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Kleistgrab
Kleist-Denkmal © Foto: Jochen Jansen by wikimedia commons

Grabstätte Heinrich von Kleist & Henriette Vogel

Ein kleistsches Drama

Eine Grabstätte am See: Hier hat Heinrich von Kleist Selbstmord begangen. Mit einem Audioguide können Sie das Drama nacherleben.

Im Spätherbst 1811 spaziert der deutsche Dramatiker, Lyriker und Publizist Heinrich von Kleist mit seiner guten Freundin Henriette Vogel zu einer am Waldrand gelegenen Anhöhe des Kleinen Wannsees. Sie besorgen sich ein Gartentischchen, nehmen Platz und trinken ganz gesittet Kaffee, Wein und Rum. Gegen 16 Uhr zieht der Dichter zwei Pistolen aus dem Picknickkorb und erschießt am Kleinen Wannsee zunächst seine Begleiterin und dann sich selbst. Ein im wahrsten Sinne des Wortes „dramatischer Abgang“.  

Geldsorgen und mangelnder Zuspruch für seine  Werke haben Kleist an der Welt verzweifeln lassen und ihn so zum Selbstmord getrieben. Henriette Vogel ist an Krebs erkrankt und hat sich für den gemeinsamen Freitod entschieden. Heinrich von Kleist und Henriette Vogel werden einige Tage später gemeinsam an ihrem Sterbeort beerdigt. Diese Grabstätte können Sie noch heute besuchen.

Das Grab von Heinrich von Kleist & Henriette Vogel

Wenn Sie sich heute die Bismarckstraße entlang auf den Weg zum Grab machen, kommen Sie zunächst an einigen Villen und ehrwürdigen Vereinsheimen von Alt-Berliner Ruderclubs vorbei. Zwischen den Hausnummern zwei und vier führt ein schmaler Weg zum Kleinen Wannsee hinab. Dort befindet sich im Dickicht alter Ahornbäume und Eichen eine Freifläche mit der schlichten Grabstätte. Zuletzt haben die Nationalsozialisten, die ursprüngliche Aufschrift entfernen lassen („Er lebte, sang und litt / in trüber schwerer Zeit, / er suchte hier den Tod, / und fand Unsterblichkeit“ - Matth. 6.V. 12) und stattdessen ein anderes Zitat graviert: „Nun, o Unsterblichkeit, bist du ganz mein.“

Anlässlich des Kleist-Jahres 2011 wird die Grabanlage renoviert und mit neuen Informationstafeln versehen. Außerdem werden Henriette Vogels Daten neu in den Grabstein eingeschlagen und der alte Grabvers wiederhergestellt.

Akustisches Kleist-Denkmal

Wenn Sie sich genauer informieren möchten, was an jenem 21. November 1811 am Kleinen Wannsee geschehen ist, finden Sie vor Ort ein akustisches Kleist-Denkmal. Der Regisseur Paul Plamper geht in seinem Hörspiel den Fragen nach, was sich an diesem Tag ereignet hat und was heute noch überliefert ist. Mit Audio-Playern ausgerüstet können Sie über Kopfhörer die Hintergründe des Selbstmords von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel entdecken.

Die Audio-Guides können im Souvenirs- und Geschenke-Wagen an der Schiffsanlegestelle am S-Bahnhof Wannsee für 3€ ausgeliehen werden (Ausgabe der Audio-Player von April bis Oktober zwischen 10.30 Uhr und 14.30 Uhr).

Hier finden Sie weitere Informationen