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Top-Veranstaltung

Die 12. Berlin Biennale findet vom 11. Juni bis 18. September 2022 an verschiedenen Orten in Berlin statt und wird von Kader Attia kuratiert. Anlässlich der 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst unter dem Titel Still Present!  beschäftigen sich Künstler:innen aus verschiedenen Teilen der Welt mit den Hinterlassenschaften der Moderne und dem daraus resultierenden planetaren Notstand.

Erscheinungsbild, 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, 11.6.–18.9.2022
Erscheinungsbild, 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, 11.6.–18.9.2022 © Martin Wecke Design Code Lab & MBI Graphic & Type Design Fabian Maier-Bode

Neben den künstlerischen Arbeiten sind in der Ausstellung historische Dokumente zu sehen, darunter politische und aktivistische Publikationen aus dem Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona (AdA).

Die Beiträge machen Verbindungslinien zwischen Kolonialismus, Faschismus und Imperialismus sichtbar und erproben dekoloniale Strategien für die Zukunft entlang einer Reihe von Fragen:

Wie lässt sich eine dekoloniale Ökologie gestalten? Welche Rolle können feministische Bewegungen aus dem Globalen Süden bei der Wiederaneignung historischer Narrative spielen? Wie kann die Debatte um Restitution über die Rückgabe geplünderter Objekte hinaus produktiv gemacht werden? Lässt sich durch Kunst das Feld der Emotionen zurückgewinnen?

Mit Arbeiten von:

Alex Prager • Amal Kenawy • Ammar Bouras • Antonio Recalcati, Enrico Baj, Erró, Gianni Dova, Jean-Jacques Lebel, Roberto Crippa • Ariella Aïsha Azoulay • Asim Abdulaziz • Basel Abbas und Ruanne Abou-Rahme • Binta Diaw • Birender Yadav • Calida Garcia Rawles • Christine Safatly • Clément Cogitore • DAAR – Sandi Hilal und Alessandro Petti • Dana Levy • Đào Châu Hải • David Chavalarias • Deneth Piumakshi Veda Arachchige • Driss Ouadahi • Dubréus Lhérisson • Elske Rosenfeld • Etinosa Yvonne • Florian Sông Nguyễn • Forensic Architecture • Haig Aivazian • Hasan Özgür Top • Imani Jacqueline Brown • Jean-Jacques Lebel • Jeneen Frei Njootli • Jihan El-Tahri • João Polido • Khandakar Ohida • Lamia Joreige • Lawrence Abu Hamdan • Layth Kareem • Mai Nguyễn-Long • Maithu Bùi • Marta Popivoda/Ana Vujanović • Mathieu Pernot • Mayuri Chari • Mila Turajlić • Mónica de Miranda • Moses März • Myriam El Haïk • Ngô Thành Bắc • Nil Yalter • Noel W Anderson • Olivier Marboeuf • Omer Fast • PEROU – Pôle d’Exploration des Ressources Urbaines • Prabhakar Kamble • Praneet Soi • Raed Mutar • Sajjad Abbas • Sammy Baloji • Simone Fattal • Susan Schuppli • Susana Pilar • Sven Johne • Taloi Havini • Tammy Nguyen • Taysir Batniji • Tejswini Narayan Sonawane • Temitayo Ogunbiyi • The School of Mutants (Boris Raux, Hamedine Kane, Lou Mo, Stéphane Verlet Bottéro, Valérie Osouf) • Thùy-Hân Nguyễn-Chí • Tuấn Andrew Nguyễn • Uriel Orlow • Yuyan Wang • Zach Blas • Zuzanna Hertzberg

Der Kolonialismus wirkt in der Gegenwart fort, auch lange nachdem Menschen im Globalen Süden ihre politische Unabhängigkeit erreicht haben. Über 500 Jahre koloniales Denken und Handeln haben alle Bereiche des Lebens geprägt – in den Gesellschaften des Südens genauso wie in denen des Nordens.

Koloniale Gewalt, Faschismus und kapitalistischer Raubbau dauern an und neue Spielarten entstehen. Wissen, Denken und Handeln von kolonialen Mustern zu befreien, ist der Antrieb eines dekolonialen Prozesses, der dazu auffordert, Gelerntes zu verlernen und den eigenen Standpunkt immer wieder zu hinterfragen.

Kader Attia blickt auf mehr als zwei Jahrzehnte dekoloniales Engagement zurück. Als Künstler, Denker und Netzwerker hat er sich insbesondere mit dem Begriff der Reparatur, zunächst von Objekten und körperlichen Verletzungen und schließlich von individuellen und gesellschaftlichen Traumata, beschäftigt.

Die Reparatur hat sich dabei als eine Möglichkeit kulturellen Widerstands erwiesen, als eine Art der Handlungsmacht, die in unterschiedlichen Praktiken und Wissensformen Ausdruck findet.

Als Kurator der 12. Berlin Biennale macht Kader Attia diesen Ansatz zum Ausgangspunkt eines Programms, das Beitragende und Publikum in eine kritische Debatte involviert, um gemeinsam nach Wegen zu suchen, für das Jetzt Sorge zu tragen.

„Ich werde oft gefragt, was nach dem dekolonialen Denken kommt. Mir geht es allerdings weniger um das, was danach kommt, als vielmehr um die Tatsache, dass es sich dabei um einen fortlaufenden Austausch im Hier und Jetzt handelt, um eine Reihe von Akten der Reparatur, die sich in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft vollziehen.“ Kader Attia

Mit Ausstellungen, Interventionen und Veranstaltungen bespielt die 12. Berlin Biennale mehrere Orte in der Stadt und erstreckt sich als diskursiver Raum über verschiedene Bereiche der Wissensproduktion. Vom 11. Juni bis zum 18. September 2022 entwickelt sich ein vielstimmiges Programm, in dem Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen zusammenkommen. Sie kartografieren die Welt mit ihren Brüchen und Widersprüchen, entwerfen Gegenerzählungen zum kolonialen Narrativ und gestalten gemeinsam neue Formen der Handlungsmacht für die Zukunft.
Zusätzliche Informationen
Eintritt

Eintritt alle Ausstellungsorte: 18 €
Gruppen ab 10 Personen, pro Person: 16 €

Eintritt ermäßigt*: 9 €
Gruppen ermäßigt*: 7 €

Freier Eintritt an den Ausstellungsorten Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt und Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie

Die Eintrittskarten berechtigen zum einmaligen Besuch aller Ausstellungsorte der 12. Berlin Biennale inklusive der weiteren Ausstellungen im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin und besitzen Gültigkeit für die gesamte Laufzeit.

* Ermäßigung gilt für Schüler:innen, Studierende, Bundesfreiwillige, BBK-Mitglieder, Arbeitslose und Schwerbehinderte (mindestens 50 v. H. MdE) gegen Vorlage des Nachweises.

Freier Eintritt bis einschließlich 18 Jahre, für berlinpass-Inhaber:innen, Mitglieder der Freunde der KW und Berlin Biennale (KW Freunde e. V.) sowie an jedem ersten Sonntag im Monat.

Eintrittskarten sind in den KW Institute for Contemporary Art, in der Akademie der Künste, Pariser Platz, im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin und online erhältlich. Tickets für den Museumssonntag sind nur online unter shop.museumssonntag.berlin buchbar.


Öffnungszeiten

Akademie der Künste, Hanseatenweg
Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Mi–Mo 11–19 Uhr, Di geschlossen
Rollstuhlgerecht

Akademie der Künste, Pariser Platz
Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Mi–Mo 11–19 Uhr, Di geschlossen
Rollstuhlgerecht

Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt
Wilhelmstraße 92, 10117 Berlin
Kann jederzeit besichtigt werden (Schaufenster)
Rollstuhlgerecht

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Invalidenstraße 50–51, 10557 Berlin
Di–Fr 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, Sa–So 11–18 Uhr, Mo geschlossen
Bedingt rollstuhlgerecht

KW Institute for Contemporary Art
Auguststraße 69, 10117 Berlin
Mi–Mo 11–19 Uhr, Di geschlossen
Bedingt rollstuhlgerecht

Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Ruschestraße 103, Haus 7 und 22, 10365 Berlin
Mi–Mo 11–18 Uhr, Di geschlossen
Bedingt rollstuhlgerecht