So das Setting für Mozarts Così fan tutte. Ein zeitgemäßer Opernstoff?
Es ist in allererster Linie Mozarts Musik, die dieser Oper bis heute ihren Platz im Repertoire sichert, denn sie schaut den Figuren tief ins Herz, ohne sie zu verurteilen.
Wenn sich das, was als heiteres Spiel begann, zum grausamen Experiment entwickelt, das schließlich allen Beteiligten den Boden unter den Füßen wegzieht, dann legt die Musik die Gefühle der Figuren in all ihrer Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit frei; sie lotet die existenziellen Abgründe der Liebe aus, die wir alle, egal welchen Geschlechts, auf die gleiche Art und Weise erleben – heute wie 1790, als Mozarts Oper uraufgeführt wurde.
Das belgische Regiekollektiv FC Bergman, das auf der Biennale di Venezia mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde und zuletzt auf der Ruhrtriennale einen fulminanten Erfolg feierte, ist in seiner Theatersprache dem bildgewaltigen Surrealismus zugeneigt und erzählt – erstmals in Berlin und in seiner erst dritten Operninszenierung – Cosí fan tutte als eine Geschichte über junge Menschen von heute, die spielerisch auf der Suche sind nach Antworten auf die Fragen des Lebens:
Was bedeutet die Liebe für uns? Welche Rollen spielen wir im Leben? Wer manipuliert wen? Ist die Realität wirklich immer tragfähiger als die Fantasie?
Der Italiener Riccardo Minasi, einer der interessantesten Dirigenten im Bereich der historischen Aufführungspraxis, trifft erstmals auf das Orchester der Deutschen Oper Berlin.
Ein junges Solist*innenensemble, angeführt von Elsa Dreisig als Fiordiligi, erkundet die psychologischen Facetten dieses vielschichtigen Spiels um die Liebe.