In Richard Wagners Lohengrin ist es ein geheimnisvoller Ritter, der für Elsa von Brabant zu kämpfen verspricht; dabei wird er zur Projektionsfläche für die Sehnsucht eines zerrütteten Volkes nach einer charismatischen Führerfigur. Wagner, Mitte des 19. Jahrhunderts selbst Revolutionär, brachte im Lohengrin seine politische Utopie von einer anderen Weltordnung auf künstlerische Weise zum Ausdruck – eine Utopie von der Rettung der Welt durch die Kunst, hier jedoch zum Scheitern verurteilt.
Mit Eric Cutler präsentiert sich in der Titelpartie ein am Belcanto geschulter jugendlicher Heldentenor, die finnische Sopranistin Miina-Liisa Värelä bringt als Ortrud das geforderte Gegengewicht.
Ihre Landsfrau, die Dirigentin Susanna Mälkki, debütiert sowohl mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin als auch mit dem Werk.















