Im Schaudepot der Zitadelle stehen wie im Museum „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ diese massiven Stücke überwunden geglaubter Zeiten. Doch im Museum abstellen reicht nun mal nicht: Die Zitadelle versteht sich nicht nur als Ausstellungsort, sondern als lebendiges Forum für kritische Auseinandersetzung und sinnliche Erfahrung von Erinnerungskultur.
Das Schaudepot erweitert die Ausstellung der „toxischen“ Objekte um eine experimentelle Dimension. Als offener Raum sind jährlich wechselnde Kurator*innen aus Wissenschaft, Kunst und Bildung eingeladen, ihre individuellen Perspektiven auf den Umgang mit problematischen Denkmälern zu entwickeln und zur Diskussion zu stellen.
Im aktuellen Jahr stehen insbesondere künstlerische Reflexionen zur deutschen Erinnerungskultur im Fokus – darunter auch Stimmen aus migrantischen Perspektiven. Die Interventionen von Simone Zaugg und Pfelder setzen mit konsequenter Verpackung einen symbolischen Kontrapunkt zur „Enthüllung“ und verschieben dabei bewusst den Schwerpunkt der Wahrnehmung: Weg vom rein visuellen Erfassen hin zu einem multisensorischen Erleben. Tasten, Hören, Riechen und Fühlen treten in den Vordergrund und eröffnen neue Zugänge zu historischen Narrativen.
Ergänzt und erweitert wird dieser Ansatz durch Skulpturen des syrischen Künstlers Amer Al Akel. Im Dialog mit seinen Arbeiten entsteht ein vielschichtiger Denkraum, der mitteleuropäische Geschichte mit aktuellen politischen Zeitfeldern – Time Fields verknüpft. So entfalten sich neue, transkulturelle Blickwinkel auf verschiedene Vergangenheiten und unsere gemeinsame Gegenwart.
Eröffnung:
Samstag, 9. Mai 2026, 14 Uhr
Es sprechen:
Dr. Carola Brückner, Bezirksstadträtin
Simone Zaugg, Künstlerin und Pfelder, Künstler
Dr. Urte Evert, Museumsleiterin
Laufzeit:
10.5. – 30.9.2026