mit Julia Fischer
Doch die Form kann weit mehr: Sie vermag sich nach innen zu wenden, Einsamkeit hörbar zu machen, von schlaflosen Nächten und dunklen Gedanken zu erzählen.
Auch der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov hat mehrere Serenaden geschrieben – doch keine von ihnen erschöpft sich im bloßen Träumen. Hinter der scheinbaren Ruhe liegt stets eine tiefere, nachdenkliche Ebene.
Wenige Tage nach der Vollendung seiner 6. Sinfonie starb Pjotr Tschaikowsky im Alter von 53 Jahren. Besonders der letzte Satz dieses Werkes wird zu einer großen, zutiefst menschlichen Abendmusik: eine Musik des Abschieds, die die Abgründe des Lebens kennt, Schmerz und Bitterkeit in sich trägt und zugleich einen unermesslichen Trost spendet.
Eine verwandte Spannung findet sich auch in Jean Sibelius’ Violinkonzert, einem Werk von stolzer, ungestümer Kraft. Der leidenschaftliche Kopfsatz entfesselt gewaltige Ausbrüche und eine dunkle, unmittelbare Wahrhaftigkeit. Im Adagio hingegen öffnen sich wärmere, melancholische Räume voller Wehmut.
Besetzung
- Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
- Vladimir Jurowski, Dirigent
- Julia Fischer, Violine
Programm
- Valentin Silvestrov: Serenade für Streichorchester
- Jean Sibelius: Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47
- Pjotr Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 6 h-Moll op. 74 („Pathétique“)
Hinweis:
- Konzerteinführung: 19.10 Uhr, Ludwig-van-Beethoven-Saal, Steffen Georgi
Zusätzliche Informationen
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