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Schrotkugelturm in der Viktoriastadt
Kaskelkiez in Lichtenberg visitBerlin, Foto: Arthur F. Selbach

Die Lichtenberger Kunst-Szene

Kreativ, abseits von Berlin Mitte

Künstler zieht es nach Lichtenberg – und das nicht erst seit Neuestem. Schon Ludwig Mies van der Rohe wirkte in dem Bezirk und entwarf das Haus Lemke am Obersee. Heute werden in dem Gebäude Ausstellungen moderner Künstler präsentiert. Galerien und private Sammlungen sind zwischen Spree und Falkenberg genauso zu Hause wie alternative Lebenskonzepte und Künstler.

Das Mies van der Rohe Haus

Mies van der Rohe-Haus
Bezirksamt Lichtenberg

Das Haus Lemke (auch Landhaus Lemke oder Mies van der Rohe Haus) an der Oberseestraße 60 im Berliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen ist das letzte von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Wohnhaus in Deutschland vor seiner Emigration 1938 in die USA. Es entstand im Bauhaus-Stil Anfang der 1930er Jahre unter dem Namen Villa Lemke. Heute dient das Haus als Ausstellungspavillon für Moderne Kunst und ist Anziehungspunkt für Liebhaber der Architektur Mies van der Rohes.

Das 1932 von Mies van der Rohe entworfene Haus Lemke ist beeindruckendes Beispiel der Bauhaus-Architektur. Heute ist das Haus ein international bekanntes Architekturdenkmal und Ausstellungsgebäude für Moderne Kunst.

Galerien in Lichtenberg

In keinem anderen Berliner Bezirk gibt es so viele kommunalen Galerien wie in Lichtenberg. Zu ihnen gehören neben dem Mies van der Rohe Haus die Galerie im Kulturhaus Karlshorst, die rk-Galerie für zeitgenössische Kunst im Ratskeller, die Galerie 100 und das studio im HOCHHAUS.

Viele kleine freie Galerien haben sich im Lichtenberger Kaskelkiez angesiedelt. After the butcher nutzt die Räume einer ehemaligen Fleischerei für zeitgenössische Kunst und soziale Fragen. Zeitgenössische Textilkunst stellt die Galerie in der Viktoriastadt aus. Auch rund um den Kiez widmen sich Künstler und Sammler in freien Galerien und Projekträumen der Malerei, Fotografie oder Installation, so im Studio Bildende Kunst oder in der GISELA – Freier Kunstraum Lichtenberg.

Alternative Kunst an geschichtsträchtigen Orten

Lichtenberg
visitBerlin, Foto:Wolfgang Scholvien

Lichtenberg bietet nicht nur viel Platz, um Kunst zu zeigen. Hier wird auch Kunst gemacht! Ein ehemaliges Bahnbetriebswerk, eine Margarinefabrik  aus dem Jahr 1909 oder ehemalige Sperrgebiete aus DDR-Zeiten – geschichtsträchtige Orte werden von Künstlern neu genutzt.
In der Kaskelstraße am S-Bahnhof Nöldnerplatz sind die BLO-Ateliers beheimatet. Seit 2003 arbeiten Künstler und Kunsthandwerker auf dem ehemaligen Bahnbetriebswerk. Zum jährlichen Tag der offenen Tür, zu den regelmäßigen Konzerten und Ausstellungen können Sie das Gelände besuchen.
Noch ein bisschen versteckter liegen die Studios des Heikonauten. Designer, Fotografen, Künstler und Autoren arbeiten hier seit 2005. In der Herzbergstraße – ein Zentrum der Lichtenberger Industriegeschichte – finden Sie die Fahrbereitschaft / Sammlung Haubrok. Was 1901 als Spiritusfabrik begann, zwischenzeitlich die Fahrbereitschaft des Ministerrates der DDR war, ist heute eine Werkstatt für Künstler und Kreative auf 18.000 Quadratmetern. Dabei wurden die historischen Bauten charmant saniert mit einer Tankstelle aus den 50er Jahren, einen altem Kasino mit Bar und einer Kegelbahn.

Lichtenberg
visitBerlin, Foto:Wolfgang Scholvien

Auch ein ehemaliges Margarinewerk von 1909, das "Margarinewerk Berolina", ist heute die Heimat der Kunstfabrik HB55, "Zentrum für künstlerische und kunstgewerbliche Werkstätten".
In einer alten Fabrik in Berlin-Lichtenberg befindet sich die „Alte Gießerei Berlin e. V.“ mit einem vielseitigen Kunst- und Kulturangebot, das regelmäßige Ausstellungen, Workshops, Lesungen, Screenings und Gesprächsrunden veranstaltet.

Und sogar im ehemaligen Sperrgebiet der Staatssicherheit in Hohenschönhausen sind mittlerweile die Künstler beheimatet. Einst ließ das Ministerium für Staatssicherheit in dem Gebäude Spionagegeräte entwickeln und produzieren, heute gestalten und wirken in rund 270 Ateliers die Künstler des ID Studios, die Intelligence Department Studios.
Gleich gegenüber befindet sich die Villa HEIKE, in dem ehemaligen geheimen NS-Archiv der Stasi finden temporäre Kunstprojekte statt.

Die Jugendkunstschule in der Demminer Straße bietet in Kursen und Workshops die Möglichkeit, Kunst selbst zu gestalten und veranstaltet  auch Ausstellungen und andere Events.

Kunstevent in Lichtenberg: Lange Nacht der Bilder

Einmal im Jahr, üblicherweise Anfang September, lädt Lichtenberg Sie zur Langen Nacht der Bilder ein. Dann öffnen zahlreiche Künstler ihre Ateliers und gewähren einen Einblick in ihre Arbeit.

Mehr über Berlins Kieze verrät Ihnen unsere Berlin-App Going Local.