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Westdeutschland, Rheinland-Pfalz, 1995. In Markus Podehls Romanmanuskript »Enge« werden die sechzehnjährigen Zwillinge Michael und Sandra vor die Entscheidung gestellt, sich entweder mit dem dreißigjährigen Bäckereigesellen Jürgen für den Erhalt des elterlichen Betriebs einzusetzen oder neue Wege einzuschlagen.


Dagegen in Ostdeutschland, Sachsen-Anhalt, 2012. Der einundzwanzigjährige Timo pendelt in Christoph Heins Romanmanuskript »Kalte Stelle« zwischen Elternhaus und Universität. Als erster Studierender seiner Familie sucht er ein Leben jenseits von Klasse und sexueller Norm seiner Herkunft. 


In beiden entstehenden Coming-of-Age-Romanen bildet die Provinz den Raum, in dem sich die Figuren emanzipieren müssen. Im Wechsel aus Lesung und Gespräch werden an dem Abend Christoph Hein und Markus Podehl diskutieren, inwieweit die Provinz in ihrer Widersprüchlichkeit die literarische Sprache formt und wie in beiden Texten Klasse, Begehren und Identität verhandelt werden.


Markus Podehl ist 1978 in Boppard, einem kleinen Ort am Mittelrhein, geboren. Nach Architekturstudium in Cottbus, Rotterdam und Zürich, Promotion und Arbeit in Berliner Architekturbüros folgte er dem Loreleyruf seiner alten Heimat und begann zu schreiben. Er lebt heute in Berlin und arbeitet als Schriftsteller und Architekt.



Christoph Hein ist ostdeutsch, schwul und wortbesessen. Als Wende-Millenial, geboren 1990 in Halle/Saale, lotet er in seiner Prosa die Intersektion von queeren und ostdeutschen Lebenserfahrungen aus. Christoph Hein ist Stipendiat des Arbeitsstipendiums für deutschsprachige Literatur 2026 des Landes Berlin. Er arbeitet an seinem Debütroman.
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