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„Champagner hat’s verschuldet, tralalalala“ – darauf einigen sich nach einer durchzechten Nacht voller Verwechslungen und erotischer Ausrutscher am Ende die Protagonisten in Johann Strauß’ FLEDERMAUS. Schuld ist aber nicht nur der Alkohol.

u. a. Angela Brower als Prinz Orlofsky, Meechot Marrero als Adele
u. a. Angela Brower als Prinz Orlofsky, Meechot Marrero als Adele Ruth Tromboukis

Verwirrung stiftet vor allem die Intrige des gedemütigten Dr. Falke, der einst in einem Fledermauskostüm dem Spott der Kleinstadtgesellschaft ausgesetzt war und jetzt seine Chance nutzt, um sich an seinem ‚guten Freund‘, dem Lebemann Gabriel von Eisenstein, zu rächen.

Und so werden die Kammerzofe als Schauspielerin, die Gattin als ungarische Gräfin und Eisenstein selbst als französischer Marquis maskiert und auf den Ball des Prinzen Orlofsky geschickt. Dass darauf nur Katzenjammer am frühen Morgen im Gefängnis folgt, liegt dann auch weniger am Champagner als in der Natur der Dinge.

Johann Strauß gelang mit seiner FLEDERMAUS der Prototyp der Wiener Operette – walzergeschwängert, polkabesessen und dabei voller bitterböser Ironie. Inspiriert von den Offenbachschen Opéras bouffes aus Paris wurde dem bürgerlichen Salonpublikum schonungslos der Spiegel vorgehalten – und mancher Zuschauer erkannte sich im abstrusen Bäumchen-wechseldich-Spiel auf der Bühne wieder.

„Die Themen, die Figuren, die Masken, die uns Strauß und Genée zeigen, erzählen von den gleichen gefestigten Strukturen, in denen wir heute denken. Das war vor hundert Jahren so, das ist heute so, das wird morgen so sein, das wird so in der Zukunft sein … Es ist eine große Pantomime, eine Parabel, ein Spiel.“ (Rolando Villazón)

3 Stunden / Eine Pause

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Operette in drei AktenLibretto von Karl Haffner und Richard GenéeUraufführung am 5. April 1874 im Theater an der WienPremiere an der Deutschen Oper Berlin am 28. April 2018

empfohlen ab 13 Jahren

VorgeschichteVor einigen Jahren waren Dr. Falke und sein Freund Gabriel von Eisenstein auf einem Ball eingeladen. Eisenstein ließ den völlig betrunkenen Falke, der als Fledermaus verkleidet war, in einem Park liegen – und Falke musste unter dem Spott der Leute in seinem Kostüm nach Hause laufen. Falke sinnt seither auf Rache. 1. Akt: Bei EisensteinsEisensteins Angestellte Adele hat von ihrer Schwester Ida eine Einladung zu einem Ball beim Prinzen Orlofsky bekommen. Sie sucht nach einer Ausrede, um einen freien Abend zu erhalten. Das kommt ihrer Chefin, Rosalinde von Eisenstein, ganz gelegen – denn soeben ist ihr verflossener Liebhaber Alfred aufgetaucht. Eisenstein selbst muss noch diesen Abend wegen Beamtenbeleidigung ins Gefängnis. Sein Anwalt Dr. Blind hat die Haftstrafe durch sein Unvermögen sogar noch auf acht Tage verlängert. Falke will Eisenstein „aufheitern“ und lädt ihn auch zum Ball bei Orlofsky ein. Nachdem sich die Ehepartner verabschiedet haben, empfängt Rosalinde Alfred. Die beiden werden vom Gefängnisdirektor Frank überrascht: Er will Eisenstein höchstpersönlich in den Arrest führen. Alfred muss sich für Eisenstein ausgeben, um kein Aufsehen zu erregen. 2. Akt: Fest beim Prinzen OrlofskyFalke nutzt den Ball bei Orlofsky um sich mit einem „kleinen dramatischen Scherz“ zu rächen. Unter falschen Angaben hat er nicht nur Eisenstein, sondern auch dessen Dienstmädchen, Rosalinde und sogar den Gefängnisdirektor eingeladen. Vor der versammelten Gesellschaft will er Eisenstein blamieren. Adele tritt als angehende Schauspielerin Olga auf, Eisenstein selbst als Marquis Renard und der Gefängnisdirektor als Chevalier Chagrin. Dr. Falke kündigt als Überraschungsgast eine ominöse ungarische Gräfin an – Rosalinde in Verkleidung. Es gelingt ihr, Eisensteins allseits bekannte Repetieruhr als Beweisstück zu ergattern. 3. Akt: Im GefängnisDer Gefängniswärter Frosch hat mit dem stets singenden Eisenstein alias Alfred und seinen eigenen Unzulänglichkeiten zu kämpfen. Gefängnisdirektor Frank spürt die Nachklänge der Feier. Adele und Ida suchen ihn auf, um ihn als Mäzen zu gewinnen. Eisenstein will seine Haftstrafe antreten, muss jedoch feststellen, dass er bereits inhaftiert ist. Er entschließt sich, die Stelle des soeben eingetroffenen Dr. Blind einzunehmen, um so Details über den angeblichen Eisenstein zu erfahren. Rosalinde erscheint, um Alfred zu warnen. Es kommt zur Konfrontation und diversen Erkennungsszenen. Die Eisensteins realisieren, dass sie beide in der zurückliegenden Nacht nah am Ehebruch waren – alle resümieren: „Champagner hat’s verschuldet!“

Mit Unterstützung des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin e. V.



Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Rang-Foyer rechts
Teilnehmende Künstler
Yi-Chen Lin (Musikalische Leitung)
Rolando Villazón (Inszenierung)
Johannes Leiacker (Bühne)
Thibault Vancraenenbroeck (Kostüme)
Davy Cunningham (Licht)
Philippe Giraudeau (Choreografie)
Wieland Hilker (Video)
Dorian Häfner (Video)
Jeremy Bines (Chöre)
Thomas Blondelle (Gabriel von Eisenstein)
Flurina Stucki (Rosalinde, Gabriels Frau)
Markus Brück (Frank, Gefängnisdirektor)
Karis Tucker (Prinz Orlofsky)
Attilio Glaser (Alfred, Gesangslehrer)
Philipp Jekal (Dr. Falke, Notar)
Jörg Schörner (Dr. Blind, Advokat)
Katerina von Bennigsen (Adele, Kammermädchen)
Kathleen Bauer (Ida)
Ingo Paulick (Frosch)
Chor der Deutschen Oper Berlin (Chöre)
Orchester der Deutschen Oper Berlin (Orchester)
Opernballett der Deutschen Oper Berlin (Tanz)
Termine
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