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Wasserstadt Spandau
© visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Rad- und Kajak-Tour in die Tiefwerder Wiesen

Vom Großstadttrubel in die ländliche Idylle Spandaus

Diese Tour führt Sie nicht nur vom Land aufs Wasser, sondern vom Trubel der Großstadt in die idyllische Ruhe des Naturschutzgebiets nach Spandau. Mit dem Fahrrad starten Sie vom prachtvollen Schlossgarten in Charlottenburg Richtung Tiefwerder Wiesen, mit einem Paddelboot geht es dann weiter durch die malerischen Kanäle Klein-Venedigs. Ganz nebenbei können Sie ein Stück Berliner Sport- und Industriegeschichte erleben.

Tourkarte von Komoot

Wo die Blumen blühen

Schloss Charlottenburg
Schloss und Park Charlottenburg © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Los geht die Rad- und Kajak-Tour im Park des größten Berliner Schlosses, dem Schloss Charlottenburg. Benannt nach Preußens erster Königin Sophie Charlotte thront der Rokoko-Bau direkt an der Spree. Ein Spaziergang durch den prachtvollen Garten bietet einen herrlichen Blick auf die gesamte Anlage mit seinen vielfältig blühenden Beeten, wilden Wiesen und verwunschenen Brücken.

Ein Blick auf Berliner Industriekultur

Großsiedlung Siemensstadt
Infostation in der Großsiedlung Siemensstadt © Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Wolfgang Bittner

Nach der Schlossparkrunde folgen Sie dem Weg an der Spree Richtung Rudolf-Wissell-Brücke. Dieser führt immer am Wasser und alten Kleingartenanlagen entlang. Auf der gegenüberliegenden Flussseite befindet sich ein Stück Berliner Industriekultur. Ein kurzer Blick hinüber lohnt sich: Mit dem Aufstieg der Firma Siemens & Halske beginnt hier Ende des 19. Jahrhunderts die Geschichte des Ortsteils Siemensstadt. Teile der historischen Industrie- und Fabrikgebäude aus rotem Backstein sind zu erkennen, so zum Beispiel der markante Siemensturm mit seiner goldenen Uhr.

Berühmt ist auch die Großsiedlung Siemensstadt, die als eine von sechs Siedlungen der Berliner Moderne zum UNESCO Welterbe zählt. Am Ende des Knüppeldamms fahren Sie über den Spandauer Damm hinüber in den Olympiapark.

Jetzt wird es sportlich

Olympiastadion Berlin
olympischer Platz vorm Olympiastadion © Olympiastadion GmbH, Foto: Friedrich Busam

Die Rominter Allee führt bis vor das monumentale Olympiastadion, das im neoklassizistischen Stil erbaut wurde. Es war Austragungsort der Olympischen Spiele 1936, bei denen sich Deutschland als überlegene Großmacht inszenierte. Ein Geschichtspfad mit 45 Tafeln in Deutsch und Englisch informiert über die Entstehung und Geschichte des ehemaligen „Reichssportfeldes“. Heute jubeln im Stadion 75.000 Fans, wenn die Heimmannschaft Hertha BSC kickt.

Auf dem großen Außenbereich befindet sich das berühmte Sommerbad, wo auch heute noch viele Wasserfans unter freiem Himmel ihre Bahnen ziehen.  Entlang der Jesse-Owens-Straße geht es zum Naturschutzgebiet Murellenschlucht und Schanzenwald. Inmitten dieser Hügellandschaft liegt idyllisch die Berliner Waldbühne, eine der schönsten Freilichtbühnen Europas. Wer unterwegs noch einen Rundblick auf das gesamte Gelände werfen will, kann einen Abstecher auf den Glockenturm machen - ein Aufzug bringt Sie über 70 Meter in die Höhe.

Wasser so weit das Auge reicht

Von der Heerstraße aus eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf die Bucht des Pichelssees mit zahlreichen Marinas, schaukelnden Booten und flatternden Segeln. Schnuppern Sie maritimes Flair in Berlin-Spandau! Die Tiefwerder Wiesen sind nun nicht mehr weit – sind Sie bereit für eine Bootsfahrt?

Rund um die Heerstraße gibt es mehrere Kanu- und Kajak-Verleih Stationen. Dort können Sie vom Sattel aufs Wasser wechseln und den vielen alten Flussarmen der Havel durch das Landschaftsschutz-gebiet folgen. Die Tiefwerder Wiesen bieten Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Wenn Sie Glück haben, können Sie sogar Wasserbüffeln beim Baden und Grasen zusehen.

Runter vom Sattel, hinein ins Kajak

Klein-Venedig
© visitBerlin, Foto: Arthur F. Selbach

Die Boots-Tour können Sie zum Beispiel im Pichelssee, einer der vielen Ausbuchtungen der Havel, beginnen. Wenn Sie in nördlicher Richtung bis zum Spandauer Südhafen paddeln, zeigen sich auf der rechten Seite die ersten Ausläufer des Landschaftsschutzgebiets. Bevor es unter der Tiefwerderbrücke durch in den Großen Jürgengraben geht - noch ein Stückchen Kulturgeschichte: in Tiefwerders Dorfstraße liegt Europas älteste Rockdiscothek, das Ballhaus Spandau. Seit den 70er-Jahren wird hier das Tanzbein geschwungen. Man munkelt, dass hier auch die Geschichte der legendären Punkcombo „Die Ärzte“ ihren Anfang nahm.

Aus dem Club in die Lagunensiedlung

Der Große Jürgengraben führt direkt in die Lagune. Malerisch schmiegen sich die Häuschen der Kleingartenkolonie ans Wasser der Kanäle. Fast jeder Bewohner hat sein eigenes kleines Boot vor der Tür festgemacht. Nur ein sanfter Einstich ins Wasser genügt, um sich hier lautlos durch die Lagune zu schieben. Augen auf! Oft gibt es auf den Grundstücken originelle Gartenkunst zu entdecken oder die Möglichkeit regionale Produkte vom Boot aus zu erwerben. Ein echter Geheimtipp: Honig aus den Tiefwerder Wiesen.

Expedition ins Auenland

Wasserbüffel am Tegeler Fließ
Wasserbüffel am Tegeler Fließ - Sommer © wikimedia, Foto: Membeth - CC0 1.0

Spätestens jetzt gerät der Großstadttrubel in Vergessenheit: dicht bewachsene Ufer, saftig grüne Wiesen, von Seerosen bedecktes Wasser, überall summt und surrt es. Raschelt da etwas? Aufmerksame Beobachter können auch schon mal einen Biber entdecken. Asiatische Wasserbüffel genießen besonders im Sommer gerne ein Bad in den sumpfigen Tümpeln und halten die Wiesen kurz. Jetzt heißt es durchatmen und die Natur genießen: Legen Sie die Paddel für einen Moment ins Boot und lassen sich vom sanften Schaukeln der Wellen in eine andere Welt entführen.

Zeit für ein Picknick

Nach der Wasser-Expedition sollten Sie die Gelegenheit für eine ausgiebige Pause nutzen. Paddeln Sie von den Tiefwerder Wiesen zurück in den Hauptgraben, gegen-über der Halbinsel Pichelsberg können Sie an Land gehen. Vor dem Picknick legen Sie sich ruhig erst mal auf eine Decke ins Gras und genießen den Blick auf die malerische Kulisse von Klein-Venedig. Wer sein Pausenbrot vergessen hat, der muss nicht hungern: entlang des Havelufers liegen zahlreiche Lokale.

Weitblick

Havelradweg in Kladow_Berlin
Havelradweg in Kladow © visitSpandau.de/Groeschel Branding

Durch die Stößenseebrücke hindurch öffnet sich der Blick auf die Weite der Havel. Bei gutem Wind fahren hier Segelboote und auch mal ein mächtiger Katamaran übers Wasser. Aus der Ferne lässt sich das sogenannte Schildhorn, eine bewaldete Landzunge, erkennen - ein möglicher Zwischenstopp für die sportlichen Kanuten. Hier gibt es auch eine Badestelle. Der Weg führt weiter an den sandigen Stränden von Pichelswerder entlang, bis der Abzweig zurück zum Pichelssee erscheint. Dort endet die Rundreise auf dem Wasser. Nach dem Anlanden tauschen Sie das Kajak wieder gegen Ihren Drahtesel ein. Wenn Sie den Rückweg nicht wieder über das Olympiastadion fahren wollen, folgen Sie einfach der Heerstraße Richtung Zentrum.

Informationen für Ihre Tour in die Tiefwerder Wiesen

  • Start: Schloss Charlottenburg  
  • Ziel: Schloss Charlottenburg
  • Tourdauer: ein Tag (inkl. Besichtigungen, Pausen)
  • Radstrecke: etwa 26 km, etwa zwei Stunden Fahrtzeit
  • Paddelbootstrecke: ca. 6 bis 7 km, etwa drei Stunden Fahrtzeit

Kajak-Verleihstationen

Wenn Sie raus aufs Wasser möchten, finden Sie hier eine Liste mit Bootsverleihen. In Spandau, in der Nähe der Route, finden Sie folgende Verleihstationen:

  • Bootsladen am Brandensteinweg 37, 13595 Berlin. Bitte ausschließlich telefonisch reservieren, unter: 030 - 362 56 85.
  • Kanu Kajak Verleih Havelschlenke bei Toni's Marina ist täglich ab 10 Uhr geöffnet und unter 01575 - 44 99 299 erreichbar.
  • 13Kanus verleiht auch Floß- und Motorboote, Am Pichelssee 40 in Spandau, Telefon: 0163 - 191 40 00.

Gastro-Tipps

Runden Sie Ihren Ausflug mit einem Restaurant-Besuch ab, etwa im Restaurantschiff Alte Liebe. Außerdem zu empfehlen sind das Nevio's, Siemenswerderweg 50, direkt am Pichelsee und gleich neben dem Kanu Kajak Verleih Havelschlenke finden Sie das im Hafen-Café.