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Trabi-Dachzelt im Museum in der Kulturbrauerei
Trabi-Dachzelt im Museum in der Kulturbrauerei © Stiftung Haus der Geschichte, Foto: Stephan Klonk

Museum in der Kulturbrauerei

Ideologie und Wirklichkeit in der DDR: Museum in der Kulturbrauerei

Das Museum in der Kulturbrauerei im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg berichtet vom „Alltag in der DDR“. Die Dauerausstellung zeigt, wie dieser nach der Vorstellung des DDR-Regimes sein soll und wie die Menschen damals tatsächlich leben. 800 Exponate und 200 Dokumente, Filme und Tonaufnahmen von Zeitzeugen lassen Sie tief in die Realität der DDR eindringen.

Mangelwirtschaft und das Glück im Privaten

Im Jahr 1991 entsteht aus der einstigen Schultheiss-Brauerei in der Knaackstraße die Kulturbrauerei. In den 20 komplett sanierten Gebäuden sind Kinos, Theater, Clubs und Lokale eingezogen. Die Stiftung Haus der Geschichte übernimmt 2005 die Sammlung Industrielle Gestaltung, eine umfangreiche Sammlung zu Design und Alltagskultur aus der DDR. Sie entscheidet sich für die einstige Brauerei als Ausstellungsort. Ende 2012 eröffnet auf 600 Quadratmetern die Dauerausstellung „Alltag in der DDR“. Lernen Sie zunächst die Ideologie des SED-Staates anhand von großen Propagandapostern und kurzen Texten kennen. Das Vorbild Sowjetunion ist offensichtlich. Die SED propagiert das Kollektiv an den Arbeitsplätzen und in der Freizeit. Hören Sie Tonaufnahmen mit Liedern, welche das Kollektiv preisen. Und schauen Sie in die Brigadebücher der Arbeiterkolonnen: Eine bunte Mixtur aus politischen Parolen und Eindrücken aus Betriebsveranstaltungen, wie zum Beispiel Fußballspielen. Auch den Mangel an allem thematisiert das Museum. Es fehlt an ausreichend großem Wohnraum, Elektrogeräten, Obst und Gemüse. Eine Zeitzeugin klagt über die lange Wartezeit auf ihre Schrankwand und den Rekorder, eine andere über ein Weihnachtsfest ohne Orangen. Blicken Sie in eine typisch eingerichtete Plattenbauwohnung. Die Mode der Textilkombinate ist ebenfalls Teil der Ausstellung. Viele Ostdeutsche finden damals ihr kleines Glück im Privaten. Staunen Sie über den Einfallsreichtum der Menschen: Das Dachzelt auf dem „Trabi“ für den Urlaub auf Rügen oder Usedom und die fantasievoll ausgebaute Datsche im Grünen. Wechselnde Ausstellungen zu Themen wie Design in DDR ergänzen die Dauerausstellung.

Eindrückliche Impressionen im Museum der Kulturbrauerei

  • Trabant mit Dachzelt
  • Plattenbauwohnung mit typischer Einrichtung
  • eine Datsche im Grünen
  • ein Zeitungskiosk mit DDR-Gazetten
  • Mediastationen mit spannenden Details zum Alltag in der DDR

Galerien und Museen in Prenzlauer Berg

Eberswalderstrasse in Berlin Prenzlauer Berg mit Blick auf den Fernsehturm
Eberswalderstrasse in Berlin Prenzlauer Berg mit Blick auf den Fernsehturm © visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Knapp 400m südlich der Kulturbrauerei an der Schönhauser Allee startet im Jahr 2012 das Projekt tête. Das Besondere an der Galerie ist, dass die Künstler und Künstlerinnen ihre Projekte unabhängig voneinander realisieren. Die Kunstschaffenden wechseln sich in ihren Ausstellungen ab, konzipieren sie eigenständig – auch zeitlich und finanziell. Auf diese Weise bietet tête einen interessanten Querschnitt aus verschiedenen Stilen. Von der Kulturbrauerei gehen Sie in rund zehn Minuten zur Entretempo Kitchen Galerie, einem außergewöhnlichen Ort der Berliner Foodszene. Mitten in einem hellen Raum sehen Sie eine freistehende Küche. Das Credo der brasilianischen Macherin Tainá Guedes ist: Essen ist Kunst und Kunst auch Essen. Aus beidem ergibt sich Interaktion und Kommunikation. In Workshops backen Sie Brotmasken, schnitzen Musikinstrumente aus Gemüse und komponieren Popcornsongs. Das Institut für Alles Mögliche befindet sich rund 1,3 Kilometer südwestlich der Kulturbrauerei, an der Prenzlauer Allee. Lassen Sie sich von dem seltsamen Namen nicht in die Irre führen, das Institut verfolgt ein ganz bestimmtes Ziel. Es versucht durch Experimentieren nichtkommerzielle Nischen in der Kunst zu finden. Die fertigen Werke sind unverkäuflich. Das einstige Prenzlauer Berg Museum wird seit 2012 unter dem Museumsverbund Museum Pankow geführt. Erfahren Sie in seiner Dauerausstellung „Gegenentwürfe – Der Prenzlauer Berg vor, während und nach dem Mauerfall“ Interessantes zur jüngeren Geschichte des einstigen Arbeiterviertels und verfolgen Sie seine wirtschaftliche und politische Entwicklung. Hier im Prenzlauer Berg leben vor der Wende DDR-Kritiker und Oppositionelle, die eine wichtige Rolle in der Friedlichen Revolution von 1989 spielen. Eines der dicht besiedelten Wohngebiete Berlins ist die Dunckerstraße am Helmholtzplatz. Betreten Sie das Wohnhaus Nummer 77 und sehen Sie sich um. Die Einrichtung ist bescheiden, der Alltag seiner Bewohner um 1900 genügsam. Auch die Entwicklung des Wohngebietes Helmholtzplatz und das Leben im Nordosten Berlins zu jener Zeit lernen Sie kennen.

Kosten- und barrierefrei ins Museum

Mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichen Sie stressfrei das Museum in der Kulturbrauerei. Nehmen Sie entweder die U-Bahn U2 oder die Straßenbahnen M1 und M12 bis „Eberswalder Straße“. Von dort sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Auch ein Parkhaus ist in der Kulturbrauerei vorhanden. Links neben dem Haupteingang des Museums kommen Sie barrierefrei in die Ausstellung. Der Eintritt ist frei. Die öffentlichen Führungen finden samstags und sonntags statt. Gruppenführungen müssen drei Wochen im Voraus gebucht werden. Für Einzelpersonen und Gruppen gibt es verschiedene Bildungsangebote.

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Öffnungszeiten

Dienstag 10:00 – 18:00
Mittwoch 10:00 – 18:00
Donnerstag 10:00 – 20:00
Freitag 10:00 – 18:00
Samstag 10:00 – 18:00
Sonntag 10:00 – 18:00
Montag geschlossen

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