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Philharmonia Orchestra London

Zum 25. Todestag von Giuseppe Sinopoli kehrt das Philharmonia Orchestra London nach langer Zeit nach Berlin zurück – in die Stadt, die eng mit dem Wirken des italienischen Dirigenten und Komponisten verbunden ist. Als Principal Conductor prägte Sinopoli das Orchester von 1984 bis 1994 entscheidend und hinterließ eine bis heute nachwirkende künstlerische Handschrift.

Unter der Leitung von Robin Ticciati widmet das Philharmonia Orchestra seinem früheren Chefdirigenten einen besonderen Konzertabend. Auf Richard Wagners klanggewaltiges Vorspiel und Liebestod aus Tristan und Isolde folgt mit Pour un Livre à Venise ein selten aufgeführtes Schlüsselwerk Sinopolis – eine poetische Klangreflexion über Erinnerung, Geschichte und Identität. Den Abschluss bildet Antonín Dvořáks farbenreiche 8. Symphonie, deren melodischer Reichtum und lebensbejahende Kraft einen eindrucksvollen Kontrast zur modernen Klangsprache Sinopolis bilden.

Dieses Konzert ist weit mehr als eine Hommage: Es würdigt Giuseppe Sinopoli als außergewöhnlichen Dirigenten, Komponisten und europäischen Intellektuellen und lädt dazu ein, sein vielschichtiges musikalisches Vermächtnis neu zu entdecken.

Der Aufführungsort Berlin verleiht diesem Konzert eine besondere symbolische Bedeutung. Nach dem Fall der Berliner Mauer begann für Giuseppe Sinopoli ein prägendes Kapitel seines künstlerischen Wirkens in Deutschland. Als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden (1992–2001) gestaltete er das Musikleben des wiedervereinigten Landes entscheidend mit. Sein Leben fand schließlich in Berlin ein tragisches Ende: Am 20. April 2001 verstarb er während einer Aufführung von Verdis Aida an der Deutschen Oper Berlin. Kurz zuvor hatte er als erster italienischer Dirigent den vollständigen Ring des Nibelungen bei den Bayreuther Festspielen geleitet und damit Musikgeschichte geschrieben.

So ist dieser Konzertabend weit mehr als eine Erinnerung an einen bedeutenden Künstler. Er würdigt Giuseppe Sinopoli als visionären Dirigenten, eigenständigen Komponisten und außergewöhnlichen europäischen Intellektuellen, der Brücken zwischen Musik, Geschichte und Kultur schlug. Fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod lebt sein Vermächtnis in seinen Werken, seinen Interpretationen und seinem unermüdlichen Streben nach künstlerischer und geistiger Tiefe fort.

Besetzung

  • Philharmonia Orchestra London
  • Robin Ticciati, Dirigent

Programm

Richard Wagner

Tristan und Isolde: Vorspiel

Giuseppe Sinopoli

Pour un Livre à Venise

Pause

Antonín Dvořák

Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88

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