Direkt zum Inhalt

Kunstfabrik Schlot

Vom halblegalen Hinterhof zu Jazz für alle

Der Ur-Schlot lag einst im Prenzlauer Berg, hatte keine Genehmigung und durfte nicht bleiben. Zum Glück geht die Geschichte an neuer Stätte weiter.

Als Stefan Berker und John Kunkeler den Schlot 1996 von den Gründer:innen übernahmen, mussten sie feststellen, dass der Weg zu einem legalen Clubbetrieb in der Kastanienallee versperrt war. Also zogen sie kurzerhand um in einen Keller unter den Edison-Höfen, damals eines der großen Sanierungs- und Neubauprojekte in Berlin-Mitte. Hier entstand ein geradezu idealtypischer Jazzkeller, geprägt von Eisen, Stein und Holz – pur, roh und warm zugleich.

Und dort groovt und swingt die Kunstfabrik Schlot bis heute und beglückt Jazzfreund:innen aus aller Welt. Kunst vor Kommerz lautet das Motto der Schlotfabrik. Kunst, die auch ein Publikum findet, ließe sich hier noch hinzufügen. Denn mit elitären Spielarten wie Free Jazz geht die Programmleitung eher dosiert um. Zugleich passen aber auch Blues- oder Swingmusizierende ins offene und unorthodoxe Konzept des Schlots. Neben der Jazzkultur werden im Schlot auch Literatur und Kabarett gefeiert, erstere sogar ganz regelmäßig beim sonntäglichen Frühschoppen.

Lokal & international

Die Acts, die in der Kunstfabrik auftreten, stammen mehrheitlich aus Berlin. Wer Können und Musikalität demonstrieren kann, hat gute Chancen auf die Bühne des Schlots. Und letztere ist nicht nur für das Programm, sondern auch für ihre Dimensionen bekannt. Die Räume an der neuen Wirkungsstätte erlauben dem Jazz-Club eine Bühnengröße, die auch für Big Bands taugt. Und so haben so gut wie alle großen Berliner Jazzkapellen schon im Schlot aufgespielt.

Seit Jahrzehnten pflegt der Schlot auch internationale Jazz-Beziehungen. Diese begannen einst mit tschechischen Musiker:innen und führten über die Jahre zu einem großen internationalen Netzwerk. Das zeigt sich vor allem beim My Unique Festival, das 2025 bereits in seine 12. Ausgabe ging. Hier präsentieren sich Jazzkünstler:innen aus vielen Ländern dem Berliner Publikum und knüpfen wichtige Kontakte.

Jugend musiziert im Schlot

Der Nachwuchs liegt Berker und Kunkeler seit jeher am Herzen. Die Kunstfabrik unterhält langjährige Beziehungen zu den Berliner Musikschulen, besonders zur Musikschule City West und zur Musikschule Paul Hindemith in Neukölln, und hat viele junge Talente auf dem Weg zur professionellen Jazzmusik begleitet und gefördert. Regelmäßig finden Abschlusskonzerte der Schulen im Schlot statt.
Und auch die Schul-Bigband, die ein ganzes Jahr für einen Auftritt geprobt hat, findet hier Bühne und Publikum.

Liegt günstig und is(s)t günstig

Der Zwangsumzug in die Invalidenstraße war am Ende ein Segen für den Club, der jetzt mitten in Mitte einen neuen, viel größeren Einzugsbereich hat. Der Nordbahnhof und diverse Tramhaltestellen liegen um die Ecke. Kunst vor Kommerz gilt übrigens auch bei den Eintrittspreisen. Selbst für Konzerte bekannter Künstler:innen müssen Sie oft nur mit 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) rechnen

Noch günstiger wird Ihr Besuch von Montag bis Donnerstag bei den Veranstaltungen mit kostenlosem Eintritt. Auch zum literarischen Frühshoppen am Sonntag können Sie die Kunstfabrik gratis betreten.

Neben der Kunst ist im Schlot auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Die Speisekarte ist vielfältig. Sie reicht von der Schmalzstulle für schmale 1,50 Euro über Suppen bis zur opulenten Käseplatte.

Unsere Tipps

  • Lassen Sie das Auto stehen und fahren Sie mit der BVG zum Nordbahnhof oder zum Naturkundemuseum.
  • Verpassen Sie nicht die kleine Ausstellung „Berlin Jatzzt“ im Flur und Besucherraum des Schlot mit historischen Aufnahmen und Flyern aus den Vierziger- bis Siebzigerjahren.
  • Kombinieren Sie Ihren Besuch im Schlot mit einem Ausflugs ins Museum für Naturkunde. Tagsüber die dortigen Exponate bestaunen und abends zum Konzert in den Jazzclub.

Ihr Besuch im Schlot

Die Kunstfabrik Schlot liegt zentral in Berlin und ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. In direkter Nähe befinden sich die Haltestellen Nordbahnhof (S1, S2, S41, S42, Tramlinien M10, M8 und 12) und Naturkundemuseum (U6). Bis zur Tür des Schlot sind es jeweils nur 200 Meter.

Einlass ist immer eine Stunde vor Konzertbeginn (bei Abendveranstaltungen in der Regel 20 Uhr)

Wann: Öffnet jeweils eine Stunde vor Programmbeginn
Wo: Kunstfabrik Schlot, in den Edison-Höfen – Invalidenstraße 117 (Zugang auch über Schlegelstraße 26), Mitte