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„Es schwinden, es fallen

Die leidenden Menschen

Blindlings von einer

Stunde zur andern,

Wie Wasser von Klippe

Zu Klippe geworfen,

Jahr lang ins Ungewisse hinab.“

„So dichtete Friedrich Hölderlin 1798 in seinem Schicksalslied.“ Die Frage bleibt: Wie viel von jenem wenig gottgefälligen Fatalismus klingt auch in Ludwig van Beethovens oft als trotzig verstandener „Schicksals“-Sinfonie mit?

Die beiden gleichaltrigen Künstler sind sich nie begegnet – und doch entstanden ihre Werke in zeitlicher Nähe: Beethovens 5. Sinfonie wurde genau zehn Jahre nach Hölderlins Gedicht vollendet. Ein Ringen mit dem Unabwendbaren, mit Widerstand und Schicksal, verbindet beide.

Als Hitler 1940 Coventry zerstören ließ, konnte Benjamin Britten seine Erschütterung nicht anders ausdrücken, als sie in Musik zu verwandeln. Seine Sinfonia da Requiem trifft mit unerbittlicher Kraft: Schmerz, Trauer und Zorn werden unmittelbar spürbar. In ihrer düsteren Intensität erinnert Brittens Musik an das „höllische Scherzo“ aus Gustav Mahlers 9. Sinfonie.

Und Mozart? Auch er erzählt von tiefster seelischer Not – von einer Verzweiflung, die unter der Oberfläche verborgen liegt. Man muss nur genau hinhören.

Besetzung:

  • Karina Canellakis, Dirigentin
  • Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Programmm

Wolfgang Amadeus Mozart

„Idomeneo“ – Ouvertüre zur Oper KV 366

Benjamin Britten

„Sinfonia da Requiem“ op. 20

Wolfgang Amadeus Mozart

„Maurerische Trauermusik“ KV 477

Ludwig van Beethoven

Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Hinweis:

  • Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi

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