Benedikt von Peters Inszenierung nimmt die darin veranlagte Tradition des Kreuzwegs ernst: Bachs doppelchöriges Meisterwerk entfaltet sich als raumakustisches Kruzifix; das Publikum sitzt mitten im musikalischen Geschehen, setzt den eigenen Körper dieser Passion und ihrer verstörenden Schönheit aus.
Verrat, Todesangst, Opfer und Vergebung erscheinen nicht als fernes Heilsgeschehen, sondern als nüchterne Frage an unsere Gegenwart: Worin bestehen die Sünden, für die Jahr um Jahr der Sohn geopfert werden muss?
Nicht der Evangelist, sondern Kinder führen das Gleichnis vor Augen. Sie schultern das Kreuz, verhindern den Selbstmord des Judas mit einer Umarmung und stellen das Wertegerüst einer christlichen Gesellschaft zur Diskussion.
Marc Minkowski, ausgewiesener Spezialist für barocke Vokalmusik und erstmals an der Deutschen Oper zu Gast, dirigiert diese besondere Wiederaufnahme exakt zum 300-Jahr-Jubiläum des Werkes!










