Haus der Berliner Festspiele
Zentrum der Berliner Festivalkultur und des internationalen Publikums
Das Haus der Berliner Festspiele, einer der großartigsten Bauten der Berliner Nachkriegsmoderne, zählt zu den modernsten Bühnenhäusern Berlins. Hier finden heute die beliebten Festivals und Programmreihen der Berliner Festspiele statt, außerdem bietet es eine attraktive Kulisse für zahlreiche internationale Gastspiele.
Die herausragende Architektur des Hauses mit ihrer weiten, lichtdurchfluteten Glasfassade wurde von einem der bekanntesten Berliner Architekten der Nachkriegszeit, Fritz Bornemann, konzipiert.
Internationale Festivals
Die Berliner Festspiele nutzen das Haus seit dem 21. April 2001 ganzjährig. Die hier jährlich statt findenden bekannten Festivals geben dem Berliner Veranstaltungsjahr eine klare Struktur:
Im Frühjahr findet hier das Festival MaerzMusik mit Konzerten und weiteren Events statt. Im Mai folgt das dreiwöchige Theatertreffen mit zehn von einer Kritikerjury ausgewählten Inszenierungen aus dem deutschsprachigen Raum sowie ergänzenden Programmen. Anfang September eröffnet das Musikfest Berlin die neue Saison, in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker und mit der Philharmonie als Hauptspielort. Im November schließt das Jazzfest Berlin die Festivalreihe ab. Dazwischen liegen vier Bundeswettbewerbe des Treffen junge Szene:
- Theatertreffen der Jugend
- Tanztreffen der Jugend
- Treffen junge Musikszene
- Treffen junger Autor*innen
Die Reihe Performing Arts Season zeigt im Herbst und Winter internationale Produktionen aus Tanz, Theater und Performance.
Das Haus dient zudem als Veranstaltungsort für Diskussionen, Symposien und Kongresse zu gesellschaftlichen und kulturpolitischen Themen sowie für Preisverleihungen. Im Februar ist es Spielstätte der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale). Regelmäßig gastieren hier außerdem Tanz im August und im September das internationale literaturfestival berlin.
Eine der modernsten Bühnen Berlins
Die technische Modernisierung von Zuschauerraum und Bühnentechnik in den Jahren 2009 bis 2011 entwickelte den Bau zu einer der modernsten Bühnen Berlins. Entstanden ist ein etablierter Ort für internationale Gastspiele. Zu den bisherigen Gästen zählen unter anderem:
- International bekannte Künstler:innen wie Jan Fabre, Robert Wilson, Sophie Rois, Chilly Gonzales
- Herausragende Ensembles wie Forced Entertainment, The Forsythe Company, Pina Bausch/Tanztheater Wuppertal, Sasha Waltz & Guests, Hofesh Shechter Company, Gauthier Dance Company, Nederlands Dans Theater und die Shanghai Kunqu Opera Company.
Das Haus der Berliner Festspiele und seine Geschichte
Das heutige Gebäude der Berliner Festspiele wurde als „Theater der Freien Volksbühne“ auf dem Gelände eines ehemaligen Gymnasiums errichtet – übrigens in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Bau der Berliner Mauer. Unter der Intendanz von Erwin Piscator eröffnete das Haus am 1. Mai 1963. Wie auch später seine Nachfolger Kurt Hübner und Hans Neuenfels prägte er das Haus in der Schaperstraße als Ort des politischen Theaters in Berlin. Maßgeblich beteiligt waren Regisseure wie Rudolf Noelte, Luc Bondy und Klaus Michael Grüber.
1992, drei Jahre nach dem Mauerfall, wurde das Theater der Freien Volksbühne geschlossen. Von 1993 bis 1997 nutzte man das Gebäude für das Musical Theater Berlin. Nachdem die öffentliche Förderung eingestellt worden war, musste der damalige Eigentümer, der Verein Freie Volksbühne Berlin, das Haus 1999 verkaufen. Im Dezember 2000 zogen die Berliner Festspiele zunächst als Mieter ein und eröffneten das Gebäude am 21. April 2001 neu. Seit dem Erwerb durch den Bund im Jahr 2014 ist es dauerhaft als Spielstätte der Berliner Festspiele gesichert.
Der Architekt Fritz Bornemann (1912–2007) zählt neben Paul Baumgarten, Werner Düttmann und Egon Eiermann zu den prägenden Architekten der Nachkriegsmoderne, die an den Internationalen Stil anknüpften. Zu seinen wichtigsten Berliner Bauten gehören die Deutsche Oper in Charlottenburg, die ehemaligen Dahlemer Museen und die Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg.
Eine "Demokratische Architektur"
Mit seiner großzügigen Glasfassade öffnet sich das Haus der Berliner Festspiele dem Stadtraum und veranschaulicht das demokratische Architekturverständnis der Nachkriegszeit: Man verband dieses Ideal mit offenen Raumstrukturen, Transparenz und einer nicht-hierarchischen Anordnung im Publikumsraum: Von allen Plätzen aus sind Bühne und Akustik gleichwertig wahrnehmbar.


