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Auf dem ehemaligen Untersuchungsgelände der Stasi ist heute die Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen
DDR-Wachturm der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen © Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen

Führung durch das ehemalige Stasi-Gefängnis

44 Jahre politische Verfolgung: In der Gedenkstätte Hohenschönhausen kommen Sie Berlins dunkler DDR-Geschichte auf die Spur.

DDR-Oppositionelle, Fluchthelfer, politische Gefangene – sie alle kennen das ehemalige Stasi-Gefängnis. Heute erinnert die Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen an ihre Geschichte. Als Zeitzeugen führen sie über das Gelände, das für 44 Jahre Ort politischer Verfolgung war. Große Teile der Gebäude sind erhalten geblieben und vermitteln Ihnen einen authentischen Eindruck von den Haftbedingungen zwischen 1946 und 1990. Kein Wunder, dass die Gedenkstätte jährlich mehr als 400.000 Besucher zählt.

Die Dauerausstellung Inhaftiert in Hohenschönhausen – Zeugnisse politischer Verfolgung zeigt 300 Fotos und fast 500 Objekte, darunter Kleidung und Häftlingsbriefe. Sie zeichnet den Alltag der Gefangenen ebenso wie die Geschichte des ehemaligen Stasi-Gefängnisses nach. Erstmals wird in einem separaten Teil der Ausstellung auch die Welt der Täter beleuchtet.

Geschichte: Von der Großküche zum Stasi-Gefängnis

Auf dem Gelände einer ehemaligen Großküche im Nordosten Berlins wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein sowjetisches Speziallager errichtet. Nach der Schließung des Lagers im Oktober 1946 entstand im Keller des Gebäudes das zentrale sowjetische Untersuchungsgefängnis für Ostdeutschland. 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit den Bau, erweiterte ihn 1961 durch einen Neubau und nutzte ihn bis 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt. Tausende politisch Verfolgte waren an diesem Ort inhaftiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen.

Die Untersuchungshaftanstalt befand sich in einem militärischen Sperrbezirk, der von der Außenwelt hermetisch abgeschottet wurde. Das Gebiet war auf keinem Ostberliner Stadtplan eingezeichnet. Heute steht das Gelände der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen wie wenige andere Orte in Deutschland für die Geschichte politischer Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR.

Zeitzeugen erzählen

Sie können die Ausstellung in der Gedenkstätte ohne Führung besuchen. Der Eintritt ist frei. Noch bewegender ist allerdings ein Rundgang mit einem ehemaligen Häftling, der von seinen persönlichen Erlebnissen erzählt. Es sind genau diese authentischen Zeitzeugenberichte, die so viele Besucher nach Hohenschönhausen ziehen.

In einem 360-Grad-Virtual-Reality-Film wird der Zuschauer selbst zum Häftling. Der Kurzfilm basiert auf den „Vernehmungsprotokollen“ des DDR-Dissidenten und Schriftstellers Jürgen Fuchs. Auf einer virtuellen Reise in die Vergangenheit durchlebt der Zuschauer Verhöre und den Alltag im Stasi-Gefängnis. Er trifft auf Wachmänner, Vernehmer und Zellennachbarn.

Infos für Schulklassen

Gruppen können das ehemalige Stasi-Gefängnis im Rahmen einer Führung besichtigen. Aufgrund des großen Interesses sollten Sie rechtzeitig einen Termin anfragen. Bei dem zweistündigen Rundgang, der meist von ehemaligen Häftlingen geleitet wird, können sich Schüler auf anschauliche Weise mit der SED-Diktatur auseinandersetzen. Es gibt Fortbildungsangebote und Unterrichtsmaterial zum kostenfreien Download für Lehrer. Zusätzlich bietet die Gedenkstätte auch Seminare und Projekttage an.

Öffnungszeiten

Täglich 9:00 – 18:00
Öffnungszeiten (Zusatzinfos)

Besuch nur im Rahmen einer Führung möglich. Offene Führungen ohne Voranmeldung:  Mo -Fr: 11, 13 und 15 Uhr; Sa/So: stündl. zw. 10 - 16 Uhr

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