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Richard Strauss (1864 – 1949)

Als „Salomé“ von Oscar Wilde 1896 in Paris zum ersten Mal auf die Bühne kam, verbüßte der Autor in London eine Zuchthausstrafe wegen „grober Unsittlichkeit“. In Großbritannien und auch in den deutschsprachigen Ländern waren nur Privataufführungen des skandalumwitterten Stücks möglich.

Catherine Naglestad, Michael Volle
Catherine Naglestad, Michael Volle © 2016 Monika Rittershaus

Eine solche besuchte Richard Strauss 1902 in Max Reinhardts „Kleinem Theater“ in Berlin. Ein Jahr später entschied er sich dazu, Wildes Text zur Grundlage eines Operneinakters zu machen. Die Uraufführung der SALOME 1905 in Dresden war ein durchschlagender Erfolg für den Komponisten. Er fordert darin das Genre heraus: Eine rauschhafte und liebestrunkene Musik kontrastiert das denkbar grässlichste, monströseste Geschehen.

Die Oper beginnt ohne Vorspiel, und wir werden direkt in Salomes Welt hineinkatapultiert. Salome lebt in einer perfekten bürgerlichen Welt. Sie ist die Tochter der Herodias. Mit ihr lebt sie bei ihrem Stiefvater Herodes – ein mächtiger Mann in einer Männerwelt. Und er hat ein ganz besonderes Verhältnis zu seiner neuen Tochter, der kleinen Prinzessin. Und sie zu ihm. In dieser Familienkonstellation wächst das Kind Salome heran. Und in der Nacht, wenn alle anderen schlafen, imaginiert sie sich ihre eigene Welt. Sie nimmt den Kampf mit ihrem neuen Vater auf, der sie einschüchtert, der sie begehrt, der mit ihr spielt. Diesen Vater, diesen Mann will sie besiegen. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, und sie schaut sich selbst zu, wie sie spielt: Vater, Mutter, Kind.

Das ist eine hochexplosive Welt, in die sie sich hineinträumt. Aus diesen dunklen Träumen heraus erschafft sich Salome in der Nacht eine Gestalt, einen Gegenentwurf zu der Welt, in der sie sich befindet. Dieses Wesen ist Jochanaan. In dem Familienspiel fungiert er als der Anti-Vater, als die Waffe gegen den Vater, als Erlöser- und Retterfigur. Und wenn der Tag anbricht, sitzt Jochanaan mit Vater, Mutter und dem kriegerischen Kind mit am Tisch. Gemeinsam mit Jochanaan wird Salome diese Ordnung aufsprengen.

SALOME ist die erste Arbeit von Claus Guth an der Deutschen Oper Berlin. Seit 1999, als er bei den Salzburger Festspielen mit großem Erfolg CRONACA DEL LUOGO von Luciano Berio inszenierte, gehört er zu den gefragtesten Opernregisseuren der Welt. Salzburg, wo er unter anderem die „Da Ponte Trilogie“ [mit Anna Netrebko als Susanna in LE NOZZE DI FIGARO] inszenierte, Bayreuth [DER FLIEGENDE HOLLÄNDER 2003], Zürich, Mailand, München, Hamburg, Frankfurt, Dresden und das Theater an der Wien gehören zu seinen regelmäßigen Stationen wie auch die Staatsoper im Schillertheater.

1 Stunde 45 Minuten / Keine Pause

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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Zusätzliche Informationen
In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Musikdrama in einem AufzugMusik und Libretto von Richard Straussnach dem Drama „Salome“ von Oscar Wildein der Übersetzung von Hedwig LachmannUraufführung am 9. Dezember 1905 in DresdenPremiere an der Deutschen Oper Berlin am 24. Januar 2016



Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.



Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts
Teilnehmende Künstler
Axel Kober (Musikalische Leitung)
Claus Guth (Inszenierung)
Muriel Gerstner (Bühne, Kostüme)
Olaf Freese (Licht)
Sommer Ulrickson (Choreografie)
Thomas Blondelle (Herodes)
Doris Soffel (Herodias)
Jennifer Holloway (Salome)
Jordan Shanahan (Jochanaan)
Mihails Culpajev (Narraboth)
N. N. (Ein Page)
Ya-Chung Huang (1. Jude)
Gideon Poppe (2. Jude)
Andrew Dickinson (3. Jude)
Jörg Schörner (4. Jude)
Joel Allison (5. Jude)
Dong-Hwan Lee (1. Nazarener)
Kyle Miller (2. Nazarener)
Andrew Harris (1. Soldat)
Tobias Kehrer (2. Soldat)
Daniel Nicholson (Ein Cappadocier)
Gideon Poppe (Ein Sklave)
Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
Opernballett der Deutschen Oper Berlin (Ballett)
Termine
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