Berlin ist Fotostadt: Die Metropole zählt nicht nur zu den am häufigsten fotografierten Städten, hier gibt es auch viele spannende Foto-Ausstellungen zu sehen. Galerien und Ausstellungshäuser wie das Fotografiska, das Museum für Fotografie oder die C/O Gallery widmen zahlreiche Ausstellungen dem Thema Fotografie. Und natürlich könnt ihr euch in der Hauptstadt auch selbst perfekt in Szene setzen. Wir haben die Top 11 Adressen für Fotografie-Begeisterte hier für euch zusammengestellt.
Tipp: In unserer aktuellen Podcast-Folge Berlin Unboxed nehmen wir Berlins Fotografie-Szene in den Fokus. Schaut mit hinter die Kulissen des C/O, erfahrt was eine gute Fotoausstellung ausmacht was Berlin als Inspirationsquelle für Fotograf:innen weltweit so einzigartig macht.
Tipp 1: Fotografiska im historischen Kunsthaus Tacheles
In Berlins ehemalige Kunsthaus Tacheles in der Oranienburger Straße hat das schwedische Fotografiemuseum Fotografiska eine vierte Zweigstelle (neben Stockholm, New York und Tallinn) etabliert. Neben Fotoausstellungen lädt das Haus regelmäßig zu unterschiedlichen kulturellen Veranstaltungen, zu Führungen, Gesprächen mit Künstler:innen, Live-Musik, Performances, Workshops oder auch Netzwerkveranstaltungen. Außerdem werden auch regelmäßig junge Künstler:innen und Fotograf:innen gezeigt. Das Programm und der offene Austausch sollen an die Tradition des historischen Kunsthaus Tacheles anknüpfen. 1990 hatte eine Künstlerinitiative das um 1907 errichtete Gebäude vor dem Abriss gerettet und bis zur Räumung 2012 die Räumlichkeiten als Ateliers und für verschiedene Kunstaktionen genutzt. Aktuell seht ihr hier Anna Ehrenstein, James Nachtwey - Memoria, Diana Markosian - Father und die LED-Installation Undula der in Berlin lebenden Künstler:in Dagmar Schürrer, die Abends an der Fassade des Fotografiska leuchtet.
Tipp: Mit langen Öffnungszeiten sowie drei Bars und einem schicken Restaurant ist das Fotografiska auch ein guter Treffpunkt für euren Start ins Berliner Nachtleben.
Wann: täglich 10 - 23 Uhr
Wo: Oranienburger Straße 60, Mitte
Tipp 2: C/O Berlin - Ausstellungen zu Fragen der Gegenwart
Die Ausstellungsflächen des C/O Berlin im Amerikahaus am Zoo sind vor allem dem Thema Fotografie entwickelt. Bis zu drei verschiedene Gruppen- und Einzelausstellungen seht ihr hier im wechselnden Rhythmus. Große Namen wie Annie Leibowitz, Nan Goldin, Peter Lindbergh oder Anton Corbijn haben hier schon ihr Werk gezeigt. Dabei werden die Fotografien selbst häufig in einen größeren gesellschaftlichen Zusammen gestellt, das Medium und dessen Entwicklung in verschiedenen Formaten diskutiert. Noch bis 10. Junii seht ihr hier Graciela Iturbide - Eyes to Fly With, Dörte Eissfeldt - Archipelago und im Rahmen des C/O Berlin Talent Award werden die Arbeiten von Sheung Yiu gezeigt.
Wann: täglich 11 bis 20 Uhr
Wo: Amerika-Haus, Hardenbergstraße 22–24, Charlottenburg
Tipp 3: Museum für Fotografie - mit neuer Dauerausstellung zu Helmut Newton
Das Museum der Fotografie zählt mit Sicherheit zu einer der ersten Adressen für Fotografie-Begeisterte in Berlin. Nach einer zweimonatigen Modernisierungsphase öffnet es am 17. April 2026 wieder mit einer spannenden Schau. Neue Frau, Neues Sehen zeigt rund 300 Werke der Pionierinnen der Bauhaus-Fotografie.
Die untere Etagen ist weiterhin dem 1920 in Berlin geborenen Star- und Mode-Fotografen Helmut Newton und seiner Frau June gewidmet. Acht Videobeamer projizieren ein Filmporträt Newtons, ergänzt mit bis bislang ungezeigtem Material, darunter Berlin Interviews mit vielen Zeitzeugen. Die knapp 100 Ausstellungsplakate Newtons werden ergänzt durch Plakate von Einzelausstellungen seiner Frau June, alias Alice Springs. Erhalten bleiben die legendären Fotografien, die einen spannenden Einblick in die Entwicklung der Modefotografie und das sich wandelnde Frauenbild in der westlichen Welt von den 1950er Jahren bis ins 21. Jahrhundert geben. Anhand von großen Texttafeln mit illustrierten Biographien zeichnet die neue Dauer-Ausstellung Intermezzo das Leben und Werk von Helmut und June Newton nach. Die neue Reihe Spotlight: Behind the Frame rückt jeweils eine einzelne Fotografie und deren Geschichte in den MIttelpunkt.
Wann: Dienstag bis Sonntag 11 – 19 Uhr
Wo: Jebensstraße 2, Charlottenburg
Tipp 4: Camera Work Gallery - Fotografie als Kunstformat
Camera Work zählt zu den weltweit führenden Galerien für Fotografie und Fotokunst. Neben den Werken namhafter Fotograf:innen wie Diane Arbus, Richard Avedon, Irving Penn und natürlich Helmut Newton seht ihr auch Ausstellungen zeitgenössischer Fotokünstler:innen, die von Camera Work vertreten werden. Ziel ist es, Geschichte und Gegenwart der Fotografie zu präsentieren als auch die Zukunft dieses Kunstformats mitzugestalten.
Die aktuellen Ausstellung Peel Off widmet sich dem Polaroid als künstlerisches Medium. Zu sehen sind 100 originale Unikate internationaler Fotografie-Größen, darunter Helmut Newton, Rankin, Martin Schoeller und Esther Haase, wobei die Werke von Mode- und Porträtfotografie bis hin zu Akt- und Konzeptarbeiten reichen.
Wann: Dienstag bis Samstag, 11 – 18 Uhr und nach Vereinbarung (Eintritt frei)
Wo: Kantstraße 149, Charlottenburg
Tipp 5: Willi-Brandt-Haus - ein Stück Zeitgeschichte
Die SPD-Parteizentrale in Kreuzberg ist nicht nur architektonisch spannend, sondern zeigt als „offenes Haus“ auch immer wieder interessante Foto- und Kunstausstellungen. Die hauseigene Sammlung umfasst über 2000 Kunstwerke aus der Zeit von 1896 bis heute, darunter Werke von Otto Dix, George Grosz oder Hans Ullmann. Außerdem zeigt das Haus regelmäßig interessante Fotoausstellungen. Aktuell seht ihr hier die Gewinnerbilder des internationalen Fotowettbewerbs UNICEF Foto des Jahres, die Abstrakte Fotografie der 1982 in Ostberlin entstandenen Künstler:innenzeitschrift Entweder/Oder, die Porträts von Stefan Hanke | KZ Überlebt. Ab dem 24. April seht ihr die Preisträger des Deutschen Friedenspreis für Fotografie.
Für Hobbyfotografen lohnt sich ein Besuch auch aufgrund der lichtdurchfluteten Kulisse des 25 Meter hohen Atriums.
Wann: Dienstag bis Sonntag, 12 – 18 Uhr
Wo: Wilhelmstraße 140, Kreuzberg
Tipp 6: f³ - freiraum - ein Ort für Autor:innenfotografie
Schwerpunkt des freiraums in Kreuzberg liegt auf der Autor:innenfotografie. Auf über 200 Quadratmeter werden hier jährlich fünf bis sechs Ausstellungen präsentiert. Dabei werden renommierte Positionen der Fotografie-Geschichte ebenso gezeigt, wie zeitgenössische Fotokünstler:innen aus Berlin und der ganzen Welt. Regelmäßig finden Workshops für Fotograf:innen statt. Außerdem wird zum Diskurs und Austausch über das Medium Fotografie im aktuellen gesellschaftspolitischen Kontext eingeladen. Dabei geht es den Veranstalter:innen darum inhaltliche und ästhetische Akzente zu setzen in einer Welt, in der wir tagtäglich mit Bildern überflutet werden. Aktuell seht ihr hier Edith Tudort-Hart. Crossing Lines.
Wo: Prinzessinnenstraße 30, Kreuzberg
Wann: Dienstag bis Sonntag, 13 - 19 Uhr
Tipp 7: Fotogalerie Friedrichshain - für das Medium Bild und die Kiez-Community
1985 von zwei Ostberliner Kunststudenten gegründet, hat die Fotogalerie Friedrichshain einen echten Pionierstatus. Damals gab es in ganz Deutschland kaum eine Galerie, die ihren Fokus allein auf Fotografie setzte. Es dauerte Jahre, bis die beiden engagierten Studenten das Konzept vom DDR-Regime genehmigt bekamen. Im August 1985 eröffnete die Fotogalerie dann mit einer Ausstellung von Richard Peter, welche die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg dokumentierte.
Obwohl die beiden Gründer die Fotogalerie – teils aufgrund politischen Drucks – verlassen mussten, wurde das Konzept ein Erfolg. Nach dem Fall der Berliner Mauer musste die Galerie für eine Weile ums Überleben kämpfen. In Kollaboration mit dem Kulturring schaffte es die Galerie für Fotografie dennoch, bis heute einen ganz besonderen Ort für das Medium Bild zu erhalten – und neben den Ausstellungen namhafter Fotograf:innen auch einen Ort für gemeinsame Geschichte und Kiez-Community zu etablieren. Aktuell seht ihr hier die Gruppenausstellung Vaterschaft.
Wo: Helsingforser Platz 1, Friedrichshain
Wann: Dienstag bis Samstag, 14 – 18 Uhr, Donnerstag, 10 – 20 Uhr
Tipp 8: Gropius Bau - Fotografie und zeitgenössische Kunst
Der Gropius Bau zählt zu den wichtigsten Ausstellungshäusern Europas. Gleichzeitig ist das Gebäude im Stil der Renaissance einer der schönsten Ausstellungsorte in Berlin. Ein Besuch lohnt sich immer. Alleine das lichtdurchflutete Atrium, das frei zugänglich ist und stets mit überdimensionalen oder raumgreifenden Installationen überrascht, ist ein Erlebnis – und eignet sich perfekt für euer persönliches Fotoshooting. Gezeigt wird zeitgenössische Kunst aller Sparten und natürlich auch Fotografie. Aktuell seht ihr hier Peter Hujar / Liz Deschenes: Persistence of Vision und ab 15. April 2026 Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. Th Exhiption.
Wann: Mittwoch bis Montag, 11 – 19 Uhr (Dienstag geschlossen)
Wo: Niederkirchner Straße 7, Kreuzberg
Tipp 9: Kicken Berlin zeigt Fotografie seit 1974
Wer sich für Fotografie als Kunstform interessiert, sollte bei Kicken Berlin vorbeischauen. Die Galerie gehört zu den wichtigsten Adressen der Stadt, wenn es um die Geschichte und Entwicklung des Mediums geht. Der Fokus liegt auf fotografischen Positionen des 20. Jahrhunderts, besonders auf der deutschen und tschechischen Avantgarde der 1920er und 30er Jahre. Gleichzeitig überrascht das Programm immer wieder mit spannenden Kontrasten, von ikonischen Werken großer Namen bis hin zu anonymen Schnappschüssen oder neu entdeckten Positionen. Gerade dieser Mix macht den Reiz aus, hier begegnen sich Fotografie, Kunstgeschichte und neue Perspektiven auf das Medium. Ein inspirierender Ort für alle, die Fotografie nicht nur sehen, sondern verstehen wollen.
Wann: nach Vereinbarung
Wo: Kaiserdamm 118, Charlottenburg
Tipp 10: Top-Fotospots in Berlin - setzt euch selbst in Szene
Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst die Kamera in die Hand zu nehmen, haben wir für euch die besten Fotospots in Berlin zusammengestellt. Denn Berlin hat, abgesehen von den großen Sehenswürdigkeiten wie Brandenburger Tor, Oberbaumbrücke und Fernsehturm, eine ganze Reihe weiterer Fotospots, an denen ihr euch perfekt in Szene setzen könnt.
Für alle Street Art Fans haben wir ein Highlight mit Touren zu den besten Spots und Geschichten zu den einzelnen Murals und Künstlern auf unserer ABOUT BERLIN App für euch zusammengestellt. Eurem digitalen Stadtführer für Berlin Geschichte und Geschichten.
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Tipp 11: Orte für Selfie-Fans
Was wäre ein Blog für Fotobegeisterte ohne ein paar Tipps für alle, die gerne selber Fotos machen. Mit dem Upside Down, dem Ikono und dem Aster 3D Trickart hat Berlin gleich mehrere Selfie-Museen, aber auch im Illuseum gibt es viele ungewöhnliche Settings for euer ganz persönliches Fotoshooting. Und bei Madame Tussauds könnt ihr mit Darth Wader, Angela Merkel, als Tatort-Kommissarin oder in der Model-Area mit Heidi Klum posieren.
Madame Tussauds
Wann: Dienstag und Freitag, 11 – 18 Uhr, Mittwoch 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 17 Uhr, Samstag und Sonntag 10 – 18 Uhr (Montag geschlossen)
Wo: Unter den Linden 74, Mitte
Extra-Tipp: EMOP Berlin – Biennaler European Month of Photography
Zum European Month of Photography zeigen verschiedenste Institutionen in Berlin und Potsdam die ganze Bandbreite historischer und zeitgenössischer Fotografie. Deutschlands größtes Fotofestival findet alle zwei Jahre statt und präsentiert Ausstellungen in großen Museen und kleinen Galerien, im Außenraum und in Projekträumen. Auch ausländische Kulturinstitutionen und Botschaften sind involviert. Die Teilnehmenden werden von einer Vielzahl an Bewerbern von einer Fachjury ausgewählt. Der nächste EMOP findet 2027 statt.
In unserem Veranstaltungskalender findet ihr eine Übersicht zu aktuellen Fotografie-Ausstellungen in Berlin.
