In der Werkreihe Pechblende entstehen Bilder ohne Kamera oder äußere Lichtquelle: Radioaktive Stoffe wirken direkt auf fotografischen Film ein. Ebenso richtet Kriemann den Blick auf Rückstände der Schwerindustrie, die unbemerkt in unseren Alltag eingegangen sind—Schlacke etwa, die als Füllmaterial in Berliner Gründerzeithäusern verbaut wurde, darunter auch in ihrem eigenen Atelier. Landschaft und Architektur treten so in einen Dialog über die materiellen Nachwirkungen industrieller Ausbeutung.
Die Ausstellung zeigt Kriemanns erweitertes Verständnis von Fotografie, das Material und Prozesse gleichermaßen einbezieht. Sie fragt, wie sich solche verborgenen Wirkungen wahrnehmen lassen und welches Wissen aus der Aufmerksamkeit für dieses Erbe entstehen kann.
- Die Arbeit wird gemeinsam mit Stelios Kallinikou . Cliffs Among Dreams als Doppelausstellung im Rahmen des After Nature . Ulrike Crespo Photography Prize 26 erstmals bei C/O Berlin präsentiert.