Vortrag und Gespräch
Berlin ist eine Stadt, die von Brüchen geprägt ist:
dem Bruch von 1933,
dem Bruch von 1945,
dem Bruch von 1961,
dem Bruch von 1989.
Eine Stadt, die immer wieder aus Unterbrechungen heraus neu aufgebaut wurde.
Ein Ort, an dem Straßen umbenannt, Karten neu gezeichnet, Grenzen gelöscht und neu gezogen und Identitäten neu geordnet werden.
Wo Menschen nicht nur aus anderen Ländern, sondern aus allen Teilen Deutschlands ankommen: mit ihrer Kindheit, ihren Dialekten, ihrem Schweigen und ihren Geschichten, die nicht so recht in den Mythos eines ständig „neuen” Berlins passen.
Und doch flüstert die Stadt:
„Hier gibt es keine Vergangenheit.”
Eine Stadt der Neuerfindung,
aber auch eine Stadt, in der die Vergangenheit direkt unter der Oberfläche liegt:
in der Architektur, in der Demografie, in den unausgesprochenen Spannungen,
in den Generationen, die nach innen oder außen migrierten, auf der Suche nach einem anderen Leben.
Diese Veranstaltung bringt vier Autor*innen zusammen, deren Werke diese Schichten wieder zum Vorschein bringen.
Ioana Cristina Casapu, Larg Jongblod, Tom Bresemann und Anastasia Patsouri eröffnen ein Gespräch über die Vergangenheit, die Menschen erben, selbst wenn sie innerhalb ihres eigenen Landes migrieren, die Vergangenheit, mit der sie konfrontiert werden, wenn sie Außengrenzen überschreiten, die Vergangenheit, die Berlin sowohl schützt als auch sich weigert, sich zu stellen, die Vergangenheit, die zurückkehrt, wenn Fremde sich auf einer Seite begegnen und sich wiedererkennen.
Berlin wird zum Treffpunkt:
einem Kreuzungspunkt von verschobenen Biografien, verlorenen Sprachen, Familientraumata, neuen Freiheiten und langen Schatten.
Diese Veranstaltung ist eine Einladung, diese Stadt nicht als leeren Neuanfang zu betrachten, sondern als ein Palimpsest, das vor Erinnerungen nur so vibriert.
„There Is No Past in Berlin” ist ein literarisches Pilotprojekt, das von Ioana Cristina Casapu und Lars Jongeblod ins Leben gerufen wurde. Es schafft einen wiederkehrenden Raum, in dem sich Autor*innen treffen und über die vielen Facetten des Lebens und Schreibens in Berlin austauschen können. Jede Ausgabe lädt eine wechselnde Konstellation von Schriftsteller*innen ein, die unterschiedliche Biografien, Sprachen, Generationen und Erfahrungsformen in das Gespräch einbringen. Anstatt festen Moderationsrollen oder hierarchischen Formaten zu folgen, ist das Projekt als offener Austausch konzipiert, der einen organischen Dialog zwischen den Teilnehmer*innen, den Texten und dem Publikum ermöglicht.
Ioana Cristina Casapu (geb. in Rumänien) ist eine in Berlin lebende Autorin, deren Werke in über 30 Anthologien und Zeitschriften in englischer und rumänischer Sprache erschienen sind. Ihr Debüt gab sie 2016 mit dem Roman Deviații de Stereo (Casa de Pariuri Literare, Bukarest), der 2019 unter dem Titel Heart Beats: A Memoir of The Millennial Generation on Social Media veröffentlicht wurde. Ihre Texte beschäftigen sich mit Migration, Feminismus, sozialen Brüchen, Einsamkeit in europäischen Metropolen und globaler Kultur und wurden unter anderem in DAZED, Thought Catalog, Goethe-Institut, Berlin Art Parasites, DILEMA und Stadtsprachen Magazin veröffentlicht. 2024 gründete sie FLINTA* Literatur, Berlins Plattform für FLINTA*-Autor*innen mit Migrations- oder Vertreibungshintergrund. Ihr neuestes Buch, Berliner Tagebuch. Die Geschichte meiner inneren Mauer (übersetzt aus dem Rumänischen von Gundel Große) erschien im September 2025.
Lars Jongeblod ist Dichter und Literatur- und Kulturveranstalter in Berlin. Seine Texte wurden zu Liedern adaptiert und begleiteten Fotoserien und Performances auf Straßen, in Werkstätten, Ateliers, Parks und Schulen. Sein Roman „Über die Zäune“, der mit dem Raniser-Debütpreis ausgezeichnet wurde, erschien 2017. Er ist Stipendiat für deutschsprachige Literatur (2021) der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Berlin. Sein Gedicht „Wasser“ wurde gemeinsam zu einem Poesiefilm adaptiert (Koproduktion Berlin/Deutschland – Quito/Ecuador) und auf internationalen Literatur- und Filmfestivals gezeigt, darunter dem ZEBRA Poetry Film Festival in Berlin (2025).
Tom Bresemann wurde 1978 in Berlin geboren, wo er schreibt, veröffentlicht, lebt und Veranstaltungen organisiert. Seit 2004 veröffentlichte er verschiedene Texte in Zeitschriften und Anthologien sowie mehrere Gedichtbände und Prosawerke. Seine Texte wurden ins Englische, Italienische, Schwedische, Griechische, Spanische und Hebräische übersetzt. Seine Gedichte gelten als politisch – Kritiker bezeichnen sie als „rebellisch“. Kritiker schrieben: „Seine Gedichte sind Guerilla-Poesie, poetische Street-Art. Ein hässlicher Fleck, der sich als Spiegel entpuppt.” Er arbeitet oft konzeptuell mit Sprachmaterial außerhalb der Literatur und Poesie. Die Gedichte konfrontieren die Leser stark und oft auf eskalierende Weise und zwingen sie, zu den darin diskutierten Themen und Materialien Stellung zu beziehen. Er betrachtet politische Poesie eher als Instrument für eine offene Diskussion denn als Mittel zur einfachen Einigung. 2006 gründete er zusammen mit Moritz Malsch und Katharina Deloglu Lettrétage. Er organisierte mehrere Lesereihen und internationale Konferenzen. Er ist Co-Direktor von Lettrétage. Er war künstlerischer Leiter des SOUNDOUT! Festivals für neue Formen der Literaturpräsentation. Er ist einer der Initiatoren des internationalen CROWD-Netzwerks.
Anastasia Patsouri alias Anar Sea ist eine in Berlin lebende Dichterin, Performerin, Ökonomin und Forscherin aus Athen. Nach ihrem Abschluss am Athens College studierte Anastasia Wirtschaftswissenschaften an der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen, wo sie auch einen Master-Abschluss in Interdisziplinärem Krisenmanagement erwarb. Heute ist sie Doktorandin im Bereich Unternehmertum, Innovation und Nachhaltigkeit an der Technischen Universität Berlin und der Panteion-Universität Athen. Sie hat im Bereich der internationalen Diplomatie in Wien gearbeitet und war als Führungskraft in verschiedenen Start-ups in Berlin tätig. Ihre poetische Reise begann mit der Sammlung En Kinisei, gefolgt von The Visionaries und zuletzt Oneiropoloi, durch die sie sich in der zeitgenössischen griechischen und englischen Poesie einen Namen gemacht hat.
Ihre Arbeit zeichnet sich durch prägnante, sinnliche und kraftvolle Verse aus, die Themen wie erotische Liebe, Selbstermächtigung, Leidenschaft, Natur, Freiheit, Mythologie, Philosophie und Politik miteinander verweben. Durch evokative Bilder und rhythmische Sprache verwandelt Anastasia alltägliche Begegnungen und Themen in poetische Erkundungen von Zärtlichkeit, Selbstfindung oder Kritik. Sie lädt die Lesenden in eine Welt ein, in der Emotionen, Landschaften und Mythen zusammenfließen, um die Poesie als Weg zu Erkenntnis und innerer Revolution zu feiern. In Berlin ist Anastasia Mitbegründerin von Pleiades, einem Poesie-Kollektiv, das Poesieveranstaltungen, Workshops und Aufführungen kuratiert und organisiert. Außerdem ist sie als Performerin auf verschiedenen Bühnen in Berlin und Athen aktiv, wo sie Poesie fördert und vorträgt. Anastasia arbeitet auch mit Musikproduzenten in Berlin und Athen zusammen, um ihre Gedichte in Musik zu verwandeln. Dabei sind zwei Alben sowie unabhängige Singles entstanden.
dem Bruch von 1945,
dem Bruch von 1961,
dem Bruch von 1989.
Eine Stadt, die immer wieder aus Unterbrechungen heraus neu aufgebaut wurde.
Ein Ort, an dem Straßen umbenannt, Karten neu gezeichnet, Grenzen gelöscht und neu gezogen und Identitäten neu geordnet werden.
Wo Menschen nicht nur aus anderen Ländern, sondern aus allen Teilen Deutschlands ankommen: mit ihrer Kindheit, ihren Dialekten, ihrem Schweigen und ihren Geschichten, die nicht so recht in den Mythos eines ständig „neuen” Berlins passen.
Und doch flüstert die Stadt:
„Hier gibt es keine Vergangenheit.”
Eine Stadt der Neuerfindung,
aber auch eine Stadt, in der die Vergangenheit direkt unter der Oberfläche liegt:
in der Architektur, in der Demografie, in den unausgesprochenen Spannungen,
in den Generationen, die nach innen oder außen migrierten, auf der Suche nach einem anderen Leben.
Diese Veranstaltung bringt vier Autor*innen zusammen, deren Werke diese Schichten wieder zum Vorschein bringen.
Ioana Cristina Casapu, Larg Jongblod, Tom Bresemann und Anastasia Patsouri eröffnen ein Gespräch über die Vergangenheit, die Menschen erben, selbst wenn sie innerhalb ihres eigenen Landes migrieren, die Vergangenheit, mit der sie konfrontiert werden, wenn sie Außengrenzen überschreiten, die Vergangenheit, die Berlin sowohl schützt als auch sich weigert, sich zu stellen, die Vergangenheit, die zurückkehrt, wenn Fremde sich auf einer Seite begegnen und sich wiedererkennen.
Berlin wird zum Treffpunkt:
einem Kreuzungspunkt von verschobenen Biografien, verlorenen Sprachen, Familientraumata, neuen Freiheiten und langen Schatten.
Diese Veranstaltung ist eine Einladung, diese Stadt nicht als leeren Neuanfang zu betrachten, sondern als ein Palimpsest, das vor Erinnerungen nur so vibriert.
„There Is No Past in Berlin” ist ein literarisches Pilotprojekt, das von Ioana Cristina Casapu und Lars Jongeblod ins Leben gerufen wurde. Es schafft einen wiederkehrenden Raum, in dem sich Autor*innen treffen und über die vielen Facetten des Lebens und Schreibens in Berlin austauschen können. Jede Ausgabe lädt eine wechselnde Konstellation von Schriftsteller*innen ein, die unterschiedliche Biografien, Sprachen, Generationen und Erfahrungsformen in das Gespräch einbringen. Anstatt festen Moderationsrollen oder hierarchischen Formaten zu folgen, ist das Projekt als offener Austausch konzipiert, der einen organischen Dialog zwischen den Teilnehmer*innen, den Texten und dem Publikum ermöglicht.
Ioana Cristina Casapu (geb. in Rumänien) ist eine in Berlin lebende Autorin, deren Werke in über 30 Anthologien und Zeitschriften in englischer und rumänischer Sprache erschienen sind. Ihr Debüt gab sie 2016 mit dem Roman Deviații de Stereo (Casa de Pariuri Literare, Bukarest), der 2019 unter dem Titel Heart Beats: A Memoir of The Millennial Generation on Social Media veröffentlicht wurde. Ihre Texte beschäftigen sich mit Migration, Feminismus, sozialen Brüchen, Einsamkeit in europäischen Metropolen und globaler Kultur und wurden unter anderem in DAZED, Thought Catalog, Goethe-Institut, Berlin Art Parasites, DILEMA und Stadtsprachen Magazin veröffentlicht. 2024 gründete sie FLINTA* Literatur, Berlins Plattform für FLINTA*-Autor*innen mit Migrations- oder Vertreibungshintergrund. Ihr neuestes Buch, Berliner Tagebuch. Die Geschichte meiner inneren Mauer (übersetzt aus dem Rumänischen von Gundel Große) erschien im September 2025.
Lars Jongeblod ist Dichter und Literatur- und Kulturveranstalter in Berlin. Seine Texte wurden zu Liedern adaptiert und begleiteten Fotoserien und Performances auf Straßen, in Werkstätten, Ateliers, Parks und Schulen. Sein Roman „Über die Zäune“, der mit dem Raniser-Debütpreis ausgezeichnet wurde, erschien 2017. Er ist Stipendiat für deutschsprachige Literatur (2021) der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Berlin. Sein Gedicht „Wasser“ wurde gemeinsam zu einem Poesiefilm adaptiert (Koproduktion Berlin/Deutschland – Quito/Ecuador) und auf internationalen Literatur- und Filmfestivals gezeigt, darunter dem ZEBRA Poetry Film Festival in Berlin (2025).
Tom Bresemann wurde 1978 in Berlin geboren, wo er schreibt, veröffentlicht, lebt und Veranstaltungen organisiert. Seit 2004 veröffentlichte er verschiedene Texte in Zeitschriften und Anthologien sowie mehrere Gedichtbände und Prosawerke. Seine Texte wurden ins Englische, Italienische, Schwedische, Griechische, Spanische und Hebräische übersetzt. Seine Gedichte gelten als politisch – Kritiker bezeichnen sie als „rebellisch“. Kritiker schrieben: „Seine Gedichte sind Guerilla-Poesie, poetische Street-Art. Ein hässlicher Fleck, der sich als Spiegel entpuppt.” Er arbeitet oft konzeptuell mit Sprachmaterial außerhalb der Literatur und Poesie. Die Gedichte konfrontieren die Leser stark und oft auf eskalierende Weise und zwingen sie, zu den darin diskutierten Themen und Materialien Stellung zu beziehen. Er betrachtet politische Poesie eher als Instrument für eine offene Diskussion denn als Mittel zur einfachen Einigung. 2006 gründete er zusammen mit Moritz Malsch und Katharina Deloglu Lettrétage. Er organisierte mehrere Lesereihen und internationale Konferenzen. Er ist Co-Direktor von Lettrétage. Er war künstlerischer Leiter des SOUNDOUT! Festivals für neue Formen der Literaturpräsentation. Er ist einer der Initiatoren des internationalen CROWD-Netzwerks.
Anastasia Patsouri alias Anar Sea ist eine in Berlin lebende Dichterin, Performerin, Ökonomin und Forscherin aus Athen. Nach ihrem Abschluss am Athens College studierte Anastasia Wirtschaftswissenschaften an der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen, wo sie auch einen Master-Abschluss in Interdisziplinärem Krisenmanagement erwarb. Heute ist sie Doktorandin im Bereich Unternehmertum, Innovation und Nachhaltigkeit an der Technischen Universität Berlin und der Panteion-Universität Athen. Sie hat im Bereich der internationalen Diplomatie in Wien gearbeitet und war als Führungskraft in verschiedenen Start-ups in Berlin tätig. Ihre poetische Reise begann mit der Sammlung En Kinisei, gefolgt von The Visionaries und zuletzt Oneiropoloi, durch die sie sich in der zeitgenössischen griechischen und englischen Poesie einen Namen gemacht hat.
Ihre Arbeit zeichnet sich durch prägnante, sinnliche und kraftvolle Verse aus, die Themen wie erotische Liebe, Selbstermächtigung, Leidenschaft, Natur, Freiheit, Mythologie, Philosophie und Politik miteinander verweben. Durch evokative Bilder und rhythmische Sprache verwandelt Anastasia alltägliche Begegnungen und Themen in poetische Erkundungen von Zärtlichkeit, Selbstfindung oder Kritik. Sie lädt die Lesenden in eine Welt ein, in der Emotionen, Landschaften und Mythen zusammenfließen, um die Poesie als Weg zu Erkenntnis und innerer Revolution zu feiern. In Berlin ist Anastasia Mitbegründerin von Pleiades, einem Poesie-Kollektiv, das Poesieveranstaltungen, Workshops und Aufführungen kuratiert und organisiert. Außerdem ist sie als Performerin auf verschiedenen Bühnen in Berlin und Athen aktiv, wo sie Poesie fördert und vorträgt. Anastasia arbeitet auch mit Musikproduzenten in Berlin und Athen zusammen, um ihre Gedichte in Musik zu verwandeln. Dabei sind zwei Alben sowie unabhängige Singles entstanden.
Termine
Februar 2026
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
1
| ||||||
2
|
3
|
4
|
5
|
6
|
7
|
8
|
9
|
10
|
11
|
12
|
13
|
14
|
15
|
16
|
17
|
18
|
19
|
20
|
21
|
22
|
23
|
24
|
25
|
26
|
27
|
28
|