Julia ist bereit, das ihr auferlegte Gesetz zu brechen und lässt ihren geliebten Licinius an den Ort, wo sie nachts ein Feuer bewachen muss. Die Vestalin, Priesterin der Göttin Vesta, widersetzt sich dem „heiligen Gesetz“ und dem Hohepriester als dessen Hüter.
Julia folgt ihrer Liebe und damit der Natur des Menschen. Für die Oberste Vestalin hingegen ist die Liebe „ein barbarisches Monster“ und Feindin der Göttin Vesta, deren unaufhörlich brennende Flamme die keusch lebenden Vestalinnen zu schützen haben.
La Vestale bescherte Gaspare Spontini 1807 im napoleonischen Paris den bis dahin größten Erfolg. Von 1820 bis 1841 leitete er als Preußischer Generalmusikdirektor die Königliche Oper in Berlin. Mit ihren groß dimensionierten Szenen wurde La Vestale eine der erfolgreichsten Opern des 19. Jahrhunderts. Die komplexen Chorstimmen, instrumentalen Effekte und Ballettmusiken prägten Komponisten wie Richard Wagner und Hector Berlioz. In ihrer Inszenierung spürt Lydia Steier, die hier zuletzt Les Contes d’Hoffmann auf die Bühne brachte, den schonungslosen Mechanismen eines autokratischen Regimes nach.
Zusätzliche Informationen
Tragédie lyrique in drei Akten (1807)
- Musik von Gaspare Spontini
- Text von Victor-Joseph Étienne de Jouy
Sprache: In französischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Premiere: 26. September 2026
Teilnehmende Künstler:innen
Gaspare Spontini (Komponist/in)
Victor-Joseph Étienne de Jouy (Autor/in)