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Bootsfahrt an der Oberbaumbrücke
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11 Tipps aus einer Stadt für Alle

Berlin kennt keine Grenzen

Neukölln orientalisch
© visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

„Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger Berlins, und deshalb bin ich als freier Mensch stolz darauf, sagen zu können 'Ich bin ein Berliner'!" John F. Kennedy, 1963

Berlin steht für Weltoffenheit und Toleranz, für Freiheit, Vielfalt und teils auch kunterbunten Wahnwitz. Auch wenn nicht immer alles perfekt läuft in der Hauptstadt, ist und bleibt Berlin Anziehungspunkt für spannende Ideen und neue Geschäftsmodelle, für Kreative, Macher und Genießer. Vor allem junge Menschen zieht es in die Hauptstadt. Laut Amt für Statistik leben aktuell 191 verschiedene Nationen in Berlins 12 Bezirken zusammen. Besonders bunt ist die Mischung im Wedding und in Neukölln. Aber überall in der Stadt werden - gerade jetzt -  Zeichen gesetzt für Weltoffenheit und Toleranz. Eine kunterbunte Mischung - viel Spaß beim Entdecken.

 Tipp 1: Kreuzberger Himmel - ein integratives Restaurant

Kreuzberger Himmel - ein integratives Restaurant
© Foto: Nils Hasenau

Wie bereichernd kulturelle Vielfalt sein kann, zeigt der Kreuzberger Himmel. Hier könnt ihr täglich frisch zubereitete Syrische Spezialitäten genießen. Der Wein kommt aus dem Libanon. Das Besondere an diesem Restaurant mit Konzept ist aber, dass hier im Rahmen des Vereins „Be an Angel“ geflüchteten Menschen ein Ort geboten wird, an dem sie in Berlin ankommen und sich weiterentwickeln können. 

Wo: Yorckstraße 89, Kreuzberg
Wann:  Dienstag bis Freitag von 12 – 24 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 – 24 Uhr

Kreuzberger Himmel

 Tipp 2: Dong Xuan Center

Dong Xuan Center in Lichtenberg
© visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Von der Kunstblume bis zum Reissack - und natürlich alle nur erdenklichen vietnamesischen und asiatischen Spezialitäten findet ihr im Dong Xuan Center, übersetzt "Frühlingswiese". Vorbild und Namensgeber für Berlins asiatisches Kultur- und Handelszentrum ist die größte Markthalle der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Das Berliner Pendant erstreckt sich über vier Großmarkthallen auf dem Gelände der ehemaligen VEB Elektrokohle und ist heute feste Anlaufstelle für Händler aus ganz Deutschland und den Nachbarländern.

Wo: Herzbergstrasse 128-139, Lichtenberg
Wann: Mittwoch - Montag von 10 bis 20 Uhr (Dienstag geschlossen)

Dong Xuan Center

 Tipp 3: Kreuzköllner Wochenmärkte

Streetfood Thursday in der Markthalle Neun
Frisches Streetfood in der Markthalle Neun © visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Mit ihrer multikulturellen Vielfalt erinnern die Wochenmärkte am Neuköllner Maybachufer an einen orientalischen Basar. Hier findet ihr Gemüse, Stoffe, türkische Spezialitäten. Jeden Samstag lädt der Kunst- und Designmarkt "Neuköllner Stoff" zum stöbern ein. Bis zu Händler aus der ganzen Welt bieten hier ihr Kunsthandwerk und kulinarische Köstlichkeiten an. Und in der Markthalle Neun könnt ihr euch einmal um die Welt essen. Besonders zu empfehlen ist der “Street Food Thursday”, jeden Donnerstag von 17 bis 22 Uhr.

Mehr Wochenmärkte in Berlin

 Tipp 4: Refugio

Neukölln orientalisch
© visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Wenn ihr schon in Neukölln seid, schaut doch auch gleich im Café Refugio vorbei. Hier könnt ihr gelebte Weltoffenheit erleben - und gleichzeitig eine tolle Aussicht auf Neukölln vom Dachgarten aus genießen. Das Refugio ist ein Projekt der Berliner Stadtmission. Hier leben und arbeiten auf sechs Etagen 35 Menschen aus neun unterschiedlichen Kulturen zusammen. Die Grundidee eines solchen „Sharehauses“ stammt ursprünglich aus Afrika, fiel aber auch im multikulturellen Neukölln auf fruchtbaren Boden. Zu den hier lebenden Mietern haben sich auch einige Vereine und Projekte gesellt, die ebenfalls dazu beitragen, Berlin ein wenig schöner, multikultureller und weltoffener zu gestalten.

Wo: Lenaustraße 4, Neukölln
Wann: Montag bis Freitag 10 Uhr bis 16 Uhr.

Refugio

Tipp 5: Kantstraße

Savignyplatz
© visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Wie viele andere Großstädte hat auch Berlin ein Chinatown. Entlang der Kantstraße haben sich so viele asiatische Geschäfte und Restaurants angesiedelt, dass das Viertel bei Berlinern auch als "Little Asia" bekannt ist. Ein Klassiker ist das China-Restaurant Good Friends. Neben authentisch asiatischer Küche findet ihr aber auch französische und fernöstliche Gaumenfreunden. 

Internationale Restaurants in der Kantstraße

 Tipp 6: Restaurant Kanaan

Kanaan Berlin
Kanaan © visitBerlin, Foto: visumate

Kanaan ist die Restaurantmarke des israelischen Entrepreneurs Oz Ben David und dem Marketingexperten Jalil Debit. Debit ist Palästiner mit arabischen Wurzeln und stammt aus einer etablierten Gastronomie-Familie. Freut euch auf traditionelle Familienrezepte, hausgemachte Backwaren, frische Salate, Hummus-Gerichte und andere vegane und vegetarische Spezialitäten, die den Geschmack des Nahen Ostens nach Berlin bringen - und eine kulinarisch Brücke zwischen Israel und Palästina bauen. Soziales Engagement gehört für die beiden Inhaber mit zum Konzept. 

Wo: Schliemannstraße 15, Prenzlauer Berg
Wann: Mittwoch - Freitag: 18 - 22 Uhr, Samstag - Sonntag: 12 - 22 Uhr

Kanaan

Tipp 7: Festivals und Märkte in Berlin

Weihnachtsmarkt Rixdorf/Westafrikanische Gerichte
© visitBerlin, Foto: Thomas Kierok

Je mehr man übereinander weiß, desto besser kann man den andern verstehen. Auf den zahlreichen Festivals und Märkten in Berlin könnt ihr in ferne Länder und Kulturen eintauchen. Ein Beispiel ist der Weihnachtsmarkt in Rixdorf. Hier bieten zahlreiche gemeinnützige multikulturelle Vereine Gerichte und Leckereien, Handarbeiten und Informationen aus und über ihre Heimat an - und tragen so zum gegenseitigen Kennenlernen bei.

Festivals und Märkte in Berlin

Tipp 8: Karneval der Kulturen

Karneval der Kulturen
Karneval der Kulturen © Daniela Incoronato

Das größte multikulturelle Festival Berlins, der Karneval der Kulturen konnte 2020 leider nicht live stattfinden. Dafür könnt ihr  das alljährliche Highlight zum Sommeranfang, das die Vielfalt und Weltoffenheit von Berlin zelebriert, weiterhin virtuell erleben. Taucht ein in die Musik, die Paraden, die Kostüme. In Rahmen der virtuellen Ausstellung erlebt ihr den Rausch des kulturübergreifenden Straßenfestes in Bildern und Videoclips, teils sogar mit VR-Funktion.

Karneval.virtuell.berlin

 Tipp 9: Christopher Street Day und Pink Pillow

CSD - Christopher Street Day Berlin
Christopher Street Day © visitBerlin, Foto: Pedro Becerra/STAGEVIEW.de

Berlin zeigt sich nicht nur anderen Kulturen offen gegenüber: Jedes Jahr Ende Juli zelebrieren bis zu eine Million Teilnehmer in Berlin ihr Recht auf Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Der ursprünglich aus New York kommende Christopher Street Day ist das bekannteste Event der LGBTI-Community, das ein Ende von Diskriminierung und Ausgrenzung fordert. Dieses Jahr findet der CSD am 25. Juli statt, allerdings nur online. Übrigens: Mit der pink pillow Berlin Collection zeigen Berlins Hotels ihre Weltoffenheit und Toleranz. Hier darf jeder Gast so sein darf, wie er ist.

CSD Berlin

Tipp: Schwules Museum

Schwules Museum
Schwules Museum* © visitBerlin, Foto: Dirk Mathesius

Wenn ihr mehr über die Ursprünge und Geschichte der LGBTI*-Community erfahren möchtet, empfehlen wir euch einen Besuch ihr im Schwulen Museum. 1985 gegründet ist das Schwule Museum Berlin mit Bibliothek und umfangreichen Archivbeständen die weltweit größte Institution für die Vermittlung und Forschung der Kulturgeschichte queerer Gemeinschaften.

Mehr zum Schwulen Museum Berlin

Tipp 10: Stadtrundgänge mit offenen Perspektiven

Multaka: Treffpunkt Museum

Multaka: Treffpunkt Museum – Geflüchtete als Guides in Berliner Museen
© smb, Museum fürIslamische Kunst, Foto: Milena Schlösser

Multaka ist ein Begriff aus dem Arabischen und bezeichnet den Austausch von kulturellen und historischen Erfahrungen. Das Berliner Projekt Multaka bildet syrische und irakische Geflüchtete zu Museums-Guides weiter, damit diese wiederum andere arabisch-sprachig Geflüchtete und andere Gäste in ihrer Muttersprache durch die Museums- und Kulturwelt Berlins führen können. Die Führungen waren so erfolgreich, dass in allen vier beteiligten Museen mittlerweile auch deutsche und englische Sonderführungen auf Anfrage (etwa unter info@multaka.de) angeboten werden.

Wann: jeden Samstag um 15 Uhr an der Kasse / Information (aktuell

  • Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum Bodestraße, Mitte
  • Vorderasiatisches Museum im Pergamonmuseum Bodestraße, Mitte
  • Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum Monbijoubrücke, Mitte
  • Deutsches Historisches Museum Unter den Linden 2, Mitte

Querstadtein

Stadtführung mit querstadtein
© querstadtein

Bei den Rundgängen von Querstadtein lernt ihr die Stadt aus einer völlig anderen Perspektive kennen. Geführt werden die Touren von ehemals Obdachlosen, die von ihrem Leben auf Berlins Straßen und Parkbänken erzählen und euch Orte im öffentlichen Raum zeigen, an denen sie gelebt haben. Ziel ist es, mehr Toleranz zu schaffen und Diskussionen anzuregen.

Eat the world: Kulinarisch-kulturelle Stadtführungen

Restaurant Good Friends
Good Friends © visitBerlin, Foto: Julia Aurich

Esst euch in Berlin einmal rund um die ganze Welt. Zu chinesischen, italienisch oder koreanischen Gerichten werden auch kulturelle Einblicke ins multikulturelle Berlin serviert. Die Tour-Veranstalter kombinieren geschickt den internationalen Flair Berlins mit lokalem Couleur. Erfahrt, wie weltoffen eure Stadt ist – und entdeckt dabei noch ein paar neue Ecken. So schmeckt Berlin!

Mehr Stadtführungen

Tipp 11: Literatur - und Kulturhäuser

Café Lyrik
Cafe Lyrik © Gerwine Sinapius

Wenn ihr euch für andere Kulturen interessiert findet ihr in Berlin zahlreiche Projekträume und Bibliotheken, in denen ihr alles über ferne Welten recherchieren könnt oder auch eine Fremdsprache lernen könnt.

  • Bereits seit den 1950er Jahren ist das Institut Français Berlin eine Begegnungsstätte mit der französischen Kultur. Neben Sprachkurse könnt ihr hier auch Theatervorführungen besuchen und Filme sehen.
    Wo: Kurfürstendamm 211
    Wann: Montag - Freitag 11 - 18 Uhr, Samstag 11 - 15 Uhr
  • Das Afrika Medien Zentrum umfasst neben der Redaktion des LoNam Verlags eine sehr umfassende Afrika-Bibliothek.
    Wo: Großkopfstraße 6-7, Reinickendorf
    Wann: Montag – Freitag 10-18 Uhr
  • Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur bietet neben russischer Film-, Theater- und Ballettkunst auch Sprachkurse an, und das in beeindruckenden Räumlichkeiten.
    Wo: Friedrichstraße 176-179, Mitte
    Wann: täglich 10 - 19 Uhr (Mittagspause von 13 - 14 Uhr)
  • Das Tschechische Zentrum Berlin bietet ein ausgewähltes Kulturprogramm mit Schwerpunkt auf zeitgenössische Kunst, Musik, Dokumentarfilm, Literatur, Design und Architektur.
    Wo: Wilhelmstraße 44, Mitte
    Wann: Dienstag und Donnerstag 14 - 18 Uhr
  • Die Amerika-Gedenkbibliothek ist eine der größten Bibliotheken Berlins. Sie gilt als Symbol für Bildungs- und Meinungsfreiheit und wurde den Berliner nach der überstandenen Blockade (1948/1949) durch die Sowjetunion von den USA geschenkt.
    Wo: Blücherplatz 1 A, Friedrichshain-Kreuzberg
    Wann: Montag - Freitag 13 - 20 Uhr, Samstag 13 - 19 Uhr

Weitere Literatur- und Kulturhäuser

Außerdem interessant: Dekoloniale Erinnerungskultur der Stadt

Märkisches Museum
© Stadtmuseum Berlin, Foto: Oliver Ziebe

Auch hinter den Kulissen tut sich in Berlin einiges, um das Bewusstsein für ein gerechtes und tolerantes Zusammenleben auf globaler Ebene zu schärfen. Im Rahmen des Modellprojekts "Dekoloniale Erinnerungskultur der Stadt" haben sich die drei Nichtregierungsorganisationen Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Each One Teach One, der Verein Berlin Postkolonial, sowie das Stadtmuseum Berlin zusammengeschlossen, um  bis Ende 2024 in Berlin etwa 1000 Orte zu kartieren, die sich auf den deutschen Kolonialismus in der Welt beziehen. Das Projekt wird auch von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt 

Ziel ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass unsere koloniale Vergangenheit vielleicht nicht immer offensichtlich, aber doch stets allgegenwärtig ist. Interventionen, Ausstellungen und Think Tanks begleiten das Projekt, das sich momentan in der Ausschreibungsphase befindet.

Tipp: Wenn ihr euch mehr mit den kolonialen Spuren im Berliner Stadtbild beschäftigen wollt, solltet ihr euch bei einer Führung mit dem Verein Berlin Postkolonial auf Spurensuche begeben. In Stadtrundgängen, etwa durchs Afrikanische Viertel, erklären euch die Experten die Ursprünge verschiedener Straßennahmen und machen so globale Geschichte lokal vor Ort erfahrbar. Gleichzeitig bekommt ihr einen Eindruck davon, welche Auswirkungen der deutsche Kolonialismus auf die heutigen Denk- und Gesellschaftsstrukturen hat.

Stadtmuseum Berlin

Wenn ihr wissen wollt, was aktuell gerade alles in Berlin los ist, schaut mal in unseren Veranstaltungskalender.

Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Auf der Suche nach neuen Abenteuern entdeckte sie erst New York, dann Miami und berichtete als Trendscout und Korrespondentin für verschiedene Publikationen. Ihr Zuhause fand sie dann aber in Berlin. Fasziniert von den vielen Facetten der Stadt ist sie kreuz und quer in den Kiezen unterwegs und beschäftigt sich gerne mit Zukunftsideen und Smart City Konzepten für ein innovatives Berlin.

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