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Veranstaltungsreihe

Monatliche Gesprächsreihe ab Frühjahr 2021. Vor welchen Herausforderungen und Möglichkeiten stehen ethnologische Museen im Umgang mit dem kolonialen Erbe?

Key Visual 99 Fragen
Key Visual 99 Fragen © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / Collage: Giuliani | von Giese / © Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Waltraud Schneider-Schütz

Mit den Ausstellungen der Staatlichen Museen zu Berlin werden im Humboldt Forum zahlreiche Objekte gezeigt, die während des Kolonialismus unter oft asymmetrischen Machtverhältnissen, teils auch gewaltsam, nach Europa gelangt sind. Die Objekte stehen für eine Auslöschung von Wissen, Sprachen und Praktiken und sind nicht erst heute Symbole für Unrechtskontexte. 99 Fragen wirft einen kritischen Blick auf die eigene institutionelle sowie die deutsche Kolonialgeschichte und will eine Reflexion der kolonialen Verwicklungen der Sammlungen nachhaltig fördern.

Gemeinsam mit internationalen Akteuren sprechen wir über die historischen Auswirkungen des Kolonialismus und dessen bis in die Gegenwart andauernde Folgen und entwickeln Ideen für eine zukünftige museale Praxis. Der Dialog soll zudem ein Verständnis dafür fördern, welche Rolle und Verantwortung Museen für lokale und globale Communities haben, um eine gemeinsame Zukunft im Umgang mit dem kolonialen Erbe vorstellbar zu machen.

Über den Zeitraum von einem Jahr wird die Diskursreihe den Fragen nachgehen, wo Museen mit Sammlungen aus kolonialen Kontexten stehen. Wie müssen sie sich verändern? Welche zukünftige Rolle können Museen für die Gesellschaft einnehmen? Themen wie Provenienzforschung und Restitutionen, Transparenz und Digitalisierung, Rassismus in Wissenschaft und Repräsentation, Kolonialismus und Deutungshoheit von Museen und Sammlungen stehen im Zentrum der Diskussion.

Die Reihe 99 Fragen wird kuratiert von Michael Dieminger in Kooperation mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin.

  • Die Veranstaltungen finden immer um 19:00 Uhr statt. Sie sind in Deutsch, Englisch und ggf. weiteren Sprachen. Sie werden online als digitale Formate angeboten. Sobald eine Zugänglichkeit zum Humboldt Forum möglich ist, stehen die Veranstaltungen hybrid zur Verfügung.
  • Die Veranstaltungen sind kostenfrei.

Termine:

  • 15.04.2021 19:00-20:30 Uhr  Status Quo: Koloniale Sammlungen in europäischen Museen: https://youtu.be/3jOj6OS5Fsk 
  • 13.05.2021 19:00-20:30 Uhr  Spurensuche wohin? | Provenienzforschung und Objektbiographien


Neu erschienen, unser Buchtipp:

(Post)kolonialismus und kulturelles Erbe. Internationale Debatten im Humboldt Forum


Die Auseinandersetzung mit kolonialer Geschichte und (post-)kolonialen Kontinuitäten zählt zu den großen Herausforderungen des Humboldt Forums. Sie wird das Wirken dieser Kultureinrichtung entscheidend prägen. In diesem Band kommen prominente, global agierende Museumsfachleute zu Wort, die das Humboldt Forum in seiner Entstehung begleitet haben. Mit ihren Beiträgen beteiligen sie sich an internationalen Debatten, wie der leidenschaftlich geführten Auseinandersetzung um Provenienz und Restitution ethnologischer Sammlungen.

Mit Beiträgen von George Okello Abungu (Nairobi), Kwame Anthony Appiah (New York), Philipp Blom (Wien), Hartmut Dorgerloh (Berlin), Rita Eder (Mexiko City), Hu Wei (Shanghai), Jyotindra Jain (New Delhi), Lars-Christian Koch (Berlin), Lee Chor Lin (Singapur), Neil MacGregor (London), Natalia Majluf (Lima), Wayne Modest (Amsterdam), Nazan Ölçer (Istanbul), Barbara Plankensteiner (Hamburg), Thomas Thiemeyer (Tübingen), Abdoulaye Touré (Dakar)


Hanser Verlag, 2021, 248 Seiten, € 18,– [D] € 18,50 [A]ISBN 978-3-446-26641-4

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