Die Oper wird zum Handlungsraum für die Themen junger Menschen, die sie hier mit künstlerischen Mitteln auf die Bühne bringen können.
Welche Musik braucht die Welt? Welche brauche ich – und welche braucht die Gesellschaft? Ausgehend von diesen Fragen, die von John Cage beeinflusst sind, der uns in dieser Spielzeit auch an anderen Stellen im Programm der Deutschen Oper Berlin begegnet, entwickeln Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 18 Jahren unter künstlerisch-pädagogischer Anleitung ein eigenes Musiktheaterstück.
Im Zentrum stehen Teilhabe, Selbstwirksamkeit und künstlerische Vielfalt: Jede:r kommt mit dem, was er*sie hat – mit Stimme, Instrument, Bewegung, Geräusch, Idee oder Erfahrung. Ein zentrales Motiv innerhalb dieses Projekts ist der Vorgang der «Schwingung» – im Sinne von innerer, äußerer und gesellschaftlicher Bewegung.
Die Projektbeteiligten setzen sich mit der Frage auseinander, was sie emotional berührt, was sie körperlich in Bewegung bringt und welche akustischen Umgebungen und Eindrücke sie täglich begleiten. Diese individuellen Erfahrungen werden zu Ausgangsmaterial für Klangexperimente, Szenenentwicklungen und choreografische Prozesse.
Der Begriff «Klang» wird dabei bewusst weit gefasst: Stimme, Körper, Objekte, Alltagsgegenstände, Umgebungsgeräusche und Instrumente werden gleichwertig eingesetzt – ganz im Sinne von John Cage. Gleichzeitig ist das Projekt auch ein Raum, um Wünsche, Bedürfnisse und Forderungen an die Welt und Gesellschaft zu stellen: Was können wir diesen Zeiten der «Unruhe» mit Musik (oder Stille) entgegensetzen? Wie kann ich gut auf mich selbst und meine Bedürfnisse hören? Welche Botschaft soll meine Musik ausdrücken? Wie kann Musik nochmal auf andere Weise bewegen und helfen? Welche Musik braucht die Welt heute und in Zukunft? Am Ende entsteht ein junges Musiktheater, das vielleicht ganz nach Cage dem Zufall überlassen ist, mehr einem Happening ähnelt oder einer Partitur nach festgelegten Prinzipien und Regeln folgt.
Die Proben starten im Januar 2027.
Anmeldung: jungedeutscheoper@deutscheoperberlin.de
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