Direkt zum Inhalt
Berlins offizielles Tourismusportal

11 Tipps für Kunstbegeisterte in Berlin

Gegenwartskunst entdecken und erleben

Galerie M - Kunst im urbanen Raum
, © Foto: Karin Scheel

2029 soll mit berlin modern, dem Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum ein weiterer wichtiger Standort für zeitgenössische Kunst in Berlin eröffnen. Ihr werdet dort dann rund 4.000 Werke aus dem Bestand der Nationalgalerie sehen, sowie Werke aus einzelnen Privatsammlungen. Doch bereits jetzt hat die Kunstmetropole Berlin eine ganze Menge zu bieten. Neben den Top-Ausstellungen in der Neuen Nationalgalerie, im Gropius Bau oder Hamburger Bahnhof gibt es in Berlin viele spannende Events, Programme und Orte, an denen ihr Gegenwartskunst entdecken und erleben könnt. Und auch im Stadtraum selbst gibt es eine ganze Menge Kunst und Kultur zu entdecken. Unsere 11 Tipps für Kunstbegeisterte!

Tipp 1: Die Berlin Art Week & das Gallery Weekend solltet ihr nicht verpassen

Casey Spooner, With Love From Death Beach at Gropius Bau
, © visitBerlin, Foto: Casey Spooner, With Love From Death Beach at Gropius Bau, 2025, Maximilian Koppernock

Jedes Jahr im September präsentiert die Berlin Art Week gemeinsam mit den wichtigsten Akteur:innen der Berliner Szene zeitgenössische Kunst für alle. Mit dabei sind die großen Häuser und Institutionen, genauso wie Projekträume, Galerien, Kunstvereine und private Sammlungen. Bei Workshops, Diskurs-Runden, Konzerte und anderen Events findet ihr einen guten Einstieg. Zahlreiche Touren laden dazu ein, die zeitgenössische Kunstszene Berlins im gesamten Stadtraum zu entdecken. Dabei geht es auch immer wieder raus in die Kieze - und zu spannenden Orten, die vielleicht etwas außerhalb eures Alltags-Radius liegen. Mit Sicherheit die größte und wichtigste Veranstaltung für Kunstbegeisterte in Berlin. Plant schonmal voraus!

Ebenso wenig verpassen solltet ihr das Gallery Weekend, für das vom 1. bis 3. Mai 2026 über 50 Galerien in Berlin nicht nur ihre Türen öffnen, sondern auch zu zahlreichen Sonderveranstaltungen, Eröffnungen und Partys einladen.

Wann: 9. bis 13. September 2026
Wo: verschiede Orte im ganzen Berliner Stadtraum

Berlin Art WeeK 2026

Tipp 2: Kunstausstellung im Deutschen Bundestag

Mitte, Regierungsviertel
Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, © visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Für die aktuelle Ausstellung im Forum Kunst haben sich neunzehn zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler auf Einladung des Kunstbeirats des Deutschen Bundestages mit den Grundrechten auseinandergesetzt und zeigen ihren Blick auf Freiheit, Würde und Zusammenleben. „75 Jahre Grundgesetz – Kunst im Bundestag“ ist eine außergewöhnliche Ausstellung, die Kunst und Demokratie miteinander verbindet. Besonders spannend ist der zwanzigste Beitrag des Projekt, für den eine Künstlerin eingeladen wurde, ein Jahr lang mit Kindern und jungen Erwachsenen kreative Beiträge zu erarbeiten. Ein Stück gelebte Demokratie. Lasst euch inspirieren und diskutiert mit, diese Ausstellung betrifft uns alle!

Tipp: Bei einem Spaziergang durchs Regierungsviertel könnt ihr noch viele weitere Kunstwerke entdecken. In unserer Berlin Unboxed Podcast-Folge zur "Transparenz der Deutschen Demokratie" begleitet uns Kristina Volke, Kuratorin und Leiterin Referat IK 4 „Kunst im Deutschen Bundestag“, auf einem Kunstspaziergang rund um den Reichstag und erklärt welche Rolle die Kunst bei der Vermittlung demokratischer Werte spielt.

Wann: Dienstag bis Sonntag (noch bis 12. Juli 2026)
Wo: Deutscher Bundestag, Forum Kunst im Bundestag, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Luisenstraße 30, Mitte 

Forum Kunst im Bundestag

Tipp 3: Hangars für Kunst und Kultur am Flughafen Tempelhof

Positions Berlin Art Fair
Positions Berlin Art Fair, © Oana Popa für Kulturprojekte Berlin

Jede Menge Platz für Kunst bietet die Haupthalle des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Und so wird die 2.500 Quadtratmeter große Fläche auch jedes Jahr wieder zeitgleich zu Gallery Weekend und Gallery Week für die Positions Art Fair genutzt. Bei der Paper Positions, die zeitgleich zum Gallery Weekend (30. April bis 3. Mai) stattfindet, zeigen 70 internationale Galerien zeitgenössische und moderne Kunst mit Fokus auf Zeichnungen und dem Werkstoff Papier. 

Aber nicht nur die Positions Art Fair findet in den Hangars des ehemaligen Flughafens Tempelhof tolle Räumlichkeiten. In unregelmäßigen Abständen erlebt ihr hier auch zahlreiche weitere spannende Veranstaltungsformate, darunter Oper, Ballett und natürlich Kunst. 

Wer sich für die Geschichte von Flughafen und Gebäude interessiert, für den ist das Besucherzentrum am Platz der Luftbrücke 5 ein guter Ausgangspunkt (Mittwoch bis Montag 10 - 17 Uhr), vom THF Tower habt ihr eine tolle Aussicht über Tempelhofer Feld und Umgebung. Außerdem gibt es auch hier wechselnde Ausstellungen zu historischen oder aktuellen Themen zu entdecken.

Wann: je nach Veranstaltung
Wo: Flughafen Tempelhof, Platz der Luftbrücke 2, Tempelhof

paper positions

Tipp 4: Berlinische Galerie

Berlinische Galerie
Berlinische Galerie Kunstsammlung, © Berlinische Galerie, Foto: Nina Straßgütl

Wenn ihr euch für Kunst aus Berlin und Berliner Künstler:innen interessiert, dann solltet ihr unbedingt einen Besuch in der Berlinischen Galerie einplanen. Die Berlinische Galerie sammelt und zeigt in Berlin entstandene Kunst von 1870 bis heute. Epochen wie Dada Berlin, die Neue Sachlichkeit, die osteuropäische Avantgarde sowie die Kunst des geteilten Berlin und der wiedervereinten Metropole sind Teil der Dauer-Ausstellung, ergänzt durch zeitgenössische Kunst, wechselnde Projektreihen und Kooperationsprojekte. Eine lebendige Mischung mit Angeboten für alle Altersstufen.

Aktuell seht ihr in der Berlinischen Galerie Marc Brandenburg, mit einer Werkschau "20th Century Debris", die Zeichnungen Videos, Tattoo-Editionen und Fotos umfasst. Außerdem wird Emilio Vedova's Absurdes Berliner Tagebuch ’64 gezeigt, und im Videoraum die Arbeiten von Stephanie Comilang, die die Künstlerin selbst als "Science-Fiction-Dokumentationen" bezeichnet.

Wann: Mittwoch bis Montag, 10 - 18 Uhr (Dienstag geschlossen)
Wo: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, Kreuzberg

Tickets Berlinische Galerie

Tipp 5: Das KW Institute kombiniert Kunst mit Musik und Performances

KW Institute for Contemporary Art
Haus des KW Institute for Contemporary Art, © Foto: Tina Wessel

Anfang der 1990er Jahre in einer ehemaligen Magarinefabrik gegründet, haben sich die KW Insitute for Contemporary Art mittlerweile zu einer festen Institution für zeitgenössische Kunst in Berlin entwickelt. Neben Kooperationsprogrammen mit nationalen und internationalen Partnern wie dem MoMA PS1 in New York, der Biennale di Venezia oder der Documenta in Kassel werden auch mit der lokalen Kreativszene spannende Projekte realisiert wie Screenings, Lesungen, Diskussionsrunden und vieles mehr. Dabei steht der kritische Blick auf aktuelle gesellschaftliche Veränderungsprozesse stets im Mittelpunkt.

Am Donnerstagabend ist der Eintritt frei und das KW Institut bleibt zwei Stunden länger, also bis 21 Uhr geöffnet.

Bis 10. Mai seht ihr hier noch Arbeiten von Klara Lide, Jean Katambayi Mukendi und Else Marie Pade.

Tipp: Die KW Institute sind auch immer Teil der Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst. Hier werden an verschiedenen Orten in Berlin unterschiedliche Formate namhafter Kurator:innen umgesetzt, darunter viele experimentelle Formate. 

Wann: Mittwoch bis Montag 11 - 19 Uhr
Wo: KW Institute, Auguststraße 69, Mitte

KW Institute

Tipp 6: Das KINDL Zentrum ist ein spannender Begegnungsort

Kindl
, © KINDL – Centre for Contemporary Art, Berlin, Photo: Marco Funke, 2019

Wo einst Bier gebraut wurde, ist heute ein spannender Begegnungsort von Alltagskultur und Kunstszene. In den unter Denkmalschutz stehenden Backstein-Bauten erwartet euch internationale Gegenwartskunst ebenso wie ein spannendes Rahmen-Programm, das immer wieder auch Nachbarschaft und die lokale Kunstszene mit einbezieht, etwa bei „48 Stunden Neukölln“ oder der Berlin Art Week.

Dabei bieten Maschinenhaus, Kesselhaus und vor allem auch der Turm eine beeindruckend brachiale Kulisse für raumspezifische Großinstallationen. Im ehemaligen Sudhaus speist ihr zwischen den kupferglänzenden Brau-Kesseln. Im Sommer lädt Babette’s Garten in den Innenhof.

Aktuell seht ihr im KINDL im Maschinenhaus M1 und M2 An Intimacy with Strangers, Iliggocene – The Age of Dizziness und Simon Faithfull. Earth-ling und im Kesselhaus Cornelia Parker. Stolen Thunder

Jeweils am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei.

Wann: Mittwoch 12 - 20 Uhr Donnerstag bis Sonntag 12 - 18 Uhr (Montag & Dienstag geschlossen)
Wo: KINDL Zentrum, Am Sudhaus 3, Neukölln

KINDL Zentrum

Tipp 7: Bei einer Führung durch die Akademie der Künste erlebt ihr Berlin-Geschichte

Akademie der Künste: We Buy White Albums von Rutherford Chang
Akademie der Künste: We Buy White Albums von Rutherford Chang, © Rutherford Chang

Anna Seghers, Helene Weigel und Bertolt Brecht: Sie alle haben hier gearbeitet. Heute stehen ihre Wohn- und Arbeitsräume unter dem Dach der Akademie der Künste Besucher:innen bei Führungen zur Besichtigung offen. 1669 gegründet zählt die Akademie in Berlin zu den ältesten europäischen Kulturinstituten. In verschiedenen Programmen und Sektionen beschäftigt man sich hier mit Bildender Kunst und Baukunst, mit Musik, Literatur, Darstellender Kunst sowie Film- und Medienkunst. An beiden Standorten der Akademie erhaltet ihr in wechselnden Ausstellungen, Vorträgen und Konzerten Einblicke in die aktuelle Kunstszene.

Aktuell seht ihr im Gebäude am Hanseatenweg Vessel & Voyager.  Mittwochs um 17 Uhr könnt ihr im Gebäude am Pariser Platz an Führungen durch den Bilderkeller teilnehmen.

Wann: beide Gebäude sind täglich von 10 – 20 Uhr geöffnet, Öffnungszeiten der Ausstellungen unterschiedlich
Wo: Akademie der Künste, Paris Platz 4, Mitte und Hanseatenweg 10, Tiergarten

Akademie der Künste

Tipp 8: Haus der Kulturen der Welt lädt zum kritischen Austausch

Haus der Kulturen der Welt
Haus der Kulturen der Welt, © visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Vor allem ist das Haus der Kulturen der Welt ein offenes Haus. Mit seiner ungewöhnlichen Architektur und bester Lage direkt an der Spree lädt das HKW zum kritischen Austausch und bietet ein Forum für zeitgenössische Künste. Hier erlebt ihr Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Performances, teils im Gebäude, teils auf der Dachterrasse zum Sonnenuntergang. Neben Musiker:innen, Autor:innen und Künstler:innen sind auch Wissenschaftler:innen und Expert:innen aus allen Arbeits- und Lebensbereichen in der Programmgestaltung involviert. 

Noch bis 14. Juni 2026 seht ihr hier die Ausstellung Tirailleurs. Von Kanonenfutter zu Avantgarde.

Ab dem 26. Juni beginnt das Sonic Pluriverse Festival, das die marokkanische Gnawa-Tradition nach Berlin holt und mit unterschiedlichen Kunst- und Musik-Formaten die damit verbundene westafrikanische Geschichten rund um Migration, Diaspora und kulturelle Transformation einordnet und erlebbar macht.

Wann: täglich 12 - 19 Uhr (Dienstag geschlossen)
Wo: John-Foster-Dulles-Allee 10, Tiergarten

Haus der Kulturen der Welt

Tipp 9: Galerie König zeigt an ungewöhnlichen Ausstellungsorten

KÖNIG GALERIE
König Galerie in St. Agnes in Berlin Kreuzberg, © visitBerlin, Foto: visumate

Bereits 2002 von Johann König gegründet, hat die gleichnamige Galerie mittlerweile auch Zweigstellen in Wien, London und Seoul. Aktuell präsentiert die Galerie König 40 Künstler:innen mit Fokus auf interdisziplinären, konzept- und raumbezogenen Ansätzen, wobei die Werke in den Räumen einer ehemaligen Kirche dazu ausreichend Platz finden. Architekt Werner Düttmann, der die Kirche St. Agnes von 1964 bis 1967 im Brutalismus-Stil entwarf und baute, zeichnet sich übrigens auch für das Gebäude der Akademie der Künste am Hanseatenweg oder das Brückemuseum verantwortlich.

Die Galerie König zeigt noch bis 24. Mai Emily Weiner. LUNACY und Anselm Ryle. CHAPEL OF GHOULS.

Ab 1. Mai 2026 seht ihr HALLOOOOO von Clédia Fourniau, die Eröffnung findet zum Gallery Weekend am von 18 - 21 Uhr  eröffnet.

Wann: Mittwoch bis Samstag  11 – 18 Uhr (Montag & Dienstag geschlossen)
Wo: Alexandrinenstraße 118-121, Kreuzberg

Galerie König

Tipp 10: Die Sammlung Boros stellt Kunst im Bunker aus

Reichsbahnbunker Friedrichstraße
, © Landesdenkmalamt Berlin, Foto: Wolfgang Bittner

Eine weitere spannende Gebäude-Umnutzung ist die Sammlung Boros, die in einem ehemaligen Bunker untergebracht ist. Gezeigt wird die private Sammlung zeitgenössischer Kunst des Ehepaars Karen und Christian Boros, wobei ihr in wechselnden Präsentationen unterschiedliche Ausschnitte der Sammlung seht. Im Gegensatz zur König Gallery, die sich als Verkaufsgalerie versteht, müsst ihr für die Sammlung Boros ein Ticket buchen. Während der etwa 1,5-stündigen Führung erfahrt ihr mehr über die aktuelle Ausstellung, sowie über die Geschichte und Architektur des Bunkers. Führungen werden in englischer und deutscher Sprache angeboten.

Wann: Dienstag bis Sonntag 10 – 20 Uhr
Wo: Reinhardtstraße 20, Mitte

Sammlung Boros

Tipp 11: Entdeckt ganz Berlin als Galerie für Urban Art

Streetart in Berlin: Elefant mit Weltballon von Jadore Tong
Streetart in Berlin: Elefant mit Weltballon von Jadore Tong, © visitBerlin, Foto: Josefine Köhn-Haskins

Es lohnt sich übrigens auch auf dem Weg von einer Kulturinstitution zur anderen, die Augen offen zu halten. Denn im Prinzip ist ganz Berlin eine große Open Air-Galerie. Überall in der Hauptstadt findet ihr Skulpturen, etwa den Oval Butterfly auf dem Spiegelsee vor dem Haus der Kulturen der Welt oder die Boxer von Keith Haring am Potsdamer Platz. An der Oberbaumbrücke verweist die Lichtinstallation Stein, Schere, Papier auf die Geschichte der Brücke als Grenzübergang zwischen Ost und West. 

Tipp: Wenn ihr euch für Street Art und Murals interessiert, findet ihr hier eine Karte mit den schönsten Ausgangspunkten für Entdeckungstouren. Außerdem haben wir euch in unserer ABOUT BERLIN App die schönsten Routen zusammengestellt.

Jetzt kostenlos für iPhone und Android herunterladen:

Jetzt im App Store laden: Download ABOUT BERLIN
Jetzt im Google Play Store laden: Download ABOUT BERLIN

Es gibt viel zu erzählen. ABOUT BERLIN.

In unserem Veranstaltungskalender findet ihr alle aktuelle zeitgenössische Kunst-Ausstellungen in Berlin.

Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Bevor sie in Berlin ihr Zuhause fand, berichtete sie als Korrespondentin und Trendscout aus den USA. Heute ist sie kreuz und quer in Berlins Kiezen unterwegs und beschäftigt sich mit Kultur, Musik und Zukunftsideen für ein innovatives Berlin.