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Top-Veranstaltung

C/O Berlin präsentiert mit The Heart of the Matter eine umfassende Retrospektive der international renommierten Künstlerin Carrie Mae Weems (*1953, USA).

Seit mehr als vier Jahrzehnten setzt sie sich in Fotografien, Videos und Installationen mit Fragen von Macht und Erinnerung auseinander. In ihrem Werk hinterfragt und thematisiert sie besonders Konstruktionen von race und Weiblichkeit, um neue Lebensweisen zu entwickeln.

Die Ausstellung spannt den Bogen von frühen Schlüsselwerken bis zu aktuellen Arbeiten und zeigt mit mehr als 100 Fotografien und Videos die Tiefe und Vielfalt einer künstlerischen Praxis, die persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen und historischen Fragestellungen verbindet. Carrie Mae Weems gehört zu den einflussreichsten Künstler:innen der Gegenwart.

In ihrem Werk untersucht sie, wie Bilder Geschichte schreiben, Erinnerung formen und darüber entscheiden, wer gesehen wird und wer unsichtbar bleibt. Ausgehend von ihrer Biografie entwickelt sie ein Œuvre, das weit über das Persönliche hinaus weist und Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Repräsentation verhandelt. Dabei nutzt sie dokumentarische, inszenierte und konzeptuelle Strategien und entwickelt daraus eine ebenso poetische wie politische Bildsprache.

Zu den frühen Arbeiten zählt die Werkgruppe Family Pictures and Stories (1978-1984), in der Weems Fotografien von Familienmitgliedern mit autobiografischen Texten kombiniert. Familie erscheint nicht nur als privater Ort, der persönliche Beziehungen definiert, sondern wird auch zum Träger kollektiver Erinnerung und kultureller Identität. Mit der ikonischen Kitchen Table Series (1990) richtet Weems den Blick auf den häuslichen Raum als Bühne zwischenmenschlicher Beziehungen. Am Küchentisch inszeniert sie sich selbst in unterschiedlichen Rollen und verhandelt Fragen von Liebe, Partnerschaft, Mutterschaft, Geschlechterrollen und Selbstbestimmung. Die Bilder greifen zahlreiche Referenzen auf Literatur, Musik und Kunstgeschichte auf, darunter auf Langston Hughes und Roy DeCaravas The Sweet Flypaper of Life sowie auf Liedtexte, die die vielschichtige Bildsprache ergänzen. Die Serie zählt heute zu den bedeutendsten Werken der zeitgenössischen Fotografie und markiert einen Wendepunkt in Weems' künstlerischer Auseinandersetzung mit Identität und Repräsentation.

Die Ausstellung reicht von der Privatsphäre des authentischen und inszenierten Familienlebens bis hin zu einem öffentlichen Verständnis von Orten und Umgebungen.

Von Filmstudios und Plantagen im amerikanischen Süden bis hin zu Museen und Denkmälern auf der ganzen Welt wird dabei besonders darauf eingegangen, wie diese Orte wahrgenommen werden und wessen Perspektive sie widerspiegeln.

Carrie Mae Weems (*1953 in Portland, Oregon, USA) zählt zu den einflussreichsten Künstler:innen der Gegenwart, deren Werk gängige Sichtweisen auf die Geschichte hinterfragt. Seit mehr als vier Jahrzehnten entwickelt sie ein vielschichtiges Œuvre aus Fotografie, Text, Stoff, Audio, digitalen Bildern, Installation und Video, das Menschen und Geschichten eine Stimme gibt, die lange übersehen oder zum Schweigen gebracht wurden. Für ihr künstlerisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem MacArthur Fellowship, der National Medal of Arts, dem Joseph H. Hazen Rome Prize Fellowship der American Academy in Rome sowie dem Lifetime Achievement Award der Congressional Black Caucus Foundation. Ihre Arbeiten sind weltweit in bedeutenden Sammlungen vertreten, darunter das Metropolitan Museum of Art und das Museum of Modern Art in New York, das Museum of Fine Arts in Houston, das Museum of Contemporary Art in Los Angeles sowie die Tate Modern in London.

Ausstellung: 12. Sep 2026 – 3. Feb 2027

Eröffnung: 11. Sep 2026 20:00

Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten:
  • täglich 11:00–20:00

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