Die Veranstaltung umfasst die Buchvorstellung und ein Gespräch mit Gästen aus Architektur und Städtebau.
Sie findet im Verlagssitz des Wasmuth Verlags vor dem Hintergrund der Ausstellung „Archetypen der Architektur und Landschaft“ von Maximilian Meisse statt, in der auch Fotografien aus dem Buch zu sehen sein werden.
Das Buch richtet den Blick auf einen sehr beliebten Bautyp, der über Jahrzehnte seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt hat und dennoch im aktuellen Städtebau kaum eine Rolle spielt. Das Berliner Mietshaus steht für eine Bauweise, die Dauerhaftigkeit, Anpassungsfähigkeit und urbane Qualität miteinander verbindet: robuste Konstruktion, flexible Grundrisse und die Fähigkeit, unterschiedlichste Nutzungen über Generationen hinweg aufzunehmen.
Tobias Nöfer, AIV-Vorstandsmitglied und Mit-Herausgeber des Buches: „Gerade unter den heutigen Anforderungen an Verdichtung, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung gewinnt dieser Bautyp neue Aktualität.
Die im 19. Jahrhundert entwickelten Häuser zeigen, wie sich weitsichtige Investitionen durch lange Lebensdauer, Reparaturfähigkeit und kontinuierliche Anpassung rechtfertigen lassen. Sie verbinden serielles Bauen mit architektonischer Individualität und schaffen zugleich jene urbane Dichte, die eine funktionierende Stadt ausmacht.
Dieses Vorbild gilt es auf heutige Bauweisen zu übertragen um mit vergleichbarer Effizienz und mit ebenso beschränkten Mitteln dennoch schöne Stadt zu bauen. Gleichzeitig wird deutlich, dass der Blick auf das Mietshaus bis heute von ideologischen Zuschreibungen geprägt ist, angefangen von der Kritik an der „steinernen Stadt“ bis hin zu aktuellen Debatten um Gentrifizierung.
Die Publikation plädiert dafür, den Bautyp neu zu betrachten, als ein konkretes Modell für einen zukünftigen Städtebau.
Das Buch präsentiert die städtebaulichen, architektonischen, ökologischen und sozialen Qualitäten des Berliner Mietshauses und erörtert die Frage, welche Eigenschaften heute als Vorbild dienen können.
Die rund 100 Fotografien von Meisse werfen einen neuen Blick auf herausragende Beispiele, in Friedenau oder Charlottenburg genauso wie am Prenzlauer Berg oder in Treptow.
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