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Grischa Tannberg kommt als Absolvent der Hochschule für Ökonomie Bruno Leuschner frisch ausgebildet nach Berlin, um seine erste Stelle in der Staatlichen Plankommission anzutreten.

Er ist hochmotiviert und fest entschlossen, seine Arbeitskraft dem sozialistischen Fortschritt zur Verfügung zu stellen. Nur gibt es in seiner Abteilung zunächst vor allem eines: nichts zu tun. Doch die Dienstanweisung seines Vorgesetzten, sich im kunstvollen Warten zu üben, ignoriert er. Er liest, rechnet, denkt – und entwickelt einen Plan für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Demokratischen Republik Afghanistan. Afghanistan braucht Waren aus der DDR. Die DDR braucht Devisen. Und Afghanistan besitzt ein landwirtschaftliches Produkt, über das man in Amtsstuben lieber nicht zu laut spricht. Aus einer verwegenen Idee wird ein Vorgang, aus dem Vorgang eine Arbeitsgruppe, aus der Arbeitsgruppe ein Pilotprojekt. Bald sind nicht nur die Staatliche Plankommission, sondern auch Grenztruppen, Ministerien, westdeutsche Behörden und politische Spitzenkreise mit einer Frage beschäftigt, auf die niemand vorbereitet war: Was passiert, wenn eine absurde Idee plötzlich funktioniert?

Jakob Hein, geboren in Leipzig und aufgewachsen in Ost-Berlin, hat eine besondere Gabe für diese Art von historischer Schräglage: Er nimmt die großen Systeme ernst genug, um ihre Komik freizulegen. In seinem Roman wird Geschichte nicht korrigiert, sondern probeweise anders zusammengesetzt. Eine deutsch-deutsche Komödie über Akten, Grenzübergänge und große Politik. Über eine Idee, die zu gut funktioniert. Und über die Frage, ob Weltgeschichte manchmal nicht aus Überzeugung entsteht, sondern aus Zuständigkeit, Zufall und der falschen Person am richtigen Schreibtisch.

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