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Das Berliner Zuckermuseum

Eine Welt aus Zucker

Um den Zucker in allen Details geht es im Berliner Zucker-Museum. Infos zu Geschichte und Biochemie sind interaktiv und anschaulich aufbereitet.

Das Deutsche Technikmuseum besitzt seit 2015 eine neue Dauerausstellung: „ Alles Zucker! Nahrung – Werkstoff – Energie“. Dabei geht es um den Zucker in der Natur, Technik, Landwirtschaft und Kulturgeschichte. Sie erfahren, was Luftballons, Plastiktüten und eine mächtige Krabbe mit Zucker zu tun haben. Auch der gesamte Prozess vom Anbau bis zum fertigen Zucker in der Tüte ist anschaulich aufbereitet. Lithografien und Bilder erzählen von den Zeiten großer Zuckerrohrplantagen in Übersee.

Zucker – vom Lebensbaustoff zum Kunststoff

Das Zucker-Museum gibt es schon seit 1904. Allerdings ist es lange nur Fachbesuchern vorbehalten, zeitweise ist es Teil der Technischen Universität Berlin. 1988 wird daraus ein Landesmuseum. 2012 zieht die Sammlung (vorher im Institut für Lebensmitteltechnologie) ins Deutsche Technikmuseum. Neu gestaltet, eröffnet die Ausstellung 2015. Wer die Museumsräume betritt, ist nicht selten überrascht: Die erwarteten Zuckerstückchen sind zunächst nirgends zu sehen. Stattdessen eine Japanische Riesenkrabbe, ein Ballen Zellulose, ein Luftballon, Pappbecher, Plastiktaschen und viele bekannte Alltagsgegenstände. Präsentiert in sechseckigen hohen Glaszylindern oder kreisrunden Bullaugenvitrinen. Auch eine mächtige Baumscheibe gibt Rätsel auf. Das Ausstellungskonzept wirkt. Die Neugier ist sofort da. Nach und nach wird aufgeklärt, inwiefern unsere Welt zu einem großen Teil aus Zucker besteht. Pflanzen speichern darin die Energie der Sonne. Der Chitinpanzer der Krabbe besteht aus Zucker. Das Polymer ist auch die Basis für moderne Materialien wie Kunststoffe. Und – ohne Zucker kein Alkohol. An einer historischen Destillationsapparatur erfahren Sie warum. Die ganze Ausstellung ist gut in das Technikmuseum integriert. Sie wirkt modern und anschaulich, setzt zudem auf Interaktivität und Entdeckersinn. In einer riesigen beleuchteten Glasvitrine stehen historische Zuckerdosen und Zuckerschalen. Zeugen einer mondänen Alltagskultur in edlen Salons.

An Schautafeln und Displays ist die Geschichte des Zuckers dargestellt. Eine historische Zuckerrohrmühle zeigt, wie damals der Zucker aus der Pflanze gepresst wird. Zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert entstehen in Städten wie Antwerpen, Hamburg und London große europäische Handels- und Raffineriezentren. Dreimaster transportieren die süße, braune Masse in Fässern über den Atlantik. Ein Schiffsmodell erinnert an diese Ära. Ebenso die vielen Bilder und Lithografien, wie das Motiv einer Ankunft der ersten Zuckerladung in Antwerpen. 1749 entdeckt der Berliner Chemiker Andreas Sigismund Marggraf den Rübenzucker. Eine Steilvorlage für Franz Carl Achard, dem Direktor der Königlich-Preußischen Akademie. Er züchtet bis 1783 an der Zuckerrübe in Berlin und macht den Zucker zum Volksnahrungsmittel. Ein Modell zeigt Achards Rübenzuckerfabrik.

Highlights im Zucker-Museum

  • Japanische Riesenkrabbe mit Chitinpanzer aus einer Zuckerverbindung
  • bolivianische Drei-Walzen-Zuckerrohrmühle aus Holz (um 1700)
  • Lithografie „Les Colonies de la France“ (19. Jahrhundert)
  • irdene Zuckerhutform mit Siruppotten, frühes 19. Jahrhundert
  • schwedischer Zuckerkasten aus Ulmenholz, spätes 18. Jahrhundert

Rosinenbomber, Dampfwagen und ein Kulturzentrum im alten Kühlhaus

Bleiben Sie am besten gleich im Technikmuseum: Seit 1983 präsentiert es als eines der größten technischen Museen Europas historische Flugzeuge, Schiffe und Dampfloks. Gleich über dem Eingang hängt monumental der berühmte Rosinenbomber vom Typ Douglas C-47 B Skytrain. Eisenbahnliebhaber bekommen eine ganze Reihe alter Schienenfahrzeuge zu sehen, wie den Salonwagen Kaiser Wilhelms II. Nur 200 Meter weiter entsteht in einem siebenstöckigen Klinkerbau als Teil des Berliner Industrieerbes ein neuer Berliner (Industrie)Kulturstandort – das Kühlhaus. Ab 1901 lagern hier Firmen ihre Lebensmittel ein. Schritt für Schritt wird das Haus neu erschlossen. Sanierung und Umbau sind im Gange. Nach und nach wird das ehemalige Kühlhaus II mit mehr Ausstellungen, Konzerten, Theater und Tanzveranstaltungen bespielt.

Infos zum Zucker-Museum

Sie erreichen das Museum bequem mit der U-Bahn der Linie U2 bis Station Gleisdreieck. Von dort sind es 200 Meter bis zum Technikmuseum. Ein separates Ticket für das Zucker-Museum gibt es nicht. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kommen ab 15 Uhr umsonst in das Museum. Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt kostenlos. Mit der Berlin WelcomeCard bekommen Sie 38% Rabatt auf Ihren Eintritt.

 

Öffnungszeiten

Dienstag 9:00 – 17:00
Mittwoch 9:00 – 17:00
Donnerstag 9:00 – 17:00
Freitag 9:00 – 17:00
Samstag 10:00 – 18:00
Sonntag 10:00 – 18:00

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