Madame Claude
Berlins vielleicht verdrehteste Bar in Kreuzberg
Was wäre, wenn in einer Berliner Altbauwohnung plötzlich alles auf dem Kopf stünde? Im Madame Claude ist genau das Teil des Konzepts: Tische, Stühle und Lampen hängen im Hauptraum von der Decke. Doch hinter der verspielten Kulisse steckt weit mehr als eine außergewöhnliche Bar.
Seit 2008 ist Madame Claude ein Treffpunkt für experimentierfreudige Musiker, Nachtschwärmer und alle, die das unabhängige Berliner Nachtleben abseits großer Clubs entdecken möchten.
Ein Ort, der die Perspektive wechselt
Schon beim Betreten wird klar: Madame Claude ist keine gewöhnliche Bar. In der Lübbener Straße im Kreuzberger Kiez rund um das Schlesische Tor verbirgt sich ein labyrinthischer Ort, an dem Bar, Kellerclub und Konzertvenue ineinander übergehen.
Das Markenzeichen ist der auf den Kopf gestellte Raum. Möbel und Lampen befinden sich dort, wo eigentlich der Boden sein müsste. Die Idee dahinter entstand, so erzählen es die Betreiber, aus dem kindlichen Traum, in einer verkehrtherum eingerichteten Wohnung zu spielen.
Damit passt Madame Claude erstaunlich gut zu Kreuzberg: ein bisschen improvisiert, ein bisschen surreal und vor allem eigenwillig.
Was Sie entdecken können
Folgen Sie den verwinkelten Wegen durch die Räume und Sie gelangen von der Bar zu kleinen Nischen und schließlich dorthin, wo ein wesentlicher Teil der Identität von Madame Claude entsteht: zur Musik.
Auf dem Programm stehen lokale und internationale Künstler, experimentelle Sounds, Konzerte und DJ-Sets. Gerade die regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungsformate machen den Club zu einer Institution der alternativen Berliner Musikszene. Statt großer Namen und aufwendig inszenierter Shows steht die unmittelbare Begegnung mit Künstler:innen und neuen Sounds im Vordergrund.
Montags gehört die Bühne traditionell dem Experimontag und damit experimenteller Musik zwischen elektronischen Klängen, Improvisation und Avantgarde. Mittwochs lädt Madame Claude zum Music Quiz. Beim Open Mic L J Fox, das aktuell am zweiten und vierten Donnerstag des Monats stattfindet, können Profis ebenso auftreten wie Neulinge – von Musik über Poetry bis Spoken Word. Das Motto lautet dabei bewusst: kein Wettbewerb. An den Wochenenden wechseln sich Konzerte, DJs und Partys ab.
Ursprung & Vision
Die Geschichte des Ortes passt zu seinem ungewöhnlichen Charakter. Die Räume wurden früher als Bordell genutzt und liegen in einem Teil Kreuzbergs, der sich einst unweit der Berliner Mauer befand.
2008 eröffneten drei französische Freunde Madame Claude. Sie waren zuvor in Paris, Madrid und London tätig gewesen und kamen nach Berlin mit der Idee, einen eigenen Club und Musikort zu schaffen. Aus dem Wunsch nach einer „verkehrten Wohnung“ entstand das bis heute charakteristische Raumkonzept.
Seitdem haben hier Tausende Bands und DJs gespielt. 2011 erweiterten die Betreiber ihr Konzept um den Veranstaltungsraum LARK für Konzerte, Clubnächte, Workshops und weitere Formate.
Damit erzählt Madame Claude auch eine typische Berliner Geschichte: Aus ungewöhnlichen Räumen, Eigeninitiative und einer internationalen Community entsteht ein Kulturort, der über Jahre Teil eines Kiezes wird.
Rund um Madame Claude
Auch vor und nach dem Konzert lohnt es sich, Zeit für die Umgebung einzuplanen. Madame Claude liegt zwischen Schlesischem Tor und Görlitzer Park in einem der lebendigsten Teile Kreuzbergs. Rund um die Skalitzer Straße, den Schlesischen Busch und den Wrangelkiez finden Sie zahlreiche Bars, Cafés, Restaurants und kleine Läden.
Für einen Spaziergang können Sie Richtung Landwehrkanal und weiter zum Görlitzer Park ziehen. In die andere Richtung erreichen Sie über das Schlesische Tor und die Oberbaumstraße die Oberbaumbrücke. Von dort eröffnet sich der Blick über die Spree; auf der gegenüberliegenden Seite beginnt Friedrichshain.
Sie wollen das Berliner Nachtleben entdecken und wissen nicht genau wohin? Dann lassen Sie sich zu den Ausgehvierteln in Berlin inspirieren.