In einer Epoche, in der sich das Land neu orientierte und die Weltpolitik in Bewegung war, fand er zu einer Bildsprache, die nicht nur dokumentierte, sondern erzählte.
Geboren 1929 in Berlin, arbeitete der Autodidakt ab 1952 als Fotoreporter für verschiedene Zeitungen und Illustrierte wie Revue oder Kristall. Über drei Jahrzehnte war er für das Magazin Stern tätig. Seine von Empathie und Neugier geprägten Arbeiten sind das visuelle Gedächtnis der jungen Bundesrepublik.
Lebeck reiste um die Welt und fotografierte in Metropolen sowie in der Provinz, bei politischen Ereignissen und im Alltag. Er porträtierte Politiker:innen, Künstler:innen und Intellektuelle ebenso wie Menschen fernab des öffentlichen Interesses. Alle seine Fotografien zeugen von Nähe und halten sein Gegenüber in authentischen Momenten der Offenheit fest.
Berühmt wurde seine Reportage aus dem Kongo von 1960: Ein junger Mann entreißt während der Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit dem belgischen König den Degen – ein kurzer flüchtiger Moment, in dem das Ende kolonialer Machtverhältnisse zutage tritt. Solche Fotografien machten Lebeck zu einem Chronisten des Umbruchs. Doch ebenso bedeutend sind seine leisen Beobachtungen hinter den Kulissen großer Ereignisse: der Weltstar Romy Schneider in eindrücklicher Verletzlichkeit, erschöpft heimkehrende Kriegsgefangene im Lager Friedland, feiernde Elvis Presley Fans in Ost-Berlin oder die trauernde Jaqueline Kennedy am Sarg ihres Mannes, dem 1963 ermordeten Präsidenten der USA.
Robert Lebeck war ein Erneuerer der Fotoreportage: Seine Bilder verbinden journalistische Genauigkeit mit poetischer Dichte. Sie erzählen von einer Welt im Wandel – und von den Menschen darin.
Eröffnung: Do., 21. Mai 2026, 19–21 Uhr. Eintritt frei!
Es sprechen: Katharina Mouratidi, Künstlerische Leiterin f³ – freiraum für fotografie, und Cordula Lebeck, Archiv Robert Lebeck.
FOTO-FÜHRUNG mit Cordula Lebeck, So., 7. Juni 2026, 11 Uhr.
FOTO-FÜHRUNG & DRINKS mit Katharina Mouratidi und Cordula Lebeck, Do., 18. Juni 2026, 19 Uhr.


