof.

Cecilienhof wird Sie schon architektonisch weniger an ein typisches Schloss erinnern. Statt weißer Türmchen und blumiger Ornamente gibt es hier Backstein und Fachwerk. Das Anwesen wirkt von außen eher rustikal und dennoch geheimnisvoll.

Der letzte Schlossbau

Das letzte Schloss der Hohenzollern-Familie, das erst 1913 erbaut und 1915 fertig gestellt werden soll, lässt Kaiser Wilhelm II. für seinen ältesten Sohn errichten. Für den englischen Landhausstil entscheiden sich Kronprinz Wilhelm und seine Frau Cecilie – die Namensgeberin des Schlosses. Zuvor bewohnen beide das Marmorpalais, die Sommerresidenz des Kaisers. Mit dem Bau wird der Architekt Paul Schultze-Naumburg konservativer Vertreter des Heimatschutzstiles beauftragt. Die eigenwillige Zusammenstellung aus Cottage-Stil und den 55 Schornsteinen in Tudorgotik ist vom Bauherren gewünscht undmacht den besonderen Charme des Schlosses aus. Hinzu kommt die dunkle Eiche, die große Teile der Außenfassade ziert.

Vom frühklassizistischen Palais ins moderne Landhaus

Im Norden Potsdams, genauer gesagt im 102,5 ha großen Neuen Garten, befindet sich das Schloss Cecilienhof. Der Umzug in das erst 1917 fertig gestellte Schloss ist für das Kronprinzenpaar wohl mit keiner großen Umgewöhnung an eine neue Gegend verbunden. Schon das Marmorpalais befindet sich im Neuen Garten, nur etwas südlicher und direkt am See gelegen. Die 176 Zimmer des Schloss Cecilienhof verteilen sich um mehrere Innenhöfe. Die Kronprinzenwohnung liegt in der ersten Etage. Hier gibt es einen Rauchsalon, eine Bibliothek, einen Musiksalon und ein Kabinett im Stil einer Kajüte. Die Inneneinrichtung besticht mit viel Holz und durch schlichte Eleganz. Als besonderes Highlight gilt die holzgeschnitzte Treppe, die ins Obergeschoss führt. Sie ist ein Geschenk der Stadt Danzig. Kronprinz Wilhelm und seine Gemahlin Cecilie bewohnen ihr Anwesen bis zu ihrer Flucht 1945.

Die Dreimächtekonferenz

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der Kapitulation Deutschlands versammeln sich in Schloss Cecilienhof die Siegermächte um über die Zukunft Deutschlands zu entscheiden. Teilnehmer, der auch als Potsdamer Konferenz bezeichneten Zusammenkunft, sind die alliierten Siegermächte und damit keine geringeren als Joseph Stalin, Harry Truman und Winston Churchill (später sein Nachfolger Clement Attlee). Jeder der „Großen Drei“ erhält ein Zimmer mit individuellen Möbeln. In Truman’s Räumlichkeiten wird zum Beispiel klassizistisches Inventar aus dem Marmorpalais gestellt. Das ursprüngliche Inventar, das die Hohenzollern bei ihrer Flucht hinterlassen, wird von den Sowjets in ein anderes Gebäude gebracht und durch ein Feuer fast vollständig zerstört.

Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 dauern die Verhandlungen der Potsdamer Konferenz an, ehe sie ins Potsdamer Abkommen münden. Danach wird die Große Halle des Schlosses zum Konferenzraum mit einem runden Tisch umfunktioniert.

Tickettipp

Bei Vorlage eines Tickets der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (der Schlösser Cecilienhof, Marmorpalais, Neues Palais und Bildergalerie, ausgenommen Kombiticket sanssouci+) erhalten Sie 25% Ermäßigung auf ein Tagesticket des Museum Barberini (Gültigkeit 3 Tage) - und umgekehrt.

Informationen für Gruppen

Gruppenführungen mit Audioguide sind auf Schloss Cecilienhof möglich. Von den Geschichten des Fürstenpaares bis zur Potsdamer Konferenz wird alles erklärt.... und das in 11 verschiedenen Sprachen! Öffnen Sie die Türen des Schlosses und entdecken Sie die kleinen Geschichten hinter der großen Geschichte!

Gemeinsames Gruppenangebot Museum Barberini und SPSG - Kunst-Könige-Mäzene in Potsdam!
Für Gruppen gibt ein ein gemeinsames Angebot „Kunst-Könige-Mäzene in Potsdam! Betrachtungen von gestern bis heute“. Auf der geführten Tour besuchen Gruppen die neueste Potsdamer Museumsgalerie, das Museum Barberini, und den ältesten erhaltenen Galeriebau Deutschlands, die Bildergalerie im Park Sanssouci (bzw. in den Wintermonaten die Gemäldesammlungen in den Fürstenquartieren des Neuen Palais). Thema ist die gewandelte Betrachtung von Kunst über die Jahrhunderte.
Dauer: ab 3 Stunden/ bis max. 20 Personen
Leistungen: einstündige Führung Museum Barberini, begleiteter Transfer im eigenen Bus oder Nutzung der ÖPNV zwischen den Häusern sowie Führung in der Bildergalerie (Sommer) oder Neues Palais (Winter)

Das Gruppenangebot ist ausschließlich buchbar über den Gruppenservice der Potsdam Marketing und Service GmbH  Tel.: +49(0) 331 275 58 50 oder gruppen(at)potsdamtourismus.de.

 

 

 

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag (November - März) 10:00 – 16:30
Dienstag bis Sonntag (April - Oktober) 10:00 – 17:30
Öffnungszeiten (Zusatzinfos)

Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung

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