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Alte Schmiede Rixdorf, Neukölln
Rixdorf am Abend © visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

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Rixdorf (Berlin-Neukölln)

Ein Böhmisches Dorf

Die 1737 von Böhmischen Flüchtlingen gegründete Gemeinde ist heute Teil des Berliner Stadtbezirks Neukölln. Der böhmische Prediger und Reformator Jan Hus wurde 1415 als Ketzer in Konstanz verbrannt.

Anhänger seines Kirchenverständnisses fanden vor fast 300 Jahren Zuflucht im damaligen Rixdorf, dem heutigen Berlin-Neukölln. Seither leben im Umkreis der Richardstraße und Kirchgasse die Nachfahren der eingewanderten Böhmen. Neben dem stadtgeschichtlichen Museum in der Kirchgasse 5 befinden sich in den engen Straßen und Gassen Rixdorfs viele gut erhaltenen historische Gebäude, wie die fast 400 Jahre alte Rixdorfer Schmiede und die aus dem 15. Jahrhundert stammende Bethlehemskirche. Der 1,2 Hektar große Comenius-Garten am Richardplatz 35 ist den Lehren des Universalgelehrten und letzten Bischofs der Böhmischen Brüdergemeinde, Johann Amos Comenius gewidmet. Dank des hier angelegten „Lebensweges“, der den Werdegang eines Menschen nachzeichnet, und der wunderschönen gartenarchitektonischen Gestaltung fühlen sich sowohl Hobbyphilosophen als auch die Kiezbewohner und Besucher hier wohl. Nach einem Spaziergang durch das historische Viertel können Hunger und Durst mit selbstgebrautem Bier, deftigen Speisen oder Kaffee und Kuchen in traditionsreichem Ambiente gestillt werden. Wer im September nach Rixdorf kommt, gerät möglicherweise in ein rasantes Dorffest, das Rixdorfer Strohballenrollen "Popráci". Jung und Alt feuern die Mannschaften an, die 200KG schwere Strohballen um den Richardplatz rollen. Dabei wird bei einem buntem Mitmach-Programm kräftig gefeiert. Im Winter - am zweiten Adventwochenende - erstrahlt der Richardplatz beim Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt im Schein unzähliger Petroleumlichter. Ganz nach dem Gebot der Nächstenliebe werden auf diesem berlinweit einzigartigen Weihnachtmarkt vor allem karitative Vereine und Organisationen unterstützt.