Galerie Gilla Lörcher freut sich sehr, die zweite Einzelausstellung der bulgarischen Künstlerin Yoana Tuzharova in Berlin zu zeigen.
In der Ausstellung P R E S E N T konfrontiert uns Yoana Tuzharova mit den Spuren, die wir tagtäglich zwischen der digitalen und der analogen Welt hinterlassen: Fettschlieren und Swipe-Spuren wie sie beim Chatten, Mailen, Scrollen, Shoppen und Liken auf dem Smartphone-Display entstehen. Die Künstlerin arbeitet hier mit unterschiedlichen Medien: Fotografie, Druck, Installation und Lichtarbeiten.
„Diese malerisch anmutenden und gleichzeitig automatisierten Gesten sind Spuren unseres Alltags, oder vielmehr: Spuren der Schnittstelle zwischen digitaler und körperlicher Welt. Gleichzeitig sind sie Ursprung der Digitalität, in der in Sekundenbruchteilen Entscheidungen mit nur einem Daumendruck getroffen werden“, schreibt Kuratorin Nantje Wilke über die Werke Tuzharovas.
Die Installation „data monument“ „übersetzt virtuelle Strukturen in einen analogen Raum: Die auf den körperlichen Maßstab der Künstlerin abgestimmten Wände und Nischen lassen sich vielfach deuten. Handelt es sich im ersten Moment noch eindeutig um eine Fassade, stehen wir im nächsten vor einem Schaufenster, in dem das Dahinterliegende in einem bestimmten Kontext inszeniert wird. Von der anderen Seite befindet man sich in einem Innenraum, der mit ornamentversehenen Fliesen dekoriert wird und einem Thermalbad ähneln könnte, also einem Ort der luxuriösen Zuflucht. Die glatte, hygienisch-blaue Oberfläche der Fliesen ist der krasse Gegensatz zum Ursprung des Motivs, der in den Fettspuren und Dreckresten, Fusseln und Rissen im bakterienbehafteten Glas des Smartphone-Displays liegt. Die mimetische Spiegelung der Formen schwingt sich in sakralen Bögen unendlich fort, ähnlich wie das stetig wachsende Paralleluniversum World Wide Web, das die „echte Welt“ reflektiert, sie verformt und dann aus Bildschirmen strahlend auf uns zurückwirft.“
Kurzbiografie
Yoana Tuzharova (Jahrgang 1986, geboren in Russe, Bulgarien) ist Bildende Künstlerin. Sie arbeitet und lebt derzeit in Köln. Sie studierte von 2005 - 2009 an der Hochschule der Künste in Veliko Tyrnovo, Bulgarien (Bachelor).
Von 2013 - 2019 studierte sie Bildhauerei und Kunst im öffentlichen Raum an der Kunstakademie Münster und erlangte 2017 den Meisterschülerin-Titel bei Prof. Maik Löbbert und Prof. Dirk Löbbert. 2021 wurde die Künstlerin mit dem "Förderpreis Junge Positionen NRW“ des Fördervereins Unser Fritz 2/3 e. V., Herne ausgezeichnet. In 2021 war sie zudem nominiert für den Kunstpreis "Junger Westen", Recklinghausen und in 2022 erhielt sie den "GWK-Kunstpreis", Münster.
Ihre Arbeiten wurden u.a. in folgenden Institutionen ausgestellt: Raketenstation, Stiftung Insel Hombroich; KIT Kunst im Tunnel, Düsseldorf; Goethe-Institut Villa Kamogawa, Kyoto, Japan; Gustav Lübcke Museum, Hamm; Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon; MMIII Kunstverein Mönchengladbach, Westfälischer Kunstverein, Münster; Wewerka Pavillon, Münster; Galerie & Kunststiftung Credo Bonum, Sofia, Bulgarien; Vaska Emanouilova Gallery, Abteilung der Sofia City Art Gallery, Sofia, Bulgaria; Städtische Galerie Lüdenscheid; Museum Goch und Museum Schloss Moyland und in der Kunsthalle Recklinghausen.
Eröffnung der Ausstellung
1 Mai 2026 | 12:00-21:00
Zusätzliche Informationen
Galerie Gilla Lörcher I Contemporary Art
Grolmanstr. 28, 10623 Berlin, Germany
Mi-Fr 13:00 – 19:00h, Sa 12:00-16:00