Architekturführung
Die farbenfrohe Siedlung enstand 1926-31 in insgesamt sieben Bauabschnitten. Sie wurde maßgeblich durch den Architekten Bruno Taut geplant, der auf dessen Entwürfe auch gleich vier der sechs SIedlungen zurückgehen, die bereits 2008 gemeinsam zum Welterbe erklärten wurden.
Das etwa 41 Hektar Areal im gut-bürgerlichen Zehlendorf umfasst insgesamt über 800 Reihenhäuser mit Gärten und rund 1900 Wohnungen in Blocks mit je drei Wohngeschossen und einem halbhohen Trockenboden. Sie entspricht damit in ihrer Größe etwa der Britzer Hufeisensiedlung, von der einige auch. einige Prinzipien, Grundrisse und Bauteile übernommen und weiterentwickelt wurden.
Als Chefarchitekt der GEHAG entwarf Taut sowohl den Masterplan des gesamten Areals, als auch einen Großteil der Bauten. Neben Taut waren die beiden Architekten Otto-Rudolf Salvisberg und Hugo Häring am Entwurf beteiligt. Sie planten je eine Parzelle mit Reihenhäusern in den Bauabschnitten I und II. Für die Gestaltung der Frei- und Gartenräume war der Gartenarchitekt Leberecht Migge engagiert.
Schnell bekam die sehr virtuos farblich gestaltete und geschickt in eine waldreiche Umgebung integrierte Anlage den Namen "Papageiensiedlung". Diese Bezeichnung war zwar einst als Schmähbegriff gedacht, wird aber heute auch selbstbewusst von den Bewohnenden selbst benutzt. Rasch fand sie auch Eingang in den hoch ideologisch aufgeladenen "Zehlendorfer Dächerstreit", der entlang der Straße "Am Fischtal seinen sichtbaren Niederschlag fand.
Ein weiterer Name leitet sich aus der Nähe zum U-Bahnhof "Onkel Toms Hütte" ab, wo wir unsere Tour starten werden. Geschickt integrierte Otto Rudolf Salvisberg hier die Gestaltung zweier parallel zum Gleisbett geführten Ladenzeilen. Diese Kombination aus Verkehrsanbindung und Nahversorgung ist auch gleich eine der drei Besonderheiten, auf die man bei der Begründung des Erweiterungsvorschlags zu recht abhob ...
Unsere Tour am Sa, den 1.3.2026 dauert knapp zweieinhalb Stunden und startet um 11:00 Uhr am westlichen Ausgang des Bahnhofs an der Onkel-Tom-Straße.
- Die Tour kostet 15 € (ermäßigt 12 €) pro Person, zahlbar vor Ort in Bar.
- Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.
- Eine Anmeldung ist erforderlich unter: tours@buschfeld.com
Zusätzliche Informationen
Weitere Führungsangebote desselben Anbieters folgen im September im Rahmen des Festivals der Industriekultur.
Informationen zur Barrierefreiheit
Die Tour umfasst einen längeren, halbwegs zügigen Spaziergang, ist prinzipiell aber auch für Rollstühle geeignet.
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