»Macacos!« – »Affen!«, brüllten Fans bei einem Fußballspiel Schwarzen Spielern entgegen und bewarfen sie mit Bananen. Der Schauspielstudent Clayton Nascimento sah die Fernsehbilder in seinem Wohnheim in S.o Paulo und wusste: Das wird das Thema meines ersten eigenen Stücks.
An seiner Schule hatte man ihm bereits klargemacht, dass große Rollen für ihn unerreichbar seien. Romeo, Hamlet oder Onkel Wanja gespielt von einem Schwarzen? Leider für das Publikum nicht zu vermitteln! Also folgerte Clayton: Ich muss mein eigenes Stück schreiben. Entstanden ist eine theatrale Geisterbahnfahrt durch Geschichte und Gegenwart des Rassismus in Brasilien – vom europäischen Kolonialismus und dem Erbe der Sklaverei über alltägliche Diskriminierung bis hin zur systematischen Tötung Schwarzer Menschen in den Favelas durch die Militärpolizei.
Allein auf leerer Bühne nutzt Clayton nur seinen Körper und seine Stimme, um ein ganzes Gesellschaftspanorama darzustellen. Aus dem Studenten wurde ein gefeierter Schauspieler; sein Stück tourte bereits durch elf Länder, ist aber immer noch in Entwicklung. »Brasilien lässt mich das Stück nicht fertigstellen, es hat sein Eigenleben«, sagt Nascimento. So sprach ihn nach einer Vorstellung eine Mutter, deren zehnjähriger Sohn in einer Favela von der Polizei erschossen wurde, um Hilfe an. Er integrierte ihre Geschichte in das Stück. Dadurch kam zum ersten Mal in der Geschichte Brasiliens ein Kriminalfall durch das Theater vor Gericht. Nun ist »Macacos« beim FIND erstmals im deutschsprachigen Raum zu sehen.
CLAYTON NASCIMENTO, geboren 1988 in S.o Paulo, ist Schauspieler, Regisseur und Autor. Als Schauspieler war er u. a. in »Buraquinhos ou o vento é inimigo do Picum.« (»Kleine Löcher oder der Wind ist der Feind des Picum.«) in der Regie von Naruna Costa zu sehen, die 2019 den APCA-Preis (Associa..o Paulista de Críticos de Arte) für die beste Regie gewann – als erste schwarze Frau, die diese Auszeichnung in der 70-jährigen Geschichte der Institution erhielt. Sein Stück »Macacos« ist mehrfach preisgekrönt und wurde u. a. mit dem Shell Theatre Award (São Paulo) und ebenfalls mit dem APCA-Preis ausgezeichnet.
90 Minuten
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