HR Giger, Beksiński, Ruppert, Lynch
Ausgehend von Motiven des Surrealismus und begleitet von Zitaten aus Filmen von David Lynch entwerfen sie das Bild einer traumatisierten und zugleich faszinierenden Welt des Unheimlichen.
Die „Surrealen Welten“ der Sammlung Scharf-Gerstenberg beschäftigen sich mit der dunklen Seite der menschlichen Natur.
In den Werken von Hans Bellmer, Max Ernst, Alfred Kubin oder Goya geht es um das, was sich hinter dem scheinbar Normalen, allseits Sichtbaren verbirgt. Bisweilen balancieren die Werke dabei am Rande des Grauens. Mit der Ausstellung „Im Schatten des Surrealismus“sollen noch sehr viel düsterere Bereiche erkundet werden.
Ausgehend von der Kunst des Surrealismus und inspiriert von der fantastischen Literatur entwerfen Zdzisław Beksiński (1929–2005), Hansruedi Giger (1940–2014) und Sibylle Ruppert (1942–2011) in ihren Bildern ein Universum der vollkommenen Düsternis.
Durchdrungen von der Atmosphäre eines beklemmenden Albtraums erzählen sie von den verschlungenen Wegen traumatischer Erfahrungen und entfalten dabei oftmals ein erstaunliches Gefühl von Abgeklärtheit und Ruhe. Mit dem in der Schweiz geborenen Giger und der in Deutschland geborenen Ruppert einerseits und dem in Polen geborenen Beksiński andererseits stehen sich dabei auch zwei politische Systeme gegenüber, deren albtraumhafte Seiten in der Ausstellung in einen Dialog treten. Die Themen und Motive ihrer Werke offenbaren, ebenso wie ihre hoch elaborierte malerische Technik, überraschende Gemeinsamkeiten.
Zu ähnlichen Bildern greift auch der US-Amerikaner David Lynch (1946–2025) in seinen von Finsternis geprägten, surrealistisch inspirierten Filmen. Zitate aus „Blue Velvet“ und „Twin Peaks“ sollen in den einzelnen Ausstellungskapiteln als Wegweiser durch die Welten des Irrationalen, Perversen und Devianten dienen. Zugleich betonen sie die filmischen Qualitäten der Werke von Giger und Beksiński.
Zwischen Dystopie und Realität
Angesichts der allgegenwärtigen Verbreitung sozialer Netzwerke steht das Bild vom Menschen, mit seinen Rollen und Möglichkeiten, seiner Körperlichkeit und Verletzlichkeit, die nie aus dem Blickfeld der Kunst verschwunden sind, wieder verstärkt im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. In diesem Zusammenhang gewinnen die Werke von HR Giger, Ruppert und Beksiński nicht nur aufgrund ihrer düsteren Ästhetik an Aktualität, sondern auch, weil sie auf erschreckend zutreffende Weise unsere Ängste angesichts des unaufhaltsamen technologischen Fortschritts beschreiben.
Im Zeitalter von Neuro-Interfaces, Biohacking und der rasanten Entwicklung von KI ist Gigers Vision nicht mehr als reine Science-Fiction zu verstehen. Ähnlich funktionieren Beksińskis Visionen einer dystopischen Welt, mit dem Unterschied, dass sie – ähnlich wie Rupperts Visualisierungen des Schmerzes – weiterhin auf humane Erneuerung setzen. Die Ausstellung lädt dazu ein, im Schatten des Surrealismus den ästhetisierten Albträumen der Gegenwart ins Auge zu blicken und in ihnen abseitige und verschwiegene Bezirke des eigenen Ichs zu begreifen.
Kuratorinnen
Die Ausstellung wird kuratiert von Elena Voronovich, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Sammlung Scharf-Gerstenberg und Kyllikki Zacharias, Leiterin der Sammlung Scharf-Gerstenberg.
Katalog zur Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Diethelm Kaiser, Thomas Röske, Jörg Scheller, Marta Smolińska, Elena Voronovich, Angelika Wesenberg und Kyllikki Zacharias.
Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin
Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten
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- Di geschlossen
- Mi 11:00 - 18:00 Uhr
- Do 11:00 - 18:00 Uhr
- Fr 11:00 - 18:00 Uhr
- Sa 11:00 - 18:00 Uhr
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