Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit
Vor 100 Jahren ein Gefängnis, heute eine Erholungsoase? Diese Entwicklung gibt es im Geschichtspark des Zellengefängnisses Moabit zu sehen. Seit 2006 dient die ehemalige Haftanstalt als Parkfläche und Ruheoase im Berliner Bezirk Moabit. Umgeben von den ehemaligen Gefängnismauern ist die Anlage wie abgeschottet von dem städtischen Treiben außerhalb.
Zwischen Spielplätzen und Ruhezonen kommt die Geschichte des Ortes immer wieder zum Vorschein: Die Anlage wurde zwischen 1842 und 1849 erbaut und anschließend für mehr als 100 Jahre als Gefängnis genutzt. In 520 Einzelzellen wurden Straftäter:innen voneinander isoliert, die Einzelhaft war damals ein revolutionärer Ansatz. 1958 wurden die Gefängnismauern dann endgültig abgerissen. Noch heute lässt sich die Geschichte des Ortes und der Grundriss des Gefängnisses durch Bodenreliefs, Mauerreste und Nachbildungen nachvollziehen.
Die Infotafeln, die auf dem Gelände verteilt sind, erinnern an die teils prominenten Insassen des Zellengefängnisses. Unter ihnen finden sich Namen wie Schuster Wilhelm Voigt, der später als „Hauptmann von Köpenick“ stadtweit Bekanntheit erlangen sollte, oder auch der des Schriftstellers Wolfgang Borchert.