Eine kollektive Physical-Theater-Aufführung des Groove Performance Lab (GPL)
Lernen Sie Dicty kennen: einen winzigen, schneckenähnlichen Organismus, den man im Sommer leicht in Wäldern finden kann, nur wenige Millimeter lang, mit dem wissenschaftlichen Namen Dictyostelium discoideum.
Aber Dicty ist nicht einfach nur eine Schnecke. Es ist ein lebendes Paradoxon: ein Organismus, der sich ständig zusammenfügt und wieder auflöst und je nach Ressourcenreichtum und -knappheit zwischen dem Ein- (einzellig) und dem Viel- (mehrzellig) sein wechselt.
Wenn Nahrung, Licht und Feuchtigkeit reichlich vorhanden sind, löst sich Dicty in Tausende autonomer Amöben auf. Wenn die Ressourcen knapp werden, sendet eine einzelne Amöbe ein chemisches Signal aus. Ohne zentrale Steuerung reagieren die anderen: Sie versammeln sich, haften aneinander, differenzieren ihre Rollen und werden zu einer kollektiven Körpergemeinschaft.
Ausgehend von diesem faszinierenden biologischen Prozess eröffnet „What if we“ eine poetische und politische Reflexion über das menschliche Zusammenleben.
Was macht ein „Wir“ möglich?
Was wäre, wenn Identität nicht feststehend und nicht individuell wäre, sondern nur als Übergangszustand existierte?
Wer sendet das Signal, wenn Knappheit eintritt? Wer reagiert darauf, und zu welchem Preis?
Die Performance lotet die Spannungen zwischen Kooperation und Abweichung, Gehorsam und Widerstand, Fürsorge und Lähmung, Ohnmacht und dringendem Handlungsbedarf aus.
Sie bewegt sich in dem fragilen Raum zwischen Ja- und Nein-Sagen, zwischen Zugehörigkeit und Flucht, zwischen biologischem Impuls und politischer Entscheidung.
„What if we“ ist eine Reise durch die Transformation als grundlegende Regel des Lebens: ein Tanz zwischen Feuchtigkeit und Trockenheit, quer durch eine Vielfalt von Geschlechtern und Gender, durch die instabilen Grenzen zwischen Individualität und Gemeinschaft.
Was geschieht, wenn wir uns entscheiden, von einem bereits vorbestimmten Lebenszyklus abzuweichen? Was wäre, wenn die Evolution unerwartete Wege einschlagen könnte, hin zu neuen Formen von Körper-Gemeinschaften, die noch darauf warten, erdacht zu werden?
Diese Performance lädt uns ein, Identität, Kollektivität und die Möglichkeit des gemeinsamen Werdens neu zu überdenken.
Entworfen und aufgeführt von:
Jeanne Astrup-Chauvaux, Ilaria Di Maio, Lorenzo Farris, Cecilia Gentile, Alexandre Kuhm, Rosalba Limonciello, Simone Natalizio, Valentina Spano, Martyna Stawna, Carmen Staiano, Veronika Veltkamp, Angina Zentauri
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