Quasimodo
Legendärer Berliner Jazzclub im zweiten Frühling
Die Treppe runter, durch die Tür und hinein ins Quasimodo – hier erwartet Sie eine echte Institution unter den Berliner Jazzclubs.
Es gab Zeiten, da war die Kantstraße eine Lebensader des nächtlichen Berlins. Die Paris Bar und das Schwarze Café halten die Fahne bis heute hoch. Auch das legendäre Quasimodo ist hier zuhause. Es liegt reizvoll unter dem Delphi-Filmpalast, einem der schönsten Filmtheater der Stadt. Allein die beleuchtete Bar des Quasimodo schafft mit ihrer Fassade eine filmreife Atmosphäre. Wenn Sie links daneben die Steintreppen zum Club hinuntersteigen, verlassen Sie die Oberwelt und betreten lebendige Berliner Jazzgeschichte.
Dieser Club atmet Jazzgeschichte
Im Keller des Delphi Kinos wird schon seit langem (Feier-)Kultur aller Art zelebriert. Seit Ende der sechziger Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt mehr und mehr auf Jazz. Unter der Ägide von Giorgio Carioti stieg das Quasimodo ab 1975 in den Olymp der internationalen Jazz-Clubs auf.
Hier waren Prince, Chaka Khan und Nigel Kennedy zu Gast. Moment? Ja, das Quasimodo hielt und hält sich offen für Funk, Blues und Soul, ausnahmsweise auch Klassik und Rock – BAP gaben hier seinerzeit ihr erstes Berlin-Konzert. Außerdem gaben sich in den ehrwürdigen Räumen des Quasimodo Maceo Parker und Branford Marsalis, Dizzy Gillespie, Chet Baker und Pat Metheny die Klinke in die Hand. Mithin war die halbe Hall of Fame der Jazzgeschichte schon hier, wie sich an den zahllosen Fotos erkennen lässt.
Neue Zeiten im Quasimodo
Seit 2017 ist der Club unter neuer Leitung und will als Weltstar in den besten Jahren noch einmal richtig mitmischen. Der Ansatz geht auf. 2019 wurde das Quasimodo von der Initiative Musik als Spielstätte des Jahres ausgezeichnet. Das Programm ist enorm breit. Neben namhaften Jazz-Acts präsentiert das Quasimodo Pop, Rock, Funk, aber auch heiße Partynächte.
Bei allen musikalischen Seitensprüngen bleibt das Quasimodo aber der Jazzszene eng verbunden, ist ein wichtiger Teil der Berliner Jazzfeste und fördert lokale Initiativen. Der Aufbruch in die Zukunft ist geglückt.
Unten hui, oben hui
An manch warmem Sommerabend müssen Sie übrigens nicht in den Keller steigen, sondern können sich auf der Terrasse der Quasimodo Bar über Livemusik freuen. Die Bar in edlem Gold, Braun und Bronze ist auch ein perfekter Startpunkt vor und Endpunkt nach dem Konzert. Das Quasimodo zelebriert hier feinstes Cocktail-Handwerk, vom Klassiker bis zum Hausrezept.
Unsere Tipps
- Ob Jazz oder nicht: Das Quasimodo ist ein toller, atmosphärisch dichter Veranstaltungsort. Die Veranstaltungen folgen dabei einem Muster. Konzerte beginnen immer um 22:30 Uhr, die Türen öffnen sich um 21 Uhr.
- Die Zeit bis zum Konzert können Sie sich auf der Kantstraße vertreiben. Hier erwarten Sie viele Läden und Restaurants, besonders rund um den Savignyplatz.
Ihr Besuch im Quasimodo:
Vom Bahnhof Zoo bis zum Quasimodo sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Nutzen Sie also die öffentlichen Verkehrsmittel. Die U2, die U9, die S-Bahnen der Stadtbahn sowie zahlreiche Busse bringen Sie bis kurz vor die Tür.
Wann: Mittwoch bis Sonntag ab 18 Uhr
Wo: Kantstraße 12a, Charlottenburg